Batmans Butler schlägt zu

Serientipp: Pennyworth

Spoilerfrei
Susanne
21.10.19

Der Brite Alfred Pennyworth dürfte jedem Batman-Fan als loyaler Butler ein Begriff sein. Die Prequel-Serie „Pennyworth“ beleuchtet jetzt sein Leben, bevor er zum Bediensteten des weltberühmten Mitternachtsdetektiven wurde. In den Staaten ist die Serie bereits im Sommer an den Start gegangen, hierzulande können wir ab Freitag Alfred auf seinen aufregenden Einsätzen begleiten.

Darum geht’s

Angesiedelt im London der 1960er folgt die Serie dem jungen Alfie und seinen Gefährten auf seinem Weg eine eigene Sicherheitsfirma zu gründen. Dabei gerät er an den Unternehmer Thomas Wayne und Martha Kane – Batmans zukünftige Eltern. Thomas ist in London auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester, während Martha, eine Agentin der linken Gruppierung namens No Name League Alfred beauftragt ein Mitglied der faschistischen Raven Society zu finden. Dabei kommen beide einer großen Verschwörung auf die Spur – hinter verschlossenen Kammern bekriegt sich die Raven Society mit der No Name League. Beide versuchen die Regierung zu unterwandern.

Das ist so toll daran

Die düstere Crime-Serie aus dem „Gotham“-Universum setzt sowohl optisch, als auch inhaltlich neue Maßstäbe. Verantwortlich für diesen neuen und faszinierenden Blick auf den Batman-Mythos ist Drehbuchautor Bruno Heller und Produzent Danny Cannon, die bereits beide an „Gotham“ mitwirkten. Die Farben sind einheitlich in braun, beige und grün gehalten und verpassen der Serie einen unverkennbaren, opulenten Look.

Dass man sich bei den vielen Nebenfiguren aus dem Batman-Universum ausgerechnet für dessen Bediensteten entschieden hat, wirkt zunächst etwas seltsam, spätestens aber, wenn man Alfred-Darsteller Jack Bannon in Aktion erlebt, erkennt man das Potenzial des Stoffes. Alfie ist in der Serie noch weit davon entfernt ein nobler Butler zu werden, stattdessen zeigt sie einen ehemaligen Elite-Soldaten, der vom Krieg gezeichnet ist. Er hat nicht nur einen vernarbten Rücken, sondern leidet auch unter Albträumen, die ihn sogar tagsüber plagen. Die Location ist nicht minder spektakulär: Das London der 1960er in der Serie ist anders als man es aus Krimi-Serien jener Zeit kennt. Es handelt sich nämlich um ein alternatives und dystopisches London, indem beispielsweise noch öffentliche Hinrichtungen stattfinden und Zeppeline am Himmel zu sehen sind. Diese durchaus gewagte Mischung bietet aber einen gelungenen Rahmen für die düstere Handlung.

Batman Geschichten leben auch immer von den großartigen Antagonisten. Da der Großteil der Schurken aber noch nicht geboren ist, greifen die Macher der Serie auf die Nachkommen bekannter Figuren aus der Literatur, wie Jack the Ripper, zurück. Ebenfalls ein cleverer Kniff: Alfred scheint dafür verantwortlich zu sein, dass Batmans Eltern sich überhaupt begegnen. Damit ergibt sich für den späteren Verlauf eine ganz andere Verpflichtung und Beziehung gegenüber dem zukünftigen Waisen Bruce Wayne. Kleine Stellschrauben wie diese, sind es, an denen die Macher drehen, um die Serie selbst für Comic-Kenner interessant zu machen. Überraschend fällt auch die explizite Gewaltdarstellung aus, die einen in ein paar wenigen Szenen, wie ein Schlag ins Gesicht trifft. Diese unerwarteten Gewalteruptionen können als Kontrast zu den sonst eleganten Szenen, in den meist Männer im Anzug zu sehen sind, verstanden werden.

Bei der Musikauswahl hat man sich für alte Klassiker in neuem Gewand entschieden. Die Hits aus England der 1960er sind aus der Musiklandschaft heute nicht mehr wegzudenken. Für die Serie interpretieren neue Künstler einige bekannte Songs von Bands wie The Jam oder den Sängerinnen Sherley Bassey und Cilla Black. Nach beiden Letzteren sind sogar einzelne Episoden benannt worden. Laut Aussage von Bruno Heller entspringt ein großer Teil der Inspiration für diese Serie der Musik, die er während der Arbeit daran gehört hat.

Obwohl jeder weiß, dass am Ende Alfred der Butler wird, den wir alle aus den Comics und Batman Filmen kennen, bleibt es spannend zu sehen, wie sich der junge Held weiterentwickelt.

„Pennyworth“ ist ab dem 25.Oktober auf dem Amazon Channel Starzplay verfügbar. Starzplay kann 14 Tage gratis getestet werden, danach beläuft sich der monatliche Beitrag auf 4,99 €.

Bilder: STARZPLAY

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