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Die beliebtesten Sendungen und Formate

Über 80 Prozent der Deutschen haben 2023 Inhalte gestreamt

Spoilerfrei
8. Januar 2024, 20:15 Uhr
Spoilerfrei
Michael
08.01.24

OK, die Zahl hätte ich so nicht erwartet: Laut der AGF TV-Bilanz 2023 hatten im vergangenen Jahr insgesamt 64,227 Mio. Personen mindestens einmal Kontakt mit einem Streamingangebot der Publisher, das entspricht 81,4 Prozent der Bevölkerung. Auch die durchschnittliche Sehdauer steigerte sich um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt 2023 bei durchschnittlich 5 Minuten pro Tag (2022: 4 Min.), sowohl bei den Zuschauenden ab 3 Jahren als auch bei den 14- bis 49-Jährigen.

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Auch das lineare Fernsehen ist weiterhin (überraschend) stark: Im Jahr 2023 haben täglich 61,5 Prozent der Zuschauenden ab 3 Jahre, bzw. 47,087 Mio., für unterschiedlichste Inhalte der Programmanbieter eingeschaltet, das sind im Vergleich zum Vorjahr 2,6 Prozentpunkte weniger. Die tägliche TV-Nutzung lag 2023 bei den Personen ab 3 Jahren bei 182 Minuten (2022: 195 Min.), bei den 14- bis 49-Jährigen bei 87 Minuten (2022: 101 Min.) und damit jeweils niedriger als im Vorjahr.

Unterhaltungssendungen und fiktionale Formate gefragt

„Damit verstetigt sich der Trend der Vorjahre: Das lineare Fernsehen hat bei tagesaktuellen Informationen und Formaten mit ausgeprägtem Live-Charakter nach wie vor eine starke Position, auch wenn im Jahr 2023 keine Sport-Großevents mit erfolgreicher deutscher Beteiligung stattfanden und sich dies, neben allen anderen Effekten, auch in den Daten widerspiegelt,“ erklärt Kerstin Niederauer-Kopf, CEO der AGF Videoforschung. „Angesichts des medialen Überangebots sind dies immer noch beachtliche Nutzungsanteile. Der Mensch hat letztlich kein unendliches Medienzeitbudget und dieses verteilt sich aufgrund der immer stärker fortschreitenden intra- und intermedialen Fragmentierung mittlerweile auf mehrere Mediengattungen und auch Angebotsformen,“ erläutert Niederauer-Kopf.

So bewegt sich der Nutzungsanteil von Informationsangeboten wie Nachrichten, Magazinen, Reportagen und Dokumentationen sowie Talks im Jahr 2023 mit 34 Prozent leicht unter dem Vorjahresniveau (2022: 36%), da die Genres Nachrichten und Reportagen jeweils einen Prozentpunkt verlieren. Demgegenüber steigen die relativen Nutzungsanteile für Unterhaltungssendungen und fiktionale Formate um circa 2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt rund 60 Prozent. Sportübertragungen und -sendungen bleiben mit etwa 6 Prozent auf gleichbleibendem Niveau.

TOP 5: Die erfolgreichsten TV-Formate des Jahres 2023

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Der Blick auf die erfolgreichsten TV-Formate des Jahres 2023 zeichnet ein weitgehend stabiles Bild: Das Jahr 2023 war kein ‚klassisches Sportjahr‘, Sport-Großevents und damit Zuschauermagnete wie die Olympischen Spiele, oder auch die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft der Männer fanden in den saisonal bedingt ohnehin schwächeren Sommermonaten nicht statt. Als erfolgreichstes TV-Format setzt sich der „Tatort: MagicMom“ im Ersten mit durchschnittlich 13,928 Mio. Zuschauern ab 3 Jahren an die Spitze, was einem Marktanteil von 40,5 Prozent entspricht. Die Abschiedsvorstellung von Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass..?“ bescherte dem ZDF im Gesamtpublikum eine beachtliche durchschnittliche Sehbeteiligung von 12,892 Mio. Personen (45,8% MA) und damit Rang 2. Mit einer Sehbeteiligung von 11,613 Mio. (37,7% MA) platziert sich der Münster-Tatort „Der Mann, der in den Dschungel fiel“ auf Rang 3. Nachfolgend finden sich unter den TOP 5 wie erwartet Fußballspiele – seit einigen Jahren auch die Spiele der Frauen-Nationalmannschaft, deren frühzeitiges WM-Aus sehr wahrscheinlich dafür sorgte, dass die nachfolgenden Spielbegegnungen ohne deutsche Beteiligung an Attraktivität verloren. Das zweite Gruppenspiel der Frauen-Nationalmannschaft gegen Kolumbien sahen sich 10,374 Mio. Personen an, dies entspricht einem Marktanteil von 61,3 Prozent. Nur knapp dahinter folgt das Länderspiel Deutschland – Frankreich der Herren mit einer durchschnittlichen Sehbeteiligung von 10,369 Mio. Zuschauenden und einem Marktanteil von 42,2 Prozent. Erfolgreich war übrigens auch eine Sendung am letzten Tag des Jahres: Seit 1972 wird „Dinner for One“ nur noch Silvester auf den Sendern der ARD ausgestrahlt und gehört seitdem für viele zum letzten Abend des Jahres wie Feuerwerk und Bleigießen. Im Jubiläumsjahr 2023 haben am Silvesterabend 14,213 Mio. Personen mindestens einmal für eine Minute in eine Ausstrahlung von „Dinner for One“ geschaltet.

AGF: Datenerhebung läuft 2024 anders

2024 wird die AGF seine Datenerhebung verändern: Die veränderten Nutzungsgewohnheiten und neue Angebotsformen machten es laut AGF notwendig, am 1. Januar 2024 flächendeckend auf den bereits bestehenden Markstandard Bewegtbild umzustellen. Dies betrifft auch die klassischen TV-Analysen. Mit dieser Umstellung werden die endgültigen TV-Daten zuzüglich des inhaltsgleichen 24/7-Livestreams 8 Tage nach der linearen Ausstrahlung gesamthaft ausgewiesen. Ein Vergleich der Auswertung von Formaten in beiden Standards zeigt eine Tendenz: „Bei sportlichen Großereignissen oder Shows fiebert man gerne live mit, nicht zuletzt, um auf dem aktuellen Stand zu sein. Neue Distributionswege und Kanäle machen es nahezu jederzeit möglich, den Content ‚live‘ über ein mobiles Endgerät mitzuerleben. Auch wenn der Big Screen nach wie vor der relevanteste Bildschirm ist, so zeigt die zusätzliche Nutzung durch den 24/7-Livestream gerade bei Sportevents, dass diese Nutzungsform durch den Aktualitätsbezug an Relevanz gewinnt“, erläutert Niederauer-Kopf.

Bilder: AGF / bing

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2 Kommentare

  • Leider findet man keine genauen Angaben dazu, welche Publisher von Streaming-Angeboten in der Datenerhebung berücksichtigt wurden. Wurde z.B. Youtube ganz oder teilweise mit einbezogen (TV-Angebote der öffentlich rechtlichen Sender findet man ja auch dort)? Zählen Twitch und vergleichbare Streaming-Plattformen mit dazu? Der Streamer Gronkh musste immerhin eine Rundfunklizenz beantragen. Weißt du da vielleicht mehr? Denn es wäre ja weder uninteressant, noch unwichtig zu erfahren, welchen Stellenwert die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten in den Streaming-Gewohnheiten der deutschen Zuschauer haben. Besonders, wenn ein so hoher Anteil der Gesamtbevölkerung regelmäßig Videostreams schaut und der Rundfunkbeitrag nicht optional ist.

    • Das kommuniziert die AGF leider nicht offen, zumal das auch noch ein Dienstleister (Nielsen) für sie übernimmt. Aber da hake ich nochmal nach, was/wer da genau gemessen wird.


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