Von der Kinoleinwand ins Fernsehen - Part I

Wenn Filme in Serie gehen…

Spoilerfrei
Nicky
02.02.15

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Viele großartige Filme haben zwar keinen zweiten, dritten oder vierten Teil bekommen, doch mehr oder weniger spannende Serienableger. Im Beitrag zu Serien-Filmen haben wir euch schon einige Filme vorgestellt, die nach der dazugehörigen Serie kamen. Um den Part mit Hollywood abzuschließen, möchte ich das ganze noch umdrehen und Serien betrachten, deren Basis ein vorausgegangener Kinofilm war. Diese Kategorie lässt sich aber weniger deutlich darstellen, denn häufig ist lediglich die Idee dieselbe, doch inhaltlich haben Film und Serie nichts mehr gemeinsam.

Scheinbar ist es eh gerade “In” erfolgreiche Filme in Serien-Form neu aufleben zu lassen, so halten sich beispielsweise die Gerüchte zu einer X-Men und Resident Evil TV-Serie für die heimische Flimmerkiste. Bereits angekündigt und in der Entwicklung sind tatsächlich schon Ableger von Gangs of New York, Frequency, Minoriy Report und sogar Wolfman. Grund genug, uns im ersten Teil 10 Serien anzusehen, die schon aus dem Schatten ihres großen Film-Bruders hervorgetreten sind:

1. Stargate

Hachja… was ersehne ich das Team um Jack O’Neill zurück. Stargate und damit meine ich Kommando SG-1 war für mich DIE (erste richtige) Serie, die ich in vollem Umfang und mit vollem Bewusstsein von Anfang bis zum Ende aufgesogen habe. Klar bin ich auch mit anderen Serien wie etwa M*A*S*H oder Ein Käfig voller Helden aufgewachsen, doch bei keiner Serie hatte ich bis dato so mitgefiebert wie bei dieser. Sie ging aus dem gleichnamigen Kinofilm von Roland Emmerich hervor, in dem Kurt Russel in die Rolle von Jack O’Neill schlüpfte und der großartige (damals noch junge) James Spader den Archäologen Daniel Jackson verkörperte. Die Serie setzt nach dem Kinofilm an und erzählt von den Abenteuern des allerersten Weltraum-Erkundungsteams SG-1. Nachdem in zehn Staffeln zuerst die Goa’uld und dann die Ori besiegt wurden, musste das Franchise noch durch 2 weitere Ableger ausgeschlachtet werden. Auf Stargate Atlantis (was ich noch super fand) folgte das eher mäßige Stargate Universe, das mit Robert Carlyle zunächst vielversprechend wirkte, aber dann doch mehr als langweilte.

2. M*A*S*H

Und wo ich es eben schon erwähnt habe, ja auch die alte Serie MASH (ich lasse jetzt mal die * weg) ist der Ableger des gleichnamigen Filmes von 1970, der wiederum auf einem Roman basiert. Richard Hooker schuf mit dem Antikriegsroman “MASH – A Novel About Three Army Doctors” die Grundlage für die Storys um Hawkeye (Alan Alda!), Trapper und den kleinen Radar. Im Zentrum der Serie, die zur Zeit des Koreakrieges spielt, stehen ein mobiles Feldlazarett und seine Doktoren. Mir gefiel die, nennen wir es mal neumodisch Dramedy besonders, weil es in meinen unerfahrenen Augen so authentisch wirkte. Die meiste Zeit haben sich die Ärzte gelangweilt und daraus resultierend Blödsinn angestellt, gab es aber mal wieder einen Angriff, dann kamen die Verletzten im Akkord. Trotz ihres Alters, die 256 Folgen wurden zwischen 1972 und 1983 ausgetrahlt, kann ich meine Empfehlung aussprechen. Wer Mash noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Ein Beweis dafür ist diese Szene, in der Hawkeye zum Kantinen-Boykott aufruft.

3. Buffy

Unsere liebste Vampir- und Dämonenjägerin Buffy Summers war zunächst auch auf der großen Leinwand zu sehen. Joss Whedon war damals von seiner Horrorkomödie, die 1992 ins Kino kam, so überzeugt, dass er fünf Jahre später “seine” Buffy auch ins Fernsehen brachte. Wie wir alle wissen, löste Sarah Michelle Gellar dafür die Kino-Buffy Kristy Swanson ab. Die Teenie-Drama-Monster-Highschool-Serie war letztlich so erfolgreich, dass Whedon mit Angel ein ehrwürdiges Spin-Off schaffen konnte. Gesehen habe ich alles davon, gemocht auch und ihr? Vielleicht freue ich mich deshalb heute noch, wenn ich den Namen Joss Whedon lese, der auch das großartige Firefly entwickelt und produziert hat. Darüber hinaus ist er auch der kreative Kopf hinter Marvel’s Agent of Shield. Vielen Dank Joss für viele tolle Serien-Stunden mit deinen Charakteren!

4. Bates Motel

Und schon kommen wir zu einer Serie, die zwar den Stoff des dazugehörigen Filmes teilt, jedoch ganz anders umgesetzt wurde. Bates Motel zeigt im Prinzip die Vorgeschichte zu den Handlungen aus Alfred Hitchcocks Psycho (1960). Jedoch ist das Setting in die heutige Zeit versetzt, sodass man lediglich von derselben Idee sprechen kann. Seit 2013 konnten die Fans bisher 20 Episoden mit dem jungen Norman Bates (Freddie Highmore) und seiner Mama verfolgen. Ich gestehe, dass ich bisher weder Psycho noch Bates Motel gesehen habe… Ich hole es nach, versprochen! Dafür könnt ihr in unser kurzes Review zu den ersten beiden Staffeln reinlesen, doch Peter schien eher weniger gefesselt zu sein:

“Bates Motel zeigt zwar, dass sie an sich eine gute Storyline haben, die Überraschungen bleiben leider nur aus.”

5. Hannibal

Hannibal, Hannibal, Hannibal… was soll ich sagen? Ich werde jetzt vielleicht gelyncht, aber die Serie hat mich bisher (noch) nicht gepackt. Ok, zugegeben habe ich auch erst zwei Folgen gesehen und die Serie wird bestimmt besser, aber diese zwei Episoden haben mich trotz Mads Mikkelsen als Dr. Hannibal Lecter eben einfach noch nicht zum weitergucken animiert. Die bisher 26 Folgen basieren ebenso auf den Filmen “Das Schweigen der Lämmer” (1991), “Hannibal” (2001) und “Roter Drache” (2002), wie auf der Buchreihe von Thomas Harris. In der Serie sehen wir die Vorgeschichte zu “Roter Drache” mit einigen Veränderungen und Neuinterpretationen. Was haltet ihr von der Serie?

6. From Dusk Till Dawn: The Series

Jonas hatte im letzten Jahr das große Glück, den Produzenten und Schöpfer der Serie und des gleichnamigen Filmes Robert Rodriguez zu interviewen. Mit von der Partie waren auch D.J. Cotrona und Zane Holtz, die für die Serie in die Fußstapfen von George Clooney und Quentin Tarantino getreten sind. Ich selbst habe From Dusk Till Dawn noch nicht gesehen und weiß auch ehrlich gesagt nicht, ob ich es jemals tun werde, wenn es sich doch im Prinzip um dieselbe Story wie im Film handelt, nur eben auf 450 Minuten ausgedehnt… Lest am besten selbst in unserem Review zur kompletten Staffel, ob es Sinn macht, den Brüdern noch einmal über die Schultern zu sehen. Maik gab dem ganzen 3,5 / 5 Krönchen und meint:

“Insgesamt macht Rodriguez vieles richtig. Wer den Film mag, wird auch an der Adaption seinen Spaß haben.”

7. 12 Monkeys

Da ich total auf das Phänomen Zeitreisen abfahre, gehöre ich zu denjenigen, die den Film von 1995 mögen. Ein junger Bruce Willis und Brad Pitt setzten dem Ganzen noch ein Krönchen auf. Und Affen mag ja sowieso jeder. Ich habe mich also sehr gefreut, als ich erfuhr, dass besagter Film in Serie geht. Deshalb ist es sehr schade, dass ich aus Zeitgründen noch nicht dazu gekommen bin, die ersten zwei Episoden zu schauen. Aber der gute Maik hat für uns schon ein Review geschrieben, aus dem hervorgeht, dass zumindest die ersten zwei Folgen der Serie noch etwas unstrukturiert wirken. Viele Zeitsprünge (ich liebe sowas ja) und noch keine stringente Storyline. Aber wir befinden uns ja erst in den Startlöchern, vielleicht wird das ja DER neue Sci-Fi-Hit?

8. Fargo

Bevor es die Serie gab, kannte ich noch nicht einmal den Film der Coen-Brüder und das, obwohl das Drehbuch und die Hauptdarstellerin 1997 mit einem Oscar ausgezeichnet wurden. Ok, da war ich 10, vielleicht liegt es daran… jedenfalls sorgte die gleichnamige Serie im letzten Jahr für eine wunderbare Überraschung. Die bisher zehn Folgen sind sowohl eine Adaption als auch ein Spin-Off zugleich und die Coen-Brüder fungieren als Produzenten. In unserem Serien-Tipp zu Fargo spricht Maik eine “einwandfreie Empfehlung” aus – und das soll schon was heißen! Aber durch eine tolle Besetzung mit Schauspielern wie Martin Freeman, Colin Hanks, Billy Bob Thornton und Bob Odenkirk kann eigentlich nichts schief gehen. Und wer den Film kennt, hat mit einigen Anspielungen und Querverbindungen in der Serie einen zusätzlichen Reiz. Die zweite Staffel ist bereits angekündigt.

9. Sleepy Hollow

Die meisten von euch werden den Film Sleepy Hollow von 1999 mit Johnny Depp in der Rolle von Constable Ichabod Crane sicherlich kennen, kopfloser Reiter und so… Die dazugehörige Serie basiert auch hier wieder weniger auf dem Film, als viel mehr auf dem Grundstoff von Washington Irvings Erzählung The Legend of Sleepy Hollow. Die seit 2013 laufende Serie spielt in der jetzigen Zeit. Die Hauptfigur wird 1781 getötet und erwacht im Sleepy Hollow der Gegenwart. Der kopflose Reiter (da ist er wieder) taucht ebenfalls im Jahr 2013 wieder auf und schlägt einige Köpfe ab, damit Crane und seine weibliche Begleitung was zu tun haben. Aus Zeitmangel konnte ich bisher noch nicht in die Serie reinschauen, ihr vielleicht?

10. About A Boy

About A Boy hatte ich als Serie noch garnicht auf dem Schirm. Den Film mit Hugh Grant von 2002 hingegen, kenne ich. Beide Umsetzungen basieren auf dem gleichnamigen Buch von Nick Hornby, in dem von der freundschaftlichen Beziehung zwischen dem 12-jährigen Marcus und dem 36-jährigen Will erzählt wird. Seit Februar 2014 läuft die dazugehörige Serie auf NBC. In Deutschland wird das Format seit November von Comedy Central ausgestrahlt. In der Sitcom nutzt Will den Jungen aus, um besser bei Frauen anzukommen. Klingt für mich nicht sonderlich spannend… habt ihr schon eine Episode gesehen?

Die Reihenfolge der zehn Serien stellt keine Rangfolge dar. Es gibt auch noch mehr Ableger von Filmen, wie beispielsweise Flipper oder Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft – doch irgendwo musste ich die Grenze ziehen. Wer Zeichentrick-, Animationsserien und sämtliche Superhelden in Serie vermisst hat, wird im zweiten und dritten Teil der Reihe “Von der Kinoleinwand ins Fernsehen” fündig.

Ein Kommentar

  • Also ich mag About a Boy. Natürlich ist Will ein Player, aber im Zweifel steht er doch Marcus beiseite und lässt auch mal ein Date dafür platzen.

    Leider sieht es so aus, als würde die Serie die zweite Staffel nicht überleben.



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