Greg Davies wird der britische Schotty

BBC adaptiert den Tatortreiniger

Spoilerfrei
Michael
19.01.20

Brexit hin oder her – einem kann diese ganze Thematik nichts ausmachen: dem „Tatortreiniger“. Die erfolgreiche NDR-Produktion mit Bharne Mädel in der Hauptrolle wird auf die britische Insel exportiert. Dabei lizensiert die BBC die Serie nicht einfach und strahlt das Original aus – nein, es wird eine eigenständige Produktion geben. Produziert wird diese Serienumsetzung von „Studio Hamburg UK“, laut dem Branchendienst DWDL.de seit 2016 auf dem britischen Markt aktiv.

Wie es weiter heißt, sollen die Dreharbeiten südlich von London bereits in den nächsten Wochen starten. Dann wird Greg Davies vor der Kamera stehen, ein Stand-up-Comedian und Schauspielern, der seit einigen Jahren die Comedy-Show „Taskmaster“ moderiert – zuletzt auf UKTV, demnächst auf Channel 4. Wie wird die Hauptfigur in der britischen Ausgabe von „Der Tatortreiniger“ heißen? „Schotty“ wie im deutschen Original wäre ja mit Blick auf das nördliches Land auf der britischen Insel ganz witzig gewesen, aber es wird der Name „Wicky“ werden. Hier ein Blick auf die Arbeit von Greg Davies bei „Taskmaster“:

Bei uns putzt der Tatortreiniger leider seit etwas mehr als einem Jahr nicht mehr. Autorin Ingrid Lausund alias Mizzi Meyer wollte auf dem Höhepunkt der Produktion aufhören. Die Serie hat zahlreiche Preise abgeräumt und hatte eine große Fangemeinde, obwohl sie im Prinzip hauptsächlich im dritten Programm versteckt wurde. Die NDR-Produktion erhielt unter anderem den Grimme-Preis, den deutschen Comedy-Preis, Europas Medienpreis für Integration und den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis. Die Serie wurde vom NDR unter anderem in die USA und nach Frankreich exportiert – dort lief allerdings das Original, keine Adaption, wie sie jetzt BBC One plant. Bjarne Mädel hätte als Heiko Schotte übrigens gerne noch weiter gemacht, zeigte damals aber auch Verständnis für die Entscheidung:

„Sie will immer wieder überraschen, immer wieder etwas Neues finden. Sie hat gemerkt, dass sie immer mehr Zeit braucht, um für sich gültige Geschichten zu erfinden, dass irgendwann der Zeitaufwand nicht mehr in Relation steht zu dem, was dabei herauskommt So wie Kristian Leschner sich jedes Mal ein neues Konzept für die Kamera mit Arne Feldhusen ausgedacht hat, so ist auch jedes Mal eine neue Musik von Karsten Meyer entstanden. Jede einzelne Episode ist wie ein einzelner Film, nicht wie eine Serie, die einfach fortgesetzt wird. Jede Folge ist für sich gesehen ein kleines Kunstwerk. Und wir haben einen Punkt erreicht, wo wir Gefahr laufen, uns zu wiederholen.“

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