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Kein Urlaub ist auch keine Lösung

Aufreger der Woche: Urlaub mit einem 4-jährigen Kind

Spoilerfrei
2. September 2023, 20:20 Uhr
Spoilerfrei
Jonas
02.09.23

aufreger-urlaub-kind

Zugegeben, das Thema wirkt nicht so, als ob es auf einen Serienblog passt. Aber ich verspreche, es gibt einen Serienbezug, auch wenn dieser nicht ganz so dominant ausfällt wie bei den anderen Artikeln in dieser Rubrik. Also, es geht – wie in der Überschrift bereits angekündigt – um 4-jährige Kinder im Urlaubssetting. Urlaub mit Kindern ist generell eine Herausforderung, schon bevor der Urlaub anfängt. Denn man muss den halben Haushalt einpacken, und dabei ist es eigentlich egal, wie lange der Urlaub dauert. An alles muss gedacht werden, von Fiebersaft bis Lieblingsspielzeug. Und während man packt, fängt der erste Stress schon an. Packen bedeutet weniger Aufmerksamkeit für das Kind, und das führt zu dem ersten Konflikt, schon bevor man losgefahren ist.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass diese „Geschichte“ auf wahren Gegebenheiten basiert und auch im Urlaub verfasst wurde ;-) Ein weiterer wichtiger Eckpunkt für euch: Ein Baby ist auch noch von der Partie, womit die Schwierigkeitsstufe des großen Spiels „Familienurlaub“ mindestens „Hard“ oder sogar „Godmode“ beträgt.
Hätten wir nur das Baby, dann wäre es wohl nicht zu diesem Aufreger gekommen. Denn ein Baby lässt sich relativ gut in den Ablauf eines Urlaubs integrieren. Es hat zwar dringende Bedürfnisse, deren Befriedigung nur ein kleines Zeitfenster haben, aber es gibt nur ein begrenztes Spektrum dieser Bedürfnisse. Bei einem 4-jährigen Kind ist das schon anders. Es wird schnell gelangweilt, schnell eifersüchtig, schnell trotzig, es ist schnell darin, seine Meinung durchsetzen zu wollen, schnell laut, und so weiter. Die Übergänge sind natürlich fließend, aber ich finde, es besteht ein großer Unterschied zwischen beispielsweise 3 und 4 Jahren. Das Spektrum der Fähigkeiten und des Verständnisses ist größer, gleichzeitig stehen das Abstraktionsvermögen und das Verständnis für logische Zusammenhänge noch in einem großen Missverhältnis. Mit anderen Worten, das Kind will alles wissen und versteht auch schon viel, aber es kann das nicht auf andere Situationen übertragen. Ein einfaches Beispiel: Es weiß, dass man schlafen muss, um nicht müde zu sein, aber warum das auch für sich selbst gelten soll, ist dem Kind völlig schleierhaft.

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Dazu kommt, dass das übliche Toben im Urlaub durch den Wegfall des Kindergartens fehlt, und auch das Problem des nicht ausgelastet Seins stellt sich nun ab 6 Uhr 30 als das erste Problem der Eltern dar. Logistisch kommt hinzu, dass Kinder in diesem Alter (und das ist sicherlich nicht exklusiv für die Gruppe 4-Jähriger) unfassbar viel Dreckwäsche produzieren. Während ich diesen Artikel schreibe, hat es das Kind geschafft, das dritte T-Shirt schmutzig zu machen, indem es Eis-Schokolade auf die Schulter gebracht hat (das zu bewerkstelligen, ist eigentlich einen Pokal wert).

Wie sieht das also alles zusammen aus? Der Tag zieht sich mit diversen Eskalationen und WTF-Momenten (aka „schönen“ Momenten) durch. Als erwachsener Mensch möchte man das Kleinkindverhalten verwalten, aber eigentlich ist man in der stetigen Defensive und kann nur auf das Agieren des Nachwuchses reagieren. Die WTF-Momente machen es etwas erträglicher und tragen teilweise zu den schönen Momenten bei, beispielsweise wenn, trotz großer Ferienwohnung, lieber zwischen den Gardinen und den Fenstern gespielt wird. Es sei ein eigenes Hotel, und man muss sich in die kleine Nische stellen, da man Hotelgast ist. Oder auf dem (sehr großzügigen Balkon) wird eine Wasserpfütze gefunden, die Socken in Wasserstempel umfunktioniert, und für eine Stunde wird der Balkon mit nassen Fußabdrücken beglückt.
Bei Ausflügen mit dem Auto kann sich das Kind ausruhen, und am Ende heißt es im Urlaub, wie auch im Alltag: Dauernüdigkeit. Aber da man nicht arbeitet, fühlt sich das nicht ganz so schlimm an.

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Gibt es eine Pointe? Doch, und zwar: Kein Urlaub ist auch keine Lösung. Aber viel wichtiger, Es gibt ihn, den kleinen Tropfen Hoffnung und Linderung für all das, was man als Eltern durchstehen muss: Serien! Sie bieten dem 4-jährigen eine super Möglichkeit, eine Pause zu machen und damit Pausen für die Eltern zu schaffen! Pädagogisch ist es vielleicht nicht die beste Lösung, aber wenn eine knappe Stunde Sendung mit der Maus Retro-Sendungen auf YouTube geschaut wird, weil Toggo und die ARD Mediathek im Ausland ihren Dienst verweigern, ja, dann ist das Urlaub. Wenn Armin Meiwald 56 Minuten lang erklärt, wie ein ICE gebaut wird (aktuell die Nummer 1 des 4-jährigen Sprösslings), dann ist Pause. Dann ist Zeit für Kaffee, dann ist Dösen, dann ist Surfen auf dem Smartphone, dann ist Sonnen und vieles mehr.

Also, liebe Eltern: Mein Rat an euch, ein bisschen Fernsehen schadet nicht, sei es „Sendung mit der Maus“ oder seltsam sprechende Flugzeuge, die sich „Super Wings“ nennen (Paw Patrol ist bei uns schon out). Egal, diese Rettung der Nerven muss sein und sorgt dafür, dass trotz allem Urlaubsfeeling aufkommt.
So, nun muss ich leider aufhören zu schreiben, denn das Baby schiebt den Mülleimer wieder durch die Ferienwohnung und kommt jetzt gefährlich nah an die Steckdosen heran. Und das, liebe Leserinnen und Leser, ist eine andere Geschichte.

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