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Neue Video-AI-Tools erreichen Perfektion

Meine TV-Woche: Hollywood hat Angst – zurecht

14. Februar 2026, 13:03 Uhr

Das Thema AI ist omnipräsent. Ein Teil von euch wird sicherlich genervt sein, ein anderer fährt den Hypetrain, und ein dritter Teil hat Angst vor der Zukunft.

Ich habe alle Stufen durchlaufen und springe regelmäßig von Hype zu Genervtsein zu Angst und wieder zurück. AI hat Einzug in mein Arbeitsleben gehalten – noch nicht massiv, aber es wird mehr. Privat nutze ich häufig lieber ChatGPT, als eine Suchanfrage bei Google oder DuckDuckGo abzufeuern. Ich sehe das Potenzial, aber ich sehe auch, wie falsch AI-Modelle liegen können, wenn es um Recherchen und Antworten geht.

Im kreativen Umfeld hat die Revolution längst stattgefunden. Wer im Bereich Art arbeitet, wird davon ein Lied singen können. Die Qualität von AI-kreierten Bildern ist so gut, dass Firmen teilweise keine Artists mehr brauchen – oder nur noch sehr wenige, die selbst nicht mehr malen, höchstens nachbearbeiten und den Rest durch AI-Modelle erledigen lassen. Das Thema ist durch. Digitale Artists sind zu Direktoren einer Armada von AI-Agents geworden. Ein einzelner Mensch kann so die Arbeit von mehreren Wochen innerhalb eines einzigen Tages erledigen.

Im Kontext unseres geliebten Hobbys Serien war es bisher so, dass es durchaus spannende und hochqualitative Video-Outputs gab. Bereits vor der AI-Revolution tauchten Deepfakes auf, bei denen Gesichter getauscht wurden; damals lachte die Branche noch über Arnold Schwarzenegger, der auf der Titanic mit Kate Winslet tanzt. Die heutigen AI-Modelle lassen aber niemanden mehr lachen – sie stellen die Existenzfrage für eine gesamte Branche.

Ihr sagt vielleicht: „Ach, lass den mal erzählen. Effekte werden besser, man braucht weniger Außenaufnahmen – aber Emotionen und Schauspieler bleiben.“ Das dachte ich bis zu dieser Woche auch. Und ich habe mir bis zu dieser Woche auch eingebildet, dass ich AI-Videos im Zweifel erkenne. Selbst spiele ich gerade mit Sora 2 herum, dem neuesten Video-Modell von OpenAI. Es ist viel Hit and Miss, aber einige Outputs haben mich schon verblüfft.

In den letzten Tagen – die Algorithmen wissen offenbar, dass mich dieses Thema umtreibt – wurde ich mit Videos bombardiert, die mich fragen lassen, ob wir in Zukunft außer einem Drehbuchautor überhaupt noch Personal für einen Kinofilm benötigen.

Seedance 2, ein chinesischer Algorithmus, der gerade veröffentlicht wurde, oder das neueste Google-Modell Veo 4 erzeugen Videos, die ihr nicht mehr als solche erkennen werdet.

Beispiel Nummer 1: Tom Cruise gegen Brad Pitt. Der Hintergrund – ja, da kann man vermuten, dass es aus der Konserve kommt; irgendwie alles sehr glatt. Aber wenn man auf die Schauspieler schaut: Seht ihr da ernsthaft noch, dass es animiert ist?

Beispiel Nummer 2: Jack Black als Darth Vader. Vom Setup her ist zu vermuten, dass es sich um ein falsches Video handelt, denn der Aufwand, Jack Black so gut zu schminken, scheint für einen Spaß unrealistisch. Aber wenn das von Disney gepostet würde, wären diese Zweifel schnell verflogen – und man würde glauben: Ja, das ist echt.

Beispiel Nummer 3: Und hier liegt der Ursprung für diesen Artikel: Breaking Bads Walter White. Die Emotion, der Gesichtsausdruck, die Energie – alles stimmt bis in die Perfektion. Mic drop, AI won the game.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Ich weiß es nicht. Ich glaube, dass klassische Produktionen immer ihren Platz haben werden, aber sie werden mehr und mehr zur Nische. Denn der Kostenunterschied ist einfach zu heftig. Jack Black in die Darth-Vader-Maske zu schicken; allein diese Arbeit kostet sicher schon bis zu 1.000 €. Unabhängig vom Gehalt oder das Flugzeugticket für den Weg in ein Studio. Das AI.Video dagegen wird wenige Euro gekostet haben; mit Try and Error vielleicht maximal 100 €, aber garantiert nicht mehr.

Was ich nicht glaube: Dass wir als Konsumenten selbst im Wohnzimmer unseren Content erstellen. Man will ja überrascht und unterhalten werden und nicht selbst jeden Abend eine Geschichte für eine Episode ausdenken, selbst wenn es nur ein paar Zeilen Prompt sind.

Für die engagierte Fanszene großer Franchises wird das aber großen Einfluss haben. Ich rechne damit, dass wir Ende 2026 einen kompletten Film aus dem Star-Wars-Universum sehen werden, der unbeliebte Charaktere wie Rey ersetzt oder sogar ganze Geschichtsstränge verändert – Han stirbt nicht durch Kylo Ren und so weiter. Dagegen werden die Inhaber der Franchises vorgehen, aber die Katze ist aus dem Sack; das wird nicht einzudämmen sein.

Für die Schauspieler kommen ebenfalls harte Zeiten. Noch wollen wir unsere menschlichen Stars sehen, aber es werden AI-Stars kommen, die keine Verträge mit Gewerkschaften unterschrieben haben und mit denen man alles machen kann. Außerdem wird es Stars geben, die sich gegen viel Geld lizenzieren lassen.

Ein letzter Gedanke zu diesem Thema: Früher haben wir technische Neuerungen immer gefeiert. Ich kann mich noch an die Berichte über Jurassic Park erinnern – alle freuten sich, dass es möglich war, Dinosaurier im Computer zu erzeugen. Es stand alles im Kontext neuer Möglichkeiten, besserer Geschichten, besserer Bilder. Bei AI fühlt sich das anders an. Der Wert bildgewaltiger Filme wird abnehmen. Es wird inflationär.

Was sind eure Gedanken zu dem Thema?

Beitrag von:
Samstag, 14. Februar 2026, 13:03 Uhr
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5 Kommentare

  • Holden

    Joa, sieht ja schon fast realistisch aus, leidet aber immer noch an den selben Problemen, wie seit Jahren: Die digitalen Handpuppen haben immer noch tote Augen und schauen aneinander vorbei, die Haut wirkt wie aus Wachs und zwischen einzelnen Einstellungen gibt es immer noch Kontinuitätsprobleme. Bizarr, wie wenig sich diese Technologie trotz allem „Yoooo, Hollywood ist tot!“-Hype tatsächlich weiterentwickelt.

    Ein Stück weit erinnert mich das an die Zeit vor Ca 20 Jahren, als plötzlich viele Zeichentrickserien mit Flash animiert wurden. Das war eine kostengünstige Alternative, die sogar irgendwelche Kids auf ihren Heim-PCs nutzen konnten, sah aber wie dahingeschissen aus. Immerhin: In dem Bereich gab es zumindest ein paar Leute, hauptsächlich professionelle Animatoren wie Genndy Tartakovsky oder Craig McCracken, die tatsächlich gut aussehende, manchmal sogar beeindruckende Sachen damit machen konnten (Siehe etwa FOSTERS HAUS FÜR FANTASIEFREUNDE oder Tartakovskys CLONE WARS), aber da ist auch der Punkt: Es waren Menschen dahinter, die Animation gelernt haben und seit Jahrzehnten nichts anderes machten, auch wenn sich die Technologie dahinter änderte.

    An KI ist nichts intelligentes. Es ist ein Algorhitmus, der liest, was man eintippt und dann zu erraten versucht, was man eigentlich von ihm will. Und die meiste Zeit rät er falsch. So wie es aussieht, kann man zwar ganz okaye (aber immer noch unfreiwillig komische) 10 Sekunden Clips damit erstellen, aber bei einem ganzen Film müsste man Menschen anheuern, die jeden einzelnen Frame immer und immer wieder nach Gummihäusern im Hintergrund, falscher Beleuchtung oder dreiarmigen Statisten durchsuchen UND darauf achten müssen, dass die Gesichtsausdrücke der „Schauspieler“ auch wirklich zum Dialog passen oder nicht plötzlich die Haarfarbe und Frisur von Einstellung zu Einstellung variieren. Wenn nicht, muss man den Text dazu halt immer und immer wieder eintippen, in der Hoffnung, dass vielleicht Take 72.395 gut genug sein könnte.

    Das wird vielleicht ein- oder zweimal von einem großen Studio probiert werden, bevor man das ganze Projekt dann wohl doch lieber als Steuerabschreibung im Giftschrank verrotten lässt.

    • Jonas
      Jonas

      So sehr ich deine Kritik teilen möchte, so fern ist sie doch von der Realität.
      Ja, es ist im Videobereich noch viel Versuch und Irrtum, aber die Kinderkrankheiten von vor zwei Jahren oder einem Jahr sind ausgemerzt. Keine LSD Träume mehr, keine 6 oder mehr Finger, keine falsche Physik – ganz abgesehen von der Qualität der Bilder.

      Ob das alles schon für einen vollen Film reicht, sicher nicht. Aber das dauert maximal noch 2 Jahre. Dass es keine echten Menschen sind, dass man Gefühle den generierten Figuren abnimmt, ja, das wird die Frage sein. Bei den kleinen Clips funktioniert es aber schon und keiner merkt es (ok, 5% sehen es evtl noch). Selbst das ZDF ist drauf reingefallen im heute Journal.

      Ai wird Einzug halten. Es gibt ja auch Tools, die Szenen verändern. Du hältst beispielsweise einen Besen in der Hand, der wird durch AI mit einer Waffe ersetzt – so wie ein Regisseur sich das vorgestellt hat.

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