Walulis rechnet ab mit der Billigmasche

Was ist nur aus ProSieben geworden…?

Spoilerfrei
Maik
28.02.18

ProSieben – einst der innovative Unterhaltungssender für die junge Masse, jetzt der Wiederholungslieferant für Liebhaber billiger US-Sitcoms. Klar, wirklich Feuilleton war das nie unbedingt, aber zumindest hatte der Sender aus Süddeutschland vor einigen Jahren noch so einiges mehr (vor allem Eigenes) zu bieten. Wie es um den Qualitäts-Verfall von ProSieben steht, zeichnet der fernsehende Walulis in seiner aktuellen „WALULYSE“ ganz gekonnt nach. Und die Moral von der Geschicht: Hauptsache Geld! „Damals“ war der Sender doch tatsächlich der erste, der beim Anschalten meines Fernsehers zum Vorschein kam…

„ProSieben und Sat.1 hatten in den 2000ern alles, was deutsche Fernsehunterhaltung ausgemacht hat. Bullyparade, Stromberg, TV Total, Hausmeister Krause, Harald Schmidt und und und… Doch sind beide Sender in der Mittelmäßigkeit versunken. Wie konnte es soweit kommen? Legt es vielleicht daran, dass ProSieben und Sat.1 gar keine Lust mehr auf TV haben, sondern dort lieber andere Marken pushen wie z.B. Verivox, Amorelie, Flaconi, die zufällig auch alle zum Konzern gehören.“

Am Ende muss man sich da aber natürlich auch als Zuschauer hinterfragen. Denn aus Gründen funktioniert die tagesfüllende Wiederholungsmasche ja (noch). Die Leute sind nicht satt, haben scheinbar noch immer nicht jede TBBT-Folge siebenfach gesehen oder finden „Mike & Molly“ tatsächlich lustig. Und so lange das TV-Volk es eben so möchte und einschaltet, hat der Sender alle Argumente auf seiner Seite. Wieso teuer selbst produzieren, wenn Neues die Zuschauer nur überfordert? Die wollen das doch gar nicht. Klauen wir doch lieber ein durchgestartetes Konkurrenzformat und machen es in langatmiger (mehr Werbepausen!) Klamauk-Variante vor (gelangweiltem) Studiopublikum – das wäre doch die Idee des Jahres! Okay, ich drifte ab…

via: webtapete

5 Kommentare

  • Sehr schöne Analyse von Philipp Walulis, dessen Format ja auch eine bemerkenswerte Leidensgeschichte hinter sich hat. Das es jetzt nur noch auf YouTube stattfindet, ist schon irgendwie traurig.

    • Absolut. Wobei ich das Gefühl habe, dass es seitdem mehr Leute zu sehen bekommen, was ja auch nicht verkehrt ist. Auch wenn es natürlich als TV-kritisierender Nicht-mehr-TVler etwas seltsamer wirkt.

  • Nettes Video, hat nur leider etwas von „Hab in den letzten Wochen viel darüber auf diversen professionellen und nicht-professionellen Blogs gelesen, also sage ich das selbe und bekomme die ganze Aufmerksamkeit“. (Was ja beim Walulis auch öfter mal vorkommt. Das der und Böhmermann noch keine gemeinsame Show haben, ist merkwürdig.)

    Abgesehen davon finde ich es etwas elitär, zu behaupten, dass Kinohits, die zum ersten Mal im Fernsehen laufen (und die nun wirklich das letzte Neue sind, das Pro7 zeigt), nur „schlechte B-Ware“ wären. (Gut, ich habe mir seit Jahren keinen Film mehr auf Pro7 angesehen, weil ich tatsächlich noch DVDs leihe und ein Sky Abo habe, weshalb die dann schon ein alter Hut für mich sind, aber das alte „Iiih, Actionfilme und Spezialeffekte! Wie intellektuell unstimulierend von der Trashmaschine Hollywood!“ hat mir noch nie gefallen. „A well-rounded individual appreciates Jean-Luc Godard and Jean-Claude van Damme“, wie es so schön heißt.)

    • Das stimmt allerdings, bei dem Punkt hatte ich auch mein Augenbrauenzucken. Gerade das Beispiel „Godzilla“ ist vielleicht nicht die Zelluloid-Weisheit schlechthin, aber ein Name. Dazu fehlt mir allgemein auch etwas der Bezug zum großen Ganzen – das Fernsehen allgemein entwickelt sich halt leider in die Richtung. Nur weil RTL schon immer irgendwie kacke war, ist es jetzt okay, wenn es kacke bleibt?

  • allein jetzt in Deutschland english zu senden ist das größte Argument, aber wirklich nichts mehr auf pro7 zu schauen!



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