Plagen der Seriengeschichte #1

Hassiker der Woche: Game of Thrones

Spoilerfrei
Susanne
20.08.17

Ring frei für unsere brandneue Rubrik, in der meine Kollegen und ich uns abwechselnd über Serien auslassen, die uns auf die Nerven gehen, die wir hassen oder einfach nicht mehr sehen können. Fortan bekommt ihr daher die nächsten Sonntage von jedem von uns einen sogenannten „Hassiker“ vorgestellt. Die wiedergegeben Meinungen spiegeln dabei nur die des jeweiligen Autoren wieder – klar.

Den Anfang mache ich mit einer wohlbekannten Fantasy-Saga. Die Rede ist von Game of Thrones, die derzeit so präsent ist wie keine andere Serie. Sie kann getrost als popkulturelles Phänomen bezeichnet werden. Der Hype um Staffel 7 momentan untermauert dies erneut. Regelmäßig räumt die Serie bei den Emmys, BAFTAs, Golden Globes, usw. ab. Von Freunden über Kollegen bis hin zu Maiks Eltern mag scheinbar die ganze Welt diese Serie. Ich kann nichts dagegen machen, aber ich mag sie nicht.

Hier aber zunächst einmal das wichtigste auf einen Blick:

Seriensteckbrief

Titel: Game of Thrones
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Laufzeit: 57 Minuten
Staffeln (Episoden): 8 (73)
Ausstrahlung: 2011 – 2018
Erstausstrahlung: 17. April 2011 auf HBO, 2. November 2011 auf Sky Atlantic HD
Darsteller: Emilia Clarke, Peter Dinklage, Kit Harington

Basierend auf der Fantasy-Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin erzählt Game of Thrones die Geschichte von König Robert Baratheon, dem Inhaber des Eisernen Throns und seiner Herrschaft über die sieben Königreiche im mittelalterlichen Westeros. Sein Königreich befindet sich in Aufruhr, denn sein Vertrauter Jon Arryn wurde ermordet. Daher ruft der König seinen besten Freund Ned Stark zur Hilfe. Damit beginnen die Intrigen und Machtkämpfe von neun Familien um die verschiedenen Throne des Landes.

Wie ich lernte Game of Thrones zu hassen.

„Wann wird es denn endlich wieder Sommer? Ich hasse Schnee!“

Im tiefen Winter 2011 verbrachten drei Freunde ihren Freitagabend damit, playstation zu spielen. Zu später Stunde schlug einer von ihnen vor, diese krasse, neue Serie – die sein älterer Bruder ihm empfohlen hat – zu schauen. So kam es, dass sich die Drei die allererste Folge Game of Thrones ansahen. Zwei davon waren nach dem Abspann dem Bann verfallen und folgten von nun an den Geschehnissen auf Westeros weiter. Einen ließ der banale Mix aus Dungeons & Dragons und einem Playboy Magazin ziemlich kalt: Mich.

Dies ist meine erste und auch schon letzte Begegnung mit Ned Stark und Co gewesen. Die Serie ist technisch auf höchstem Niveau produziert, das lässt sich nicht abstreiten. Was mich aber insbesondere an der Pilotfolge stört: Es gab nichts Gutes oder Erbauendes, stattdessen enthielt die Folge seltsame Kinderzombies, Verstümmelungen, einen barbarischen Kindermord und Inzest.

Um die Zuschauer bei der Stange zu halten, bedienen sich die Macher von Game of Thrones billiger Tricks: Sex, Gewalt und Monster. Ich habe die Buchvorlage nicht gelesen (warum auch?), aber ich habe erfahren, dass sich in den Büchern nicht mehr als eine Seite dem Thema Sex widmet – und die Bücher haben über 700 Seiten.

„Vielleicht, lesen wir doch lieber nochmal nach!“

Die Serie ist alles andere als spannungsgeladen. Ich finde sie öde. Blut, viel Blut und ein Techtelmechtel zwischen Brüdern und Schwestern gab es schon in der Bibel einige hundert Jahre zuvor. Und wann wurden Drachen eigentlich cool? Ich muss bei einem Drachen an Tabaluga denken, daher wirken die Kreaturen auf mich weniger furchteinflössend als beabsichtigt.

Drachenzähmen leicht gemacht 3?

Vielleicht täten die Macher gut daran, die Motivationen der Charaktere auszubauen. Warum rivalisieren sich denn die sieben Königreiche um die Vorherrschaft über den Eisernen Thron überhaupt? Stattdessen bekommt der Zuschauer erneut eine Sexszene präsentiert.

In der Regel gebe ich einer Serie noch eine Chance und schaue mir zwei oder drei weitere Episoden an, aber hier war mir dann der Hype auch schon zuviel. Fans, für die der Begriff Spoiler Alarm überhaupt eingeführt wurde, brauche ich nicht. Bleibt dem Internet doch einfach fern (zusammen mit den Walking Dead Fans).

Begleiterscheinungen einer großen Fangemeinde sind, dass das Gesehene sofort oder während der Ausstrahlung auf den Sozialen Kanälen kommentiert werden muss. Scheinbar gab es dann kürzlich auch nichts Wichtigeres, als den Gastauftritt des irischen Popstars Ed Sheeran zu vermelden.

Von ebendiesen Leuten erntet man dann verständnislose Blicke, wenn man zugibt, Game of Thrones nicht zu schauen. Schließlich sieht sich doch jeder diese Serie an. Wenn es nach den Zuschauerzahlen gehen würde, dann müsste ich mir auch GZSZ ansehen.

Ich bin jedenfalls froh, wenn am 27. August der Vorhang für Staffel 7 fällt. Nach Staffel 8 schließt die Serie dann komplett ab. Wer weiß aber, welche Spin-Offs und Prequels mich noch erwarten.

Was haltet ihr davon? Seid ihr auch dem Wahn verfallen oder interessiert euch der Machtkampf um den Eisernen Thron genauso wenig?

Bilder: Sky

36 Kommentare

  • Ich habe aufgehört die Serie zu schauen, geht mir alles au die Nerven, die Brutalität darin aber auch der ganze Hype darum. Man hört nur noch GoT und die Menschen giften sich in den Foren deswegen sogar massiv an, bezüglich ihrer Lieblingscharaktere oder weil andere einfach nur Kritik üben. Mit dieser Serie verliert der Mensch das wenige menschliche was er noch hat. Was ich aber mit am schlimmsten finde, das viele neue Serien jetzt kaum oder keine Chance mehr haben, weil die GoT Lieblinge in den neuen Serien genau dieses blutige, wahnsinnige Gemetzel suchen und nicht finden. Serien ab jetzt mit GoT vergleichen und diese dann gleich als langweilig und öde abstempeln. So manche neue Serie wurde jetzt schon eingestampft, nicht fortgeführt, da die Quoten zu gering sind. Die meisten fanden die rote Hochzeit, Schlacht der Bastarde, Verstümmlung von Theon mit dem psychopathischem Ramsay episch, geil, der absolute Hammer. Oder jetzt mit diesem ebenso bekloppten Euron. Kriege, Gewalt und Sex, dass wollen die meisten heute wohl sehen und davon recht viel. Daran erkennt man wie die Menschen ticken und viele nicht nur eine dunkle Seite haben, sondern regelrecht eine schwarze Seele. Kein Wunder das die Welt ist wie sie ist. GRRM ist eigentlich gegen Gewalt, Krieg aber mit dieser Serie holt er genau das in den Menschen hervor, was diese sonst eher verbergen. es ist was anderes wenn man darüber nur in Büchern liest oder es direkt mittels Filmmaterial den Zuschauern vor Augen führt.



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