Kommentar zu Reality-TV-Formaten

Hört bitte auf, in Programmvorschauen zu spoilern!

Spoilerfrei
Maik
03.06.20

Hier geht es ausnahmsweise mal nicht um Serien. Zumindest nicht hauptsächlich. 2015 hatte Jonas sich ja bereits hier darüber geärgert, dass Netflix im Zuge der Vorschaubildchen für die als nächstes abzuspielende Episode ungerne mal ein paar relevante Hinweise geliefert hat, was vor allem bei vorherigen Cliffhangern eher suboptimal war. Das wurde mittlerweile größtenteils behoben. Aber es gibt sie noch, die große Spoiler-Falle im Fernsehen: Vorschauen.

Vor allem bei Reality-TV-Formaten regen die mich seit jeher auf (hätte wohl doch einen Aufreger machen sollen…). Gemeint damit sind vor allen zwei Varianten.

„Diese Folge bei…“

Ich glaube, bei „Der Bachelor“ ist mir das erstmals aufgefallen, aber auch bei Formaten wie „First Dates – Ein Tisch für zwei“ sorgt es bei mir für spontane Spul- oder Zapp-Attacken. Zu Beginn der Sendung, in der Regel gar ungewarnt vor dem eigentlichen Vorspann, gibt es einen Ausblick auf den Inhalt der Folge. Quasi wie ein kleiner Teaser-Trailer. Genauso verhält es sich leider auch mit der modernen Umsetzung. Das war früher wirklich nur appetitanregend, bestimmte Ereignisse wurden angedeutet, aber bewusst so geschnitten, dass sie keine wirklichen Infos offenbaren. Ja, XY scheint da jemanden zu küssen, aber wen? Keine Ahnung. Ja, YX hat eine geschockte Reaktion offenbart, aber worauf? Keine Ahnung. „Teasern“ halt.

Doch seit geraumer Zeit ist es eben wie bei den Trailern, dass die besten Gags, Sprüche und Stellen bereits gezeigt werden und diese vor allem vollumfänglich. Da weiß man direkt, wer mit wem rumgemacht hat. Vor allem zu Beginn einer neuen Staffel „Die Bachelorette“, „Bauer sucht Frau“ oder wasauchimmer wird gefühlt binnen zehn Minuten die komplette Staffel vorerzählt, inklusive Aufnahmen vom Finale.

„Gleich geht es weiter mit…“

Noch schlimmer empfinde ich dieses Mikro-Spoilern jedoch innerhalb der Sendung und zwar vor Werbepausen. Den Beginn einer Sendung kann man noch gut vorherplanen, da ist das wie geschrieben mittlerweile bei mir gelernt, dass ich erst ab dem Intro einspringe. Aber so ein „Das passiert gleich!“-Block kündigt sich in der Regel nicht wirklich an. Manchmal rutscht man unbemerkt vom echten Bild in die Vorschau, die man eigentlich gar nicht sehen möchte. Und vor allem werden da einfach mal selbstgeschaffene Cliffhanger aufgelöst.

Diese Woche haben wir die aktuell(im linearen Fernsehen laufend)e Folge „Prince Charming“ auf Vox geschaut. Das Setting vor der Pause: Drei Herren sind beim Prince in der Villa und dinieren gemeinsam, nach jedem Gang soll einer gehen. Wer wohl übrigen bleibt und mit ihm den Abend sowie VIELLEICHT die Nacht verbringen darf…? Die Info gibt es nach der Pause! Ach ne, warte mal – wir zeigen bereits Aufnahmen aus einem späteren Teil der Sendung, in der alle Herren schick angezogen sind, bis auf einen, der im Bademantel herum steht! Oh man…

Selbst schuld?

Natürlich gibt es Wichtigeres auf der Welt und hierbei handelt es sich um eine Kleinigkeit. Aber eben eine super leicht vermeidbare. Ich verstehe einfach nicht, wieso Fernsehschaffende da kein Gefühl für besitzen. Oder wollen sie bewusst mit möglichst konkreten Inhalten Interesse wecken? Bei mir stößt das jedenfalls nur sauer auf.

Ach ja, und dann gäbe es da noch die Rückblicke, um doch noch einen späten Rückbezug zu Serien zu schaffen. Das „Previously on…“ zu Beginn mancher Episoden weiß zwar wunderbar vor allem länger Zurückliegendes nochmal ins Gedächtnis zu bringen, taucht dort dann jedoch eine Figur auf, die man ewig nicht mehr gesehen hat, kann man sich recht sicher sein, dass diese in den nächsten Minuten ihren Auftritt haben wird. Danke für Nichts!

„South Park“-Bild: Comedy Central

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