Sportliche Höchstleistungen, emotionale Fehden und skurrile Charaktere. All das bietet Wrestling. Der wohl bekannteste Veranstalter (Promotion) weltweit ist die WWE (World Wrestling Entertainment), die wöchentlich mehrere Sendungen produziert, in denen die Geschichten starker Männer und Frauen erzählt werden. Seit letztem Jahr gibt es das Ganze außerhalb den USA bei Netflix zu sehen, außer bei uns in Deutschland. Hier laufen die Shows noch bei ProSieben MAXX (bzw. bei Joyn im Stream) sowie vorab bei Bild+. Mit den Sendungen RAW, SmackDown und NXT können sich Fans gleich mehrere Stunden in der Woche den Showkämpfen hingeben. Wer davon nicht genug bekommen kann, für den eignet sich vielleicht die eine oder andere thematisch passende Serie (und Dokumentation).
Young Rock
Die kurzweilige Sitcom „Young Rock“ nimmt die Karriere von Superstar Dwayne „The Rock“ Johnson mit viel Selbstironie unter die Lupe. In einer fiktiven Zukunft tritt Johnson (als er selbst) als Präsidentschaftskandidat der USA auf und erzählt Randall Park, der sich ebenfalls selbst spielt, aus seinem bewegten Leben. Und das ist naturgemäß gespickt mit Wrestling-Anekdoten, schließlich stammt The Rock aus einer traditionsreichen Wrestling-Familie. Entsprechend schauen im Laufe der Serie immer wieder bekannte Gesichter aus der WWE-Welt vorbei: etwa Jake „The Snake“ Roberts (gespielt von Benjamin Arthur) oder Randy „Macho Man“ Savage (Kevin Makely). Auch heutige Stars sind vertreten. So hat Becky Lynch in der dritten Staffel einen Gastauftritt als Musiklegende Cyndi Lauper. Dazu kommen unterhaltsame Einblicke in die Entstehung legendärer Wrestling-Events wie dem Royal Rumble, bei dem sich 30 Wrestler:innen nach und nach aus dem Ring befördern.
„Young Rock“ ist bei Joyn abrufbar.
Heels
Die Dramaserie „Heels“ erzählt die tragische Geschichte der Spade-Brüder, die nach dem Tod ihres Vaters dessen kleine Wrestling-Promotion weiterführen und dabei im Ring neue Rollen einnehmen. Jack Spade (Stephen Amell) gibt den skrupellosen Bösewicht, den sogenannten Heel, während sein Bruder Ace (Alexander Ludwig) als strahlender Held (Face), auftritt. Ironischerweise scheinen die Charakterzüge im echten Leben genau umgekehrt verteilt zu sein. Die Erzählung der rivalisierenden Brüder mag völlig neu sein und erinnert an reale Wrestling-Dynastien wie die Familie Rhodes, gewinnt hier aber durch die intime Perspektive und das familiäre Drama an Tiefe. Über 16 Folgen hinweg liefert „Heels“ einen intensiven Blick hinter die Kulissen einer kleinen Wrestling-Liga und ihrer Beteiligten. Nach zwei Staffeln war die Geschichte allerdings bereits wieder beendet.
„Heels“ ist beim Prime-Video-Channel MGM+ verfügbar.
G.L.O.W.
Mit „G.L.O.W.“ griff Netflix die schillernde Welt des Frauen-Wrestlings der 1980er-Jahre auf und formte daraus eine fiktive, aber deutlich an reale Vorbilder angelehnte Serie. Damals versuchte eine Gruppe von Wrestlerinnen, mit ihren männlichen Kollegen wie Hulk Hogan oder Ultimate Warrior mitzuhalten. Ein Kampf um Sichtbarkeit, Anerkennung und Erfolg. Die Serie verbindet Comedy und Drama auf bemerkenswert gelungene Weise: Hinter Neonfarben, 80s-Glam und spektakulären Ringkämpfen verbirgt sich eine warmherzige Geschichte über sehr unterschiedliche Frauen, die im Showbusiness ihren Platz suchen. „G.L.O.W.“ brachte es auf drei Staffeln mit insgesamt 30 Folgen und gilt bis heute als kleines Serienjuwel.
„G.L.O.W.“ steht bei Netflix zum Stream bereit.
Hulk Hogan’s Rock ‘n’ Wrestling
In den 1980er-Jahren prägte kaum jemand die Wrestling-Welt so sehr wie Hulk Hogan. Kein Wunder also, dass der besonders bei Kindern beliebte Superstar seine eigene Zeichentrickserie auf den Leib geschrieben bekam. Jede der insgesamt 26 Episoden besteht aus zwei Geschichten, die von humorvollen Live-Action-Segmenten mit echten Wrestlern unterbrochen werden. Darin tritt unter anderem der „Hulkster“ persönlich auf. Auch in den animierten Abenteuern tauchen zahlreiche Wrestling-Größen jener Zeit als knuffige Cartoonversionen auf, darunter Roddy Piper, André the Giant oder Jimmy Snuka. Der Humor ist dabei deutlich slapsticklastig und klar auf ein junges Publikum zugeschnitten. Die Serie lief nie im deutschen Fernsehen, ist inzwischen aber vollständig auf YouTube verfügbar.
„Hulk Hogan’s Rock ‘n’ Wrestling“ ist auf dem YouTube-Kanal WWE Vault kostenlos abrufbar.
UnReal
Während Wrestling früher mit aller Kraft als „echt“ verkauft wurde, geht man heute offen damit um, wie viel Planung, Dramaturgie und Konzept hinter den Storylines steckt. Genau hier setzt die Dokumentationsserie „UnReal“ an und gewährt einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen der aktuellen Geschehnisse. Von den ersten Ideen im Writer’s Room bis zum großen Live-Event bleibt in bislang zwei Staffeln kaum ein Aspekt ausgespart. Aktuelle Superstars wie Charlotte Flair und Cody Rhodes kommen ebenso zu Wort wie WWE-Geschäftsführer Triple H. Dabei wird deutlich, dass Wrestling zwar ein knallhartes Geschäft ist, aber der Blick hinter die Fassade macht die Figuren und Charaktere zugleich erstaunlich menschlich und nahbar.
„UnReal“ ist auf Netflix verfügbar
Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr auch Wrestling-Fans und habt Empfehlungen für mich? Dann schreibt sie mir gerne in die Kommentare.
Bilder: NBC | Starz | Netflix | WWE





































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