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Das Ende, ihr F*tzen!?

Review: „The Boys“ – Staffel 5

21. Mai 2026, 12:21 Uhr

In der finalen Staffel von „The Boys“ erhebt sich Homelander endgültig zum gottgleichen Anführer und versucht die USA mit Hilfe von Angst und religiösen Motiven vollständig unter seine Kontrolle zu bringen. Während die Welt zunehmend im Chaos versinkt, kämpfen Butcher und seine Leute gegen die Supes. Doch sind sie wirklich die Guten oder kaum besser als die Monster, die sie bekämpfen?

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Auch in der letzten Staffel bleibt die Serie bis zum Schluss gewohnt bissig, brutal und politisch unkorrekt. Dabei handeln fast alle Figuren in den acht Folgen irgendwann egoistisch, grausam oder rücksichtslos. Und genau das macht diese Staffel stellenweise schwer erträglich. Allen voran Homelander. Antony Starr spielt ihn in dieser letzten Staffel nicht mehr als zwiespältigen Superhelden, sondern als absoluten Irren mit Gottkomplex. Er will nicht mehr nur Macht, sondern echte Verehrung. Dafür arbeitet Homelander mit allerlei religiöser Symbolik. Er lässt sich als Erlöser feiern, bekommt eine eigene Kirche und sogar eine Gospel-Nummer von Supes-Prediger Oh-Father (Daveed Diggs). In der vorletzten Folge tanzen sexy Engel auf der Bühne, Jesus wird verspottet und Homelander lässt sich als Gottheit feiern. Die Serie meint das als Satire auf religiösen Nationalismus und Personenkult und eigentlich sollte das schockieren. Das Problem ist nur, dass die Realität inzwischen oft ähnlich absurd ist. Wenn sich beispielsweise echte Politiker mit Jesus-Motiven inszenieren oder religiöse Rhetorik für politische Mobilisierung missbrauchen. Die Realität wirkt kaum noch parodierbar.

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Trotzdem funktionieren viele dieser Szenen hervorragend, da sie Homelander nicht als starken Diktator, sondern als zutiefst kaputten Menschen zeigen. Besonders die Szenen mit Soldier Boy (Jensen Ackles) gehören zu den besten der Staffel. Homelander sehnt sich verzweifelt nach der Anerkennung seines Vaters, plant Freizeitparks voller nationalistischer Motive und versucht, sich eine Familiengeschichte zurechtzulegen. Doch Soldier Boy durchschaut ihn vollkommen. Wenn dieser Homelander nicht als Gott anerkennt, trifft ihn das härter als jede Waffe. Dass Homelander Soldier Boy daraufhin wieder einfriert, zeigt perfekt, wie er funktioniert. Er will Liebe, ist aber nur zu Kontrolle fähig.

„Haltet bloß die Klappe, andernfalls mache ich euch fertig.“ – Billy Butcher

Generell bleibt die Staffel bei ihrer Figurenzeichnung sehr konsequent. Billy Butcher (Karl Urban) bleibt bis zum Schluss ein Killer mit Gewissen, der sich einredet irgendwann wieder „normal” werden zu können. Doch spätestens nach dem Tod seines Hundes Terror kippt endgültig etwas in ihm. Seine Gespräche mit Joe Kessler (Jeffrey Dean Morgan) zeigen, dass der Hass längst sein eigentlicher Antrieb geworden ist. Umso stärker wirkt dann das Finale zwischen Butcher und Hughie (Jack Quaid). Dass ausgerechnet der emotionale Hughie derjenige bleibt, der noch an das Gute glaubt, passt perfekt zur ersten Staffel. Schon damals war er der moralische Gegenpol zu Butcher. Die Serie schließt hier sauber den Kreis. Damals zog Butcher Hughie in diesen Krieg hinein, jetzt ist Hughie derjenige, der ihn beendet. Überhaupt arbeitet die fünfte Staffel immer wieder mit Spiegelungen zur ersten Folge. Hughie und Annie stehen am Ende wieder an einer Straßenkante, wie einst Hughie und seine damalige Freundin Robin ganz am Anfang. Doch diesmal endet es nicht mit einem Trauma, sondern mit einer hoffnungsvollen Zukunft.

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Was ich zuletzt eher lästig fand, war die ständige Gewalteskalation. Natürlich war die Serie schon immer brutal, aber in Staffel 5 wird es teilweise übertrieben. Ständig werden Schädel zerdrückt, Menschen explodieren, Körper werden zerfetzt und Gesichter eingeschlagen. Dadurch droht die Gewalt irgendwann ihren Effekt zu verlieren, weil immer noch eine Schippe draufgelegt werden muss. Der Tod von Frenchie (Tomer Capone) in der vorletzten Folge funktioniert dagegen gerade deshalb so gut, weil er ruhig und tragisch inszeniert ist. Sein Opfer hat dadurch Gewicht. Man spürt auch Kimikos (Karen Fukuhara) Schmerz. Wenn dann das Lied „Dream a Little Dream of Me” von The Mamas and The Papas anläuft, gehört dies zu den emotional stärksten Momenten der gesamten Staffel. Gleichzeitig bleiben alle alle Figuren irgendwie abgefuckt. MM (Laz Alonso) verliert beinahe seine Familie und seine Moral. Annie (Erin Moriarty) kämpft mit völliger Hoffnungslosigkeit. Ashley (Colby Minifie) verrät jeden, nur um weiterzukommen und The Deep (Chace Crawford) endet als lächerliche Witzfigur, die weder an Land noch im Wasser akzeptiert wird.

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Schade ist auch, wie mit den „Gen V“-Charakteren in der Staffel umgegangen wird. Die Hauptfiguren Marie (Jaz Sinclair), Jordan (London Thor) und Emma (Lizze Broadway) kommen nur am Rande vor. Dadurch wirkt dieser Handlungsstrang, als wäre er nur halb erzählt. Trotz einzelner Kritikpunkte hinterlässt das Ende aber ein Gefühl von Genugtuung. Nicht, weil plötzlich alles gut wäre, sondern weil Figuren wie Homelander keinen heldenhaften Abgang bekommen. Er stirbt nicht als Gott, sondern als jämmerlicher Mensch, der plötzlich um sein Leben bettelt. Und so wird klar, dass nicht die Superkräfte jemanden groß machen, sondern die Menschen.

Fazit

Die letzte Staffel von „The Boys“ bietet einen konsequent brutalen und manchmal kaum zu ertragenden Abschluss. Trotz der überdrehten Gewalt und der stumpfer gewordenen Satire endet sie aber überraschend befriedigend.

Bilder: Amazon Prime Video

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Donnerstag, 21. Mai 2026, 12:21 Uhr
ReviewThe Boys
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Ein Kommentar

  • Ich hatte mir mehr erhofft. Gab ein paar gute Momente, aber insgesamt die mutmaßlich schwächste Staffel. Und obwohl das Finale nicht total verkackt wurde, hätte ich mir insgeheim was anderes gewünscht. Bei „The Boys“ hätte ein komplett schief laufender Clusterfuck irgendwie besser gepasst. Wann hat endlich mal eine Serie die Eier, kein Happy End zu bringen?!

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