Review zu The Crazy Ones S01E01 & Michael J Fox Show S01E01 und S01E02

The Michael J. Fox Show vs. The Crazy Ones

Mini-Spoiler
Jonas
29.09.13

Kevin Spacey sagte unlängst, dass die goldenen Jahre des Fernsehens angebrochen sind, er hat Recht. Seit letzter Woche sind zwei weitere Schauspielikonen wöchentlich im Wohnzimmer zu sehen: Michael J. Fox und Robin Williams. Zwei Persönlichkeiten, die mit Zurück in die Zukunft, Good Will Hunting und vielen weiteren Filmen eindrucksvoll im Gedächtnis geblieben sind.

Eben diese zwei Schauspieler sehen wir nun in zwei verschiedenen Comedy Serien. Doch welche ist die Bessere – oder anders gefragt, lohnt es sich beide zu schauen?

The Michael J. Fox Show S01E01 & E02

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Michael hat den Vorteil, dass NBC zum Start gleich zwei Folgen ausstrahlte. Offenbar hatte man Angst, dass die Zuschauer sonst nicht mit allen Charakteren warm werden würde; nicht unbegründet, denn allein Michaels Familie umfasst mit ihm 6 Personen. Zwei Söhne, eine Tochter, dazu seine schrullige Schwester und seine Frau. Später kommen noch sein Arbeits-Fernseh-Buddy und seine NBC Assistentin dazu.

Aber worum geht es? Michael spielt sich quasi selbst, einen an Parkinson erkrankten Fernsehstar, der sich wegen seiner Krankheit aus dem Geschäft zurück gezogen hat. Der Unterschied ist, dass er in der Serie „nur“ ein bekannter und beliebter News Anchor aus dem lokalen New Yorker Fernsehen spielt und eben kein weltweit bekannten Hollywoodstar. Seine neue Freizeit widmete er voll und ganz seiner Familie; doch leider geht er als Über-Dad allen auf die Nerven.

Nach 10 Minuten in der ersten Folge reicht es ihm dann auch selbst und er entscheidet zurück zu NBC zu kehren, was keiner seiner Familie bedauert. Im Verlauf lernen wir dann auch die Familienmitglieder näher kennen. Seine Schwester Leigh hat keinen Job, wohnt in einer Souterrain-Wohnung, die Michael bezahlt und ist der naive Sidekick, ohne den offenbar keine Comedy-Serie auskommt. Sein ältester Sohn Ian, hat sein Studium abgebrochen und ist nach Hause zurückgekehrt, um ein Suchmaschinen-Startup zu gründen. Dann gibt es noch ein weiteren Jungen namens Graham, der aber noch im Kindergartenalter ist. Das dritte Kind im Bunde ist Eva, die mit einem Filmseminar beschäftigt ist und eine Dokumentation über ihren Vater Michael dreht.

In der ersten Folge geht es also darum, wieder den Einstieg in das Business zu schaffen, was Michael noch nicht wirklich gelingt. Die bereits angesprochene Dokumentation von Eva fällt bei ihrem Lehrer in der ersten Version durch, dann legt sie aber noch einmal zu und wir als Zuschauer kommen in den fragwürdigen Genuss, dass Eva nah an den Tränen über ihren großartigen Dad referiert. Vielleicht muss das für das so für das US Publikum sein, Michael der Held, der trotz seiner Krankheit den Weg zurück schafft. Viel mehr passiert eigentlich nicht, Michael ruft aus versehen den Notruf an, weil er sich durch seine Krankheit vertippt und bei NBC freuen sich alle, dass er zurück gehrt

Die zweite Folge dreht sich dann wieder mehr um sein Leben, sein Comeback ist jetzt komplett irrelevant. Vielmehr geht es um kleine Dramen in der Familie, dass sich seine Schwester Leigh den kleinen Graham ausleiht, um sich als Mutter auf dem Spielplatz auszugeben und mit imaginären Karriere-Stories bei den anderen Müttern Eindruck schinden möchte. Dann Eva, die sich – so wie sie glaubt – mit einer ausgestoßenen lesbischen Schülerin anfreunden will. Parallel trifft Michael auf eine neue Nachbarin, die er attraktiv findet. Das merkt Annie seine Frau natürlich sofort, findet das aber gar nicht so schlimm und will vielmehr, dass er dies zugibt. Michael behauptet aber das Gegenteil und arrangiert ein Double-Date mit seinem Arbeitsbuddy Harris, der sich dann auch so gleich diese Nachbarin schnappt – was dann Michael doch wieder nicht gefällt. Alles in allem eine recht normale Familien-Sitcom Story, wenig spektakulär aber durchaus unterhaltsam.

NBC tat gut daran gleich mit zwei Folgen auszustrahlen. Mit nur 20 Minuten Sendezeit und diesem Charakter-Setup wäre es schwer gewesen einzusteigen, trotz des an sich leichten Comedy Genres. Michael macht seine Sache gut, auch wenn die Masse an Parkinson Witzen meiner Meinung nach viel zu hoch ist – mag aber auch daran liegen, dass ich beide Folgen hintereinander geschaut habe. Was hoffentlich nur ein Ausrutscher bleibt ist diese Tränendrüsenaktion am Ende in der ersten Folge;  geht es darum komödiantisch sein Leben mit der Krankheit darzustellen oder etwa doch nur um seinen täglichen bravourösen Kampf? Ich hoffe ersteres.

Was bleibt abschließend zu sagen, die Michael J. Fox Show ist eine solide Sitcom. Dennoch bin ich noch nicht wirklich rein gekommen. Bisher ist der einzige USP Michael, alles andere kann sich noch nicht von anderen Comedy Formaten absetzen.

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