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Die Ein-Mann-Armee

Review: „The Punisher: One Last Kill“

15. Mai 2026, 15:01 Uhr

Mit „The Punisher: One Last Kill“ spendiert uns Marvel ein knapp einstündiges, ultrabrutales Special mit dem von Jon Bernthal gespielten Frank Castle, das sich irgendwo zwischen „Daredevil: Born Again” und dem kommenden Kinofilm „Spider-Man: Brand New Day” einzuordnen ist. Von dem Special darf man keine große Handlung erwarten, dafür umso schonungslosere Action.

Punisher-One-Last-Kill-Titelbild

Scheinbar hat Frank Castle seine Mission beendet. Die letzten Mitglieder jener Verbrecherfamilien, die mit dem Mord an seiner Familie in Verbindung standen, sind tot. Zurück bleibt ein gebrochener Mann, der allein in einer heruntergekommenen Wohnung lebt, Schmerzmittel mit Alkohol nimmt und sich durch hartes Training langsam selbst zu Grunde richtet. Die Wände seines Apartments sind mit Fotos und Zielscheiben tapeziert. Ständig durchlebt er die Hölle des Krieges in seinem Kopf erneut. Das Special macht schnell klar, dass Frank seine Feinde zwar beseitigt hat, nicht aber seine Traumata.

Punisher-One-Last-Kill-Frank

Die Handlung selbst ist dabei erstaunlich simpel gestrickt. Im Grunde läuft alles auf einen letzten Rachefeldzug hinaus. Die verbliebene Matriarchin Ma Gnucci fordert Vergeltung für ihre getötete Familie. Das erinnert stark an „John Wick“. Vor allem eine Szene, in der ein Hund getötet wird, wirkt wie eine Hommage an Keanu Reeves’ Auftragskiller. Allgemein setzt das Special weniger auf komplexe Storywendungen als auf Stimmung, Gewalt und Franks psychischen Zustand. Dabei funktioniert gerade die rohe Inszenierung erstaunlich gut. Wenn Frank durch brennende Hausflure marschiert und Gegner gnadenlos ausschaltet, entwickelt das Ganze eine intensive Sogwirkung. Das ist extrem brutal und teilweise schwer auszuhalten, macht aber gleichzeitig auf verstörende Weise Spaß. Hier liefert Marvel einige der härtesten Gewaltszenen, die das MCU bislang hervorgebracht hat. Die Gewalt verkommt dabei nie zum Selbstzweck, sondern unterstreicht vielmehr, wie kaputt diese Figur eigentlich ist. Jon Bernthal, der auch am Drehbuch mitgewirkt hat, trägt die Folge dabei nahezu im Alleingang. Er hat nicht viel Dialog, stattdessen lebt vieles von seinen finsteren Blicken und seiner körperlichen Präsenz. Immer wieder wird er von Erinnerungen an seine Familie, seine Kriegseinsätze oder Weggefährt:innen wie Karen Page (Deborah Ann Woll) und Curtis (Jason R. Moore) heimgesucht. In solchen Momenten erscheint Frank als jemand, der vollkommen verlernt hat, außerhalb eines gewaltvollen Lebens zu existieren.

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Allerdings merkt man „The Punisher: One Last Kill“ seine begrenzte Laufzeit deutlich an. Viele Ideen werden nur angerissen. Die Gnuccis bleiben blasse Gegenspieler. Dadurch wirkt das Special manchmal wie ein zu stark gekürzter Film. Gerade die psychologischen Ansätze hätten durchaus mehr Raum verdient. Zurück bleibt ein kompromissloser Antiheld, bei dem es spannend bleibt, wie er sich mit dem freundlichen Spider-Man versteht.

Fazit

Fans von Actionfilmen wie „John Wick“ dürften mit dem kurzen Special auf ihre Kosten kommen. Mehr Tiefgang und eine etwas längere Laufzeit hätten dem Ganzen jedoch gutgetan.

Bilder: Disney

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Freitag, 15. Mai 2026, 15:01 Uhr
Marvel's The PunisherReview
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