Abgedrehte Comedy um die Suche nach der Liebe

Serien-Tipp: Man Seeking Woman

Spoilerfrei
Maik
14.02.16

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Vor einer Weile bin ich bei den Blogrebellen über die Serie „Man Seeking Woman“ gestolpert. Anfang letzten Jahres startete das Format auf FXX, die zweite Staffel läuft gerade. Dabei ist „Man Seeking Woman“ alles andere als die normale Romantic-Comedy, eher ein abgedrehter Analogie-Galopp, der das Thema Liebe auf seine ganz eigene Art und Weise aufbereitet. Nachdem die erste Folge mich etwas enttäuscht hatte, habe ich den Rest von Staffel 1 binnen weniger Tage verschlungen. Und ja – ich kann den Tipp durchaus weiter geben.

Darum geht es

Josh Greenberg ist ein Twen, der gerade aus einer langen Beziehung gekommen ist. Eine neue Frau soll her, DIE Liebe seines Lebens. Doch eigentlich ist Josh eher der schüchterne Loser, der so eingerostet ist, wie ein Fahrrad, das seit 1890 nicht geölt worden ist. Kleine Erfolge wechseln sich schematisch mit großen Demütigungen ab – er führt das harte Dating-Leben von Millionen Menschen da draußen.

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Doch das alles ist eigentlich total unwichtiger Hintergrund-Bullshit. Jede Folge widmet sich besonderen Aspekten der ewig währenden Suche nach der Liebe. Das Treffen einer fremden Person, die Telefonnummer, das Scheiben der ersten SMS, das unnatürlich Aneinander-Klammern in einer Beziehung, das Missachten des besten Freundes, und, und, und. Dabei werden eigentlich metaphorische Bilder ausgespielt. Das Blind Date ist plötzlich ein unter Brücken hausender Troll, der beste Freund wird wie ein Hund in ein Pflegeheim abgegeben und das Verfassen der idealen SMS wird Geheimrats-Sache.

Wunderbar durchgeknallte Analogien und Referenzen, die hier und da zwar einen Schritt zu weit gehen, aber insgesamt mit sehr schön-schrecklichem Humor aufwarten können. Hier mal der Trailer für einen ersten Eindruck.

Man Seeking Woman Trailer

Deshalb sollte man es schauen

Durchgeknallte Umsetzungen, die erstaunlich viel Wahrheit in sich tragen. Reale Dinge ins Surreale überzogen. Und am Ende dann doch die ein oder andere „Awww!“-Szene. „Man Seeking Woman“ hat alles, was eine Rom-Com nicht ausmacht. Dazu spielen vor allem Jay Baruchel (Josh) und Eric André (Buddy Mike) ihre Rollen überzeugend realistisch (Langweiler und aufgedrehter Partyhengst). Insgesamt wirkt alles wie ein ganz kleiner Kosmos, der wöchentlich durch Raum und Zeit reist, um die große Welt der Emotionen zu erklären. Nur ohne jeglichen Anspruch an Niveau und Bildungsauftrag.

Und nachdem man Brückentroll, Penismonster und Zeitreise-Unterwerfung durchstanden hat, will man vor allem eines: mehr.

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Wie gesagt, bisher habe ich die erste Staffel geschaut, daher basiert meine Bewertung auch auf den ersten zehn Episoden. Bemängeln könnte man etwas die fehlende Stringenz und das nicht wirklich zufrieden stellende Ende, dafür ist das Format eben ungemein abwechslungsreich und man kann in der Regel jede Folge einzeln sehen, ohne etwas von denen davor wissen zu müssen. Wer auf den Humor von Family Guy-Rückblenden, härteren UK-Serien oder spätpubertierender Großstädter steht, ist hier genau richtig. Alle anderen aber irgendwie auch.

Bilder: FXX

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