Plagen der Seriengeschichte #26

Hassiker der Woche: Power Rangers

Spoilerfrei
Susanne
18.02.18

Mighty Morphin Power Rangers

Willkommen wieder beim Hassiker der Woche. Jener Reihe in der wir unseren Ärger, Frust und nicht immer ernst gemeinten Hass gegenüber einer Serie oder Seriencharakter freien Lauf lassen. Diesmal hole ich zum Front Kick gegen die erste Inkarnation der dämlichen Power Rangers aus.
Wer glaubt ich würde es mir besonders einfach machen, der stelle sich bitte folgendes Szenario vor:
Im Frühjahr 1994 freut sich ein neunjähriger Junge, der sich für nichts anderes interessierte als Superhelden, Kampfsport und Dinos, über die TV-Sensation Mighty Morphin Power Rangers. In der angepriesenen Action-Serie wählt der Außerirdische Zordon fünf Jugendliche mit außergewöhnlichen Fähigkeiten aus, um sie als Power Rangers gegen die böse Hexe Rita Repulsa und ihr Gefolge antreten zu lassen.
Jeder Ranger kontrolliert einen mechanischen Dinosaurier. Wird die Gefahr zu groß, schließen sich die fünf Saurier zu einem Riesenroboter zusammen.

Was wie der wahrgewordene Traum des neunjährigen Jungen klingt, entpuppte sich als seine erste serielle Enttäuschung. Als Fan thematisch ähnlicher Serien wie Saber Rider and the Star Sheriffs oder Voltron – Verteidiger des Universums, war der an japanische Sentai-Serien angelehnte Stoff ernüchternd. Ach, was sage ich „angelehnt“ – hier wurde einfach Bildmaterial eins-zu-eins aus der japanischen Vorlage Super Sentai übernommen.

Die Rangers bestehen aus 5 feschen Teenagern, die ihre Ranger-Farben gerne auch in ihre Alltagskleidung subtil integrieren.
Jede Folge folgt dem gleichen Muster: Die Teenager treiben Sport, es tauchen rumhampelnde Soldaten der bösen Hexe Rita auf. Da die Teenies mit denen nicht fertig werden, verwandeln sie sich alle. Die Kostüme sind allesamt fürchterlich und hat man selbst auf dem Kinderfasching schon besser gesehen. Rita entsendet derweil ein Monster nach Angel Grove, dem Heimatort der Power Rangers. Warum sie es nicht mal an einem anderen Ort versucht, bleibt ungeklärt.
Nach ein paar expressiven Handbewegungen und Aktions-Funken, die an Wunderkerzen erinnern, verwandelt die Hexe das Monster in ein riesiges Wesen, das über die Häuser von Angel Grove trampelt. Gut, dass bis zur nächsten Folge die Stadt wieder aufgebaut ist, damit der Spaß wieder von vorne losgehen kann.
Die Ranger rufen ihre coolen Mecha-Dinos, die sogenannten Zords. Der Anblick bleibt nicht lange, da sie sich sofort in den Megazord verwandeln. Nach einem kurzem Augenblick und etwas zwischengeschaltetem Archivmaterial ist der ganze Spuk vorbei.

Ich habe mich immer gefragt, warum man das Geld für die Monsterkostüme nicht aufgespart hat und stattdessen nur alle drei bis vier Episoden ein vernünftiges Monster zeigt, aber dafür wäre die Aufmerksamkeitsspanne der eigentlichen Zielgruppe wohl nicht lang genug.

Noch viel nerviger, als alles voran Genannte in dieser Show, sind der dicke Bulk und der dürre Skull, die eigentlich für den lustigen Teil verantwortlich sein sollen. Die ganze Zeit versuchen sie die Geheimidentitäten der Rangers zu lüften und stellen sich dabei mehr als ungeschickt an. Hinzu kommen nervtötende Synchronstimmen.

Nicht viel besser ist der Leiter der Kommandozentrale, der Roboter Alpha 5, der an C3PO erinnert.

Irgendwann kam der grüne Ranger zum Team dazu, der mit seiner furchteinflössenden Flöte einen mechanischen Dino herbeiruft – da war ich raus.

Das Traurigste ist aber, dass nach beinahe einem viertel Jahrhundert der Wahnsinn immer noch kein Ende gefunden hat. Mit Titeln, die sich vermutlich ein fünfjähriger ausgedacht hat, folgten 19 weitere Serien wie Power Rangers Turbo, Space, Dino Thunder, Samurai, Mega Force, usw. Seit 2017 kämpfen die Power Rangers Ninja Steel sich in die Kinderzimmer zahlreicher Jungen. Und kein Ende in Sicht.

Power Rangers

No, no, Power Rangers …

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