I have a use for you.

Recap: Taboo S01E05-E07 – … it’s war!

24.02.17 16:20
DramaReviewTaboo
SPOILER !!
Tobias
24.02.17

Für den kommenden Samstagabend erwarte ich ein spannendes und unterhaltsames Ende der 1. Staffel von „Taboo“ mit Tom Hardy. Ich hatte aufgrund my so called life und der wunderbaren Serie „Apple Tree Yard“ ein wenig die Lust an „Taboo“ verloren, also Lust im Sinne von muss ich sofort schauen. Aber natürlich wollte ich schon wissen, wie es weiter geht mit James Delaney und seinen Geistern.

So habe ich an zwei Abenden die zwischenzeitlichen Episoden 5 bis 7 durchgeschaut und musste dabei bemerken, dass sich „Taboo“ hervorragend für einen kleinen Folgen“marathon“ eignet. Keine Spur von Langeweile oder irgendwelche Längen. Die Spannung bleibt eigentlich die ganze Zeit auf einem guten Niveau und auch das Genuschel von Tom Hardy wird in der zweiten Stunden besser verständlich.

Solltet ihr „Taboo“ also mal zu Gesicht bekommen, vielleicht in vier Doppelpacks schauen. Okay, dann ab ins Getümmel.

Das Duell

Die vierte Episode hatte einen schönen Cliffhanger und einen angetrunkenen Thorne Geary, der seinen Schwager James Delaney zum Duell im Morgengrauen herausforderte. Vor versammelter Partygesellschaft. Da kann man dann natürlich nicht mehr kneifen. So sieht man dann auch die Duell-Gesellschaft wie sie sich in einem moorigen Flussgebiet trifft und die beiden Duellanten mitsamt ihrer Sekundanten auf eine kleine Insel überschiffen.

Dort angekommen werden die Regeln erklärt – eigentlich nur bis zum ersten Blutstropfen, Thorne besteht aber auf bis zum Tod – und beide Duellanten gehen auf ihre Startpositionen. Das weiße Taschentuch fällt zu Boden und Beide schreiten aufeinander zu. Jeder hat nur einen Schuss. Jeder kann schießen, wann er mag. Und Thorne schießt als Erstes.

Volltreffer. Mitten ins Herz. Serie zu Ende? Nein, natürlich nicht. James Delaney schaut etwas irritiert und wischt sich den Pulverstaub vom Mantel und geht ruhigen Schrittes auf seinen Schwager zu, beide treffen sich in der Mitte und Thorne hat nun die Muskete Delaneys im Gesicht.

Macht James nun seine Schwester zur Witwe? Nein, natürlich nicht. Auf den wenigen Metern bis zu seinem Schwager stellt James Sherlock Delaney einige Überlegungen an und überrascht Thorne mit dem Ergebnis seiner Deduktion, dass da wohl sein Sekundant seinen Tod wolle. Warum sonst sollte er die Kugel aus Thornes Waffe entfernt haben.

Und wie zum Beweis versucht der Sekundant zu fliehen aber auch James weiß mit der Handschusswaffe umzugehen. Wie wir dann erfahren, steckte natürlich die ehrenhafte East India Company dahinter. Dieses Mal aber wohl mit anderen Hintergedanken als den sonst üblichen.

Der Exorzismus

Zilpha selbst hat allerdings nicht wirklich etwas zu feiern als ihr Ehemann betröppelt und niedergeschlagen nach Hause kommt. Thorne ist zudem Nachts Zeuge, wie Zilpha von ihrem Bruder in ihren Gedanken heimgesucht wird. Neben der Tatsache, dass er mit Handkantenschlägen versucht, den Teufel aus seiner Frau herauszuprügeln bestellt er für den nächsten Abend einen Priester.

Denn wen sich ein Personal mit Teufelsaustreibung auskennt, dann das Personal Gottes auf Erden. So findet sich Zilpha etwas später und gegen ihren Willen liegend auf dem Boden, um sie herum brennende Kerzen und einen dicklichen Priester über sich der endlich mal Frauenbrüste anfassen darf.

Am nächsten Morgen scheint Zilpha auch irgendwie erleichtert zu sein von schwerer Last, damit meine ich nicht den Priester, möglicherweise hatte der Exorzismus ja doch Erfolg?

Das Gunpowder Happening

James Delaney hat in der Zwischenzeit seine geschäftlichen Beziehungen zu den Amerikanern ausgebaut. Wenn auch unter Androhung der Enttarnung. So kommt es, dass James Delaneys Chemiker Überstunden schieben muss und nicht nur das, sie müssen, um die geforderte Menge Schießpulver in der kurzen Zeit herstellen zu können, eine risikoreichere Variante der Herstellung nutzen. Unter ständigen Rumrühren. Aber sie schaffen es, natürlich, und sie können das Schießpulver auch termingerecht liefern.

Wer also auf eine Explosion gehofft hatte, der wurde hier enttäuscht. Allerdings explodiert dann doch noch was: das Schiff von James Delaney. Ein lieber Gruß der East India.

… it´s war!

Ab diesem Moment wird´s echt eng für James Delaney. Seine Pläne scheinen durchkreuzt, Verbündete wenden sich nach und nach gegen ihn und verraten ihn und seinen Salpeterraub an die East India Company. Und die weiß gar nicht wohin mit ihrem Glück. Man meldet den Verrat an die Krone – und erhält daraufhin die britischen Handelsrechte an der Route Amerika/China. Auch die Krone ist erfreut, denn bei einem überführten Verräter fallen seine sämtlichen Besitztümer (Nootka Sound!) an die britische Krone. James Delaney wird schon kurze Zeit später in den Tower of London gesperrt. Man braucht also nur noch ein Geständnis.

So endet die siebte Folge damit, dass wir überwiegend einen Geschmack der Foltermethoden der damaligen Zeit bekommen und zur selben Erkenntnis gelangen wie die Peiniger: James Delaney scheint auf Schmerz zu stehen. Und da waren schon ein paar heftige Szenen dabei. Wer also auf Folterdarstellungen steht, der kann sich auf die siebte Folge freuen.

Aber James bleibt in seiner Rüstung eisern (höhö) und die Stunden vergehen. Am Ende gibt die Krone nach 12 Stunden nach und erfüllt ihm seinen Wunsch, als Gegenleistung nennt er Namen und Orte. Sein Wunsch ist übrigens ein Treffen mit Sir Stuart Strange, dem Präsidenten der East India Company.

So kommt es, dass es zu einer sehr guten finalen Szene kommt, zu einem sehr guten Cliffhanger auf die letzte Folge. Delaney sitzt in seiner Zelle an einem Tisch und schreibt wahrscheinlich gerade die Namen seiner Freunde auf, die schon längst über alle Berge sind (was Delaney natürlich weiß und mit geplant hat). Strange betritt die Zelle und wundert sich über den außergewöhnlichen Wunsch. Er fragt Delaney, was er hier solle.

Und James Delaney begrüßt Sir Stuart Strange mit den Worten I have a use for you. Der eigentliche Plan des James Delaney ging wohl auf und wir dürfen gespannt sein, welches Finale sich die erste Staffel vorgenommen hat.

Meinung

In den letzten drei Folgen ist einiges passiert. Und wir haben mehr über die Vergangenheit von James Delaney erfahren. So kennen wir nun seine Schuld am Untergang eines Sklavenschiffes, seine Verbindung zu Sir Stuart Strange. Und wir wissen nun, wer seinen Vater vergiftet hat: der Gärtner. Kein Scherz, denn ich denke, dass sich Brace (der Haus- und Hofmeister der Delaneys) auch um den Garten kümmert. Allerdings wollte er seinen Herren vom irdischen Leben und der Pein bewahren und einen ehrenvollen Tod bescheren. James scheint nicht wirklich aufgebracht.

Was James aber wirklich verunsichert, ist die Geschichte, die ihm Brace erzählt. Denn kurz nach seiner Geburt, seine Mutter war schon voll in ihrer Geisterwelt, wollte ihn diese ertränken. Nur dem Einsatz seines Vaters ist es zu verdanken, dass er noch am Leben ist. Seine Mutter wurde daraufhin in eine Klinik eingewiesen, die sie dann nie wieder verlassen hat.

Im Mittelteil der ersten Staffel verliert sich wie gesagt ein wenig die Geisterebene der Serie, die am Ende aber wieder etwas mehr an Gewicht erhält. Wobei man den Eindruck bekommt, das Delaney auch gerade nicht weiß was er von seinen Wahnvorstellungen halten soll. Hat er seine Kräfte noch im Griff oder ziehen in diese immer mehr in den Wahnsinn?

Woher das alles kommt und was es damit auf sich hat, weiß man aber immer noch nicht. Aber scheinbar ist die Verbindung zwischen ihn und Zilpha weiterhin gegeben. Denn Zilpha ermordet ihren Ehemann um kurz nach dem Begräbnis mit ihrem Bruder das Ehebett zu teilen. Allerdings bricht James den Liebesakt ab, geplagt von wirren Erscheinungen seines Vaters und seiner Mutter.

Aber sind wir doch mal ehrlich, wer könnte da schon seinen Mann stehen, wenn man dauernd an seine Eltern denken muss?

Ansonsten haben es die Verantwortlichen im Mittelpart der Staffel geschafft, die Geschichte sinnvoll weiterzuerzählen und nach und nach die Schlinge aus britischer Krone und East India Company um James Delaneys dreckigen Hals enger zu ziehen. Aber all dies scheint Delaney vorhergesehen zu haben. Aber kann er dies alles vorhergehen zu haben? Und warum muss der Held immer einen Schritt weiter sein als seine Häscher?

Was sie aber ganz gut hinbekommen haben, ist, dass man schon das Gefühl hatte, dass es eng für Delaney wird. Angst um seine Person hatte man zwar nie aber zumindest sah man den Helden ein wenig straucheln und für kurze Zeit ahnungslos, wie es weitergehen könnte. Der Verlust seines Schiffes und damit seiner Idee scheint ihm wirklich nahe gegangen zu sein. Und damit scheint er nicht gerechnet zu haben.

Und Tom Hardy weiß sehr gut, wie er dies als James Delaney verkaufen soll. Hut ab!

Wer mir aber weiterhin nicht so gefällt, sind zum Einen Mark Gatiss als König George IV. und zum Anderen Franka Potente als Helga. Bei Potente liegt es neben ihrem für mich nicht ausreichendem Schauspiel vor allem an ihrem deutschen Akzent. Natürlich spielt sie eine deutschstämmige Puffmutter, also konkludent ist das schon aber dennoch passt sie für mich nicht in das Wirrwarr der britischen Akzente und Grunzlaute. Man hätte hier auch eine britische Schauspielerin nehmen können, dass die Puffmutter aus Deutschland stammen muss, sehe ich nicht. Warum dann also Franka Potente? Oder war es nur für den Wortwitz ihres Namens? Helga von Hinten – kein Joke!

Bei Mark Gatiss ist es etwas anders. Die Figur des Georg IV. stand zwar zu damaligen Zeit im Fokus der Karikaturisten, dass er aber so naiv und dämlich war, wie ihn Mark Gatiss aus meiner Sicht darstellt, glaube ich nicht, passt auch nicht so recht in die Szenerie. Der König spielt hier eh nur eine Randfigur. Mich stört diese Figur irgendwie.

Worauf ich nun im Finale sehr gespannt bin, ist natürlich die Antwort auf die Frage, woraus der Plan des James Delaney besteht und welche Rolle Sir Stuart Strange darin spielen soll. Und mit Jonathan Pryce haben wir nun auch wieder den zweiten herausragenden Schauspieler der Serie im Mittelpunkt der Action, er hatte sich in den letzten Folgen etwas rar gemacht. Seine Anwesenheit und seine nun wohl aktive Rolle im Plan von Delaney kann dem Finale nur gut zu Gesicht stehen.

Bilder: BBC

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