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Starbesetzung in hochwertiger Produktion

Review: Suspicion (Miniserie Apple TV+)

ACHTUNG: SPOILER !!
26. März 2022, 07:20 Uhr
SPOILER !!
Michael
26.03.22

Eines muss man Apple ja lassen – mit dem eigenen Video on Demand-Angebot Apple TV+ ist man nicht in den Streamingmarkt eingestiegen, um Netflix & Co. zu kopieren und so als nächster Konkurrent aufzusteigen. Das Angebot vergrößerte sich eher in homöopathischen Dosen – aber natürlich kommen nur Originale ins Portfolio. Die sollen dann bitte auch hochwertig produziert sein und starbesetzt – Apple TV+ glänzt also eher durch Qualität als durch Quantität, was mit Blick auf das inzwischen eher durchschnittliche Netflix-Angebot der goldene Weg in die Zukunft sein könnte.

So bietet es sich also an, sich für ein Review die Mini-Serie „Suspicion“ vorzunehmen, eine Adaption der israelischen Serie „False Flag“, wenn auch gänzlich neu erzählt und in einen aktuellen Kontext gesetzt. Acht Folgen, Mini-Serie, und – wie gesagt – hochwertig besetzt: Uma Thurman spielt die Medienkonzern-Chefin Katherine Newman, „The Big Bang Theory“-Star Kunal Nayyar spielt den Programmierer Aadesh Kapoor, der nach einem Trip nach New York verdächtigt wird, an der Entführung von Newmans Sohn Leo beteiligt zu sein. Ebenso verdächtig: die Hochschuldozentin Tara McAllister (gespielt von Marvel-Star Elizabeth Henstridge), die Finanzexpertin Natalie Thompson (gespielt von Georgina Campbell), der Student Eddie Walker (Tom Rhys Harries) und Sean Tilson (Elyes Gabel), der als Einziger wirklich verdächtig rüberkommt. Die anderen werden in ihrem ganz normalen Alltag von der Polizei geschnappt – während der Vorlesung, im Teppichgeschäft der Schwiegereltern, bei einer Party, bei der eigenen Hochzeit.

Suspicion basiert auf der isrealischen Serie „False Flag“

Was macht sie alle so verdächtig? Sie waren alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort in New York, als es zur Entführung kam, und sie waren alle nur für diese kurze Zeit dort, ehe sie in ihr normales Leben zurückkehrten. Mit der Entführung startet auch die Serie, man ist also gleich abgeholt und kann selber anfangen zu rätseln, was man da eigentlich gesehen hat. Erkennen kann man die Entführer nicht – sie tragen passenderweise Comicmasken mit Gesichtern des britischen Königshauses, mehr ist nicht zu entdecken. Die restliche Startfolge beschäftigt sich dann damit, die Verdächtigen einzusammeln, was mitunter schon eindringlich inszeniert ist und zu bemerkenswerten Momenten führt, wenn man bedenkt, dass Natalie bei ihrer eigenen Hochzeit verhaftet wird, oder Tara vor ihrer Studenten-Gruppe geschnappt wird.

Ab dann rätselt man – haben die Vier damit etwas zu tun oder nicht? Spielen sie eine Rolle, fliegen sie gleich auf? Der Trick ist, dass wir schnell erfahren, dass alle Vier immerhin irgendwie etwas mit dem Konzern von Katherine Newman zu tun haben – aber sind sie deswegen gleich die Entführer? Und welche Rolle spielt Sean, der seiner Festnahme entkommt und dem man als Einzigen wirklich eine Entführung zutraut? Nach den Verhören werden die anderen dann auch wieder freigelassen, werden aber dauerobserviert. Das soll in England ganz gut funktionieren dank der Kameraüberwachung, wobei mir das dann schon ein wenig zu dominant inszeniert wird. Und als dann Eddie als weiterer Verdächtiger dazukommt und die Verdächtigen sich dann tatsächlich zum ersten Mal selber treffen, bekommt die bis dahin perfekte Erzählung etwas Risse.

Das Zusammentreffen der Vier mit Sean auf einem Landsitz bildet dann so etwas wie den Wendepunkt aus meiner Sicht: Ab hier kann die Serie grandios zu Ene geführt werden – oder nur noch verlieren. Bedauerlicherweise geht’s eher in letztere Richtung. Uns Zuschauern wird offenbart, dass Eddie offensichtlich eingeschleust wurde, auf der anderen Seite enthält die Serie ab da auch ein paar handwerkliche Fehler, die das Serienerlebnis für den Zuschauer etwas trüben. Eine große Enttäuschung ist dann das Finale, das sich über die letzten beiden Folgen erstreckt. Es ist so eine typische Sache für eigentlich tolle Serienansätze, bei denen man bald merkt, dass die Serienerzähler plötzlich irgendwie zügig zu einem Ende kommen müssen und sie sich offensichtlich deswegen ein paar Schnitzer erlauben.

Beispiele? Eddie telefoniert auf einer öffentlichen Toilette mit der britischen Polizei, fliegt natürlich auf. Natalie wird als Einzige nicht von Sean auf Waffen oder Telefone gecheckt – hat natürlich eine Waffe dabei. Und warum wird sie am Ende als Einzige geschnappt? Dann Sean, der im Laufe der Serie mehrmals die Seiten zu wechseln scheint, nur um an sein Geld zu kommen. Am Ende fährt er mit einer Million mehr nach Hause und ist glücklich – irgendwie zu einfach und zu platt, da war mehr Potenzial. Und schon vorher: Dass er beim Showdown auftaucht, war zu erwarten, dass Leo seine Entführung selbst inszeniert hat – ebenso. Und dass einer der Verdächtigen auch tatsächlich mit drinsteckt, war ebenfalls klar. Was ist mit den wahren Entführungshelfern? Sie verlassen irgendwann die Bühne, man erfährt nichts über sie – verschenktes Potenzial. Am Ende bekommen die Autoren das alles aber nicht mehr vernünftig sortiert und erzählt. Die Auflösung diffus, das Geständnis wenig spektakulär, die Beweggründe deutlich kleiner, als alles inszeniert wurde, dazu eine demonstrierende Masse, die in der Realität meiner Ansicht nach niemals für die Gründe aus der Serie so einen Aufwand betreiben würde – das letzte Drittel der kurzen Serie enttäuscht schon ziemlich und macht den sehr guten Eindruck aus dem Auftakt zunichte. Da hilft dann auch Prominenz wie Uma Thurman nicht mehr.

Bilder: Apple

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Ein Kommentar

  • Kurz zusammengefasst … die Serie nimmt von Folge zu Folge ab.
    Ich denke nur der Wunsch, das Ende (genau) zu erfahren, hat den Zuschauer bei der Stange gehalten.



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