Perlen aus der Vergangenheit - Ausgabe #63

Klassiker der Woche: Frasier

Spoilerfrei
Tobias
06.11.16

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Was kann man sagen, wenn der Ableger einer der erfolgreichsten Sitcoms aller Zeiten noch ein wenig erfolgreicher ist und noch einmal genauso lange im TV läuft? Ich würde sagen, dass die Drehbuchautoren der Serie und alle Beteiligten eine Menge richtig gemacht haben.

Die Figur des Dr. Frasier Crane trat bekanntlich zum ersten Mal in der weltallerbesten Serie „Cheers“ auf und verzückte die Zuschauer und Produzenten dermaßen, dass die eigentlich nur als Randfigur geplante Rolle zur Hauptrolle ausgebaut wurde. Und nach dem Ende von „Cheers“ im Jahre 1993 ist die Idee entstanden, mit dieser Figur eine neue Serie zu versuchen, etwas anderes als „Cheers“ auf die Beine zu stellen, aber dennoch eine Sitcom, und dies ist den Verantwortlichen in meinen Augen ganz hervorragend gelungen.

Wie immer als kleiner Einstieg in die Serie das Intro bzw. das Opening zur Serie, dieses Mal in einer besonderen Form. Das Intro zur Serie veränderte sich nämlich ständig, nicht nur, was die Farbe des Schriftzuges anging (jede Staffel hatte eine eigene Farbe) sondern insbesondere die Animation im Hintergrund hatte immer wieder diverse kleinere Veränderungen und Spielereien, sehr häufig natürlich auch Anlass bezogen (Weihnachten, Silvester). In diesem Clip hier, den ich zufällig gefunden habe, sieht man alle Animationsversionen des Openings von „Frasier“. An die meisten konnte ich mich sogar erinnern.

Seriensteckbrief

Name: Frasier
Genre: Comedy
Laufzeit: 22 Minuten
Folgen (Staffeln): 264 (11)
Erstausstrahlung: 16. September 1993
Schauspieler: Kelsey Grammer, David Hyde Pierce, John Mahoney, Jane Leeves, Peri Gilpin

Handlung

In den 11 Staffeln der Serie verfolgen wir das Familien- und Arbeitsleben des Dr. Frasier Crane, der nach der gescheiterten Ehe mit Dr. Lilith Sternin-Crane (jetzt nur noch bzw. wieder Sternin) zurück in seine Heimatstadt Seattle gezogen war und dort eine psychologische Ratgebersendung im Radio moderiert, in der er Fragen beantwortet. Also Frasier ist so etwas wie der Domian von KACL (der Radiosender). Nur viel lustiger.

Denn Frasier verspürt einen großen Geltungsdrang und sein Snobismus wird eigentlich nur noch von dem seines Bruders Dr. Niles Crane übertrumpft, ebenfalls Psychiater. Was die Neurosen der Crane Brothers angeht, steht Niles ebenfalls auf Platz 1. Auch wenn er der jüngere der Beiden ist. Die Verhaltensweise der Brüder stehen im kompletten Gegensatz zu den Charaktereigenschaften ihres Vaters, Martin Crane, einem ehemaligen Polizisten, der bei Frasier in dessen riesigen Wohnung wohnt.

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Neben seinem alten Fernsehsessel, den Frasier über alles hasst da er nicht in seine gehobene Wohnungsausstattung passt, liebt Martin nichts mehr als seinen Hund Eddie sowie sich über seine Söhne lustig zu machen, insbesondere dann, wenn sie wieder versuchen zur besseren Gesellschaft der Stadt zu gehören bzw. Partys geben, um die oberen Zehntausend der Stadt mit ihrer Kultiviertheit zu beeindrucken.

Und aus diesen Gegensätzen baut sich u.a. der Grundstock dieser sehr lustigen und unterhaltsamen Sitcom auf, die ihre Zuschauer über die gesamte Laufzeit in ihren Bann ziehen konnte.

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Aber auch die Nebenfiguren spielen eine wichtige Rolle in der Serie.

Dritte Person im Haushalt von Frasier ist die Physiotherapeutin Daphne, die sich um Martin kümmert, da er seit seiner Schussverletzung, die zu seiner Pensionierung geführt hat, gehbehindert ist und ständige Bewegungsübungen vollziehen muss damit das alte Schlachtross nicht völlig verrostet. Daphne stammt aus England und ist der heimliche Schwarm von Bruder Niles obwohl dieser mit einer reichen Frau verheiratet ist, die man aber niemals nie nicht zu Gesicht bekommt.

Zudem hätten wir noch Roz Doyle, die Aufnahmeleiterin von Frasiers Radiosendungen und gute Freundin der Familie. Roz zeichnet sich durch einen erhöhten Rhythmus an Männerbekanntschaften aus, darin ist wiederum sie die Nr. 1 in der Serie. Auch hier zieht Frasier den Kürzeren wenn man so will.

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Denn neben seinem Familien- und Arbeitsleben hält sein Liebesleben bzw. die ständige Suche nach der Frau seines Lebens den ein oder anderen Lacher parat.

Where everybody knows your name

Der Bezug zur Mutterserie „Cheers“ war natürlich auch in „Frasier“ allgegenwärtig. Immer wieder kommen die Figuren auf Frasiers Zeit in Boston zurück und bis auf die spätere Barmanagerin des Cheers, Rebecca Howe (Kirstie Alley), hatten alle Hauptfiguren der Mutterserie einen oder mehrere Gastauftritte in „Frasier“. Am meisten natürlich Lilith.

In einer Folge der dritten Staffel hat das Cheers selbst sogar einen Auftritt, denn Diane ist mit ihrer Schauspielgruppe und ihrem Theaterstück in der Stadt – und dieses Theaterstück handelt von ihrer Zeit im Cheers und spielt natürlich auch in einem Bühnennachbau der Bostoner Bar.

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Allerdings gibt es auch Unterschiede zu „Cheers“. So ist Frasier in „Cheers“ noch Einzelkind und weniger versnobt und kultiviert wie in „Frasier“. Die gesamte Figur ist „reifer“ angelegt. In „Cheers“ ist Frasiers Vater noch Wissenschaftler und schon nicht mehr am Leben, in „Frasier“ ist Martin Crane neben seinen beiden Söhnen die einzige Rolle, die in allen 264 Episoden vorkommt. Und er ist eben absolut bodenständig im Gegensatz zu seinen Söhnen, was wohl auch der Grund für die „Wiederbelebung“ des Vaters sein dürfte. Die Gegensätze sind immer wieder Anlass für witzige Dialoge und Szenen.

Lustigerweise hatten sogar zwei Schauspieler aus „Frasier“ auch einen Gastauftritt in „Cheers“, Peri Gilpin, die Darstellerin der Roz Doyle, stellt in der letzten Staffel von Cheers eine Reporterin dar. John Mahoney, der Martin Crane der Serie einen Komponist, der für das Cheers einen Werbesong kreieren soll.

Tossed Salads & Scrambled Eggs

Apropos Musik. Am Ende jeder Folge lief das Theme zur Serie über den Abspann, „Tossed Salads & Scrambled Eggs“, eine wunderschöne Nummer gesungen von Kelsey Grammer himself. Und damit entlasse ich Euch in den restlichen Sonntag.

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Solltet ihr mal durch Zufall auf die Serie aufmerksam werden, hier und da kann man über Wiederholungen stolpern, schaut da unbedingt mal rein, egal welche Staffel läuft. Man bekommt sehr schnell ein Gefühl für die Serie und die Antwort auf die Frage, ob die Serie etwas für einen ist.

Ich würde vermuten schon. Denn „Frasier“ macht eine Menge Spaß. Immer noch und jederzeit.

Bilder: NBC

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