Perlen aus der Vergangenheit - Ausgabe #80

Klassiker der Woche: MacGyver

Spoilerfrei
Maik
05.03.17

Vor mir sehe ich einen Inbusschlüssel, drei Rollen Kreppband und drei leere Umzugskartons – daraus sollte ich doch nicht etwa…?! Doch: Binnen Sekunden habe ich in der zeitlich mehr als brenzligen „Es ist Sonntag und ich bin Wochenpate!!!“-Panik einen „Klassiker der Woche“-Beitrag gezaubert. Magie? Nein. Lediglich MacGyversche Ingeneurskunst.

Mich wundert ehrlich gesagt ein wenig, dass wir die Serie noch gar nicht hier hatten, also, in dieser sonntäglichen Reihe. Ja, da gibt es dieses unsägliche Reboot, an das ich mich nach den Trailern und ersten Eindrücken im Netz gar nicht erst herangetraut habe. Ansonsten ist MacGyver halt einfach noch ein Kulturgut, das spätestens mit den aberwitzigen Notfall-Erfindungen einen eigenen Platz in der Seriengeschichte erbastelt hat. Da gibt es dann schon einmal Breaking Bad im Gyver-Stil oder das Intro ohne Musik. Fans vergessen Kult eben nicht.

Das war MacGyver

Name: MacGyver
Genre: Drama
Laufzeit: 48 Minuten
Staffeln (Folgen): 7 (139)
Ausstrahlung: 29. September 1985-1992 auf ABC
Erstausstrahlung Deutschland: 29. August 1987 auf Sat.1

Wie man unschwer und schnell erkennt, geht es in „MacGyver“ eben um MacGyver. Der hat sogar einen Vornamen, nämlich Angus (was ich jetzt spontan nicht mehr hätte sagen können…). Dagegen ist mir der Darstellername noch sehr bewusst. Denn bevor er mittels „Stargate“ durch Welten sprang, hat Richard Dean Anderson sich diese Paraderolle herausgesucht. Als actionerprobter Rettungshelfer in kreativer Geheimagenten-Manier hat er etliche „MacGyverismen“ auf den Weg gebracht und stets in den letzten Minuten der Episode die Situation/Welt gerettet. Ich mochte die Mischung aus explosivem Drama und der lockeren Coolness immer sehr und hatte zwischenzeitlich ein festes Nachmittags-Programmritual, in dessen ich die Serie fest im TV-Programm eingeplant hatte (das war ja damals noch etwas einfacher). Hach, was waren das noch für stringente TV-Strukturen in den Neunzigern…

Ableger

Neben dieser seltsamen Neu-Variante eines jungen MacGyvers aus dem letzten Jahr gab es weitere Bestrebungen, das Kultformat noch einmal auf die kleine oder große Leinwand zu bringen. 2003 wurde zum Beispiel der Pilot zur angedachten Serie „Young MacGyver“ produziert – zu einer Veröffentlichung kam es jedoch nie. Hier könnt ihr sehen, wieso:

2008 kamen konkrete Informationen auf, dass ein von James Wan umgesetzter Kinofilm geplant sei. Bis 2015 hat sich das Projekt gezogen, ehe Wan sich dagegen entschied und es (vorerst) auf Eis gelegt wurde. Interessanter und hoffentlich mit konkreterem Output gesegnet war da die Aktion „The Next MacGyver„, bei der ein weiblicher Ingenieur die Hauptrolle übernehmen und Mädchen für technische Berufe begeistern sollte. Bisher kam es jedoch nur zur Ausschüttung der 5.000 Dollar Preisgeld und die Vernetzung mit Hollywood-Machern – Termine für eine geplante TV-Umsetzung gibt es bislang keine.

MacGyver Trivia

Die Basteleien MacGyvers basierten allesamt auf tatsächlich möglichen Umsetzungen und naturwissenschaftlichen Gesetzen. Allerdings wurden bewusst Zwischenschritte und Elemente ausgelassen, damit Kinder sich beim Nachmachen nicht daheim verletzen.

Dana Elcar hatte (u.a.) Pete Thornton in „MacGyver“ gespielt, wurde aber von Don S. Davis gestuntdoubled. Der wiederum hat später Gen. George Hammond bei „Stargate“ verkörpert – und war somit der Vorgesetzte von Richard Dean Anderson.

Dana Elcar war übrigens wirklich am grünen Star erkrankt, weshalb auch seine Rolle des Pete Thornton parallel Sehschwierigkeiten bekam.

Richard Dean Anderson ist am 23. Januar 1950 geboren – MacGyver selbst am 23. Januar 1951.

Showrunner Lee David Zlotoff wollte einen maskulinen Namen für seinen Protagnisten und hatte zunächst vor, ihn „Guy“ zu nennen. Das fanden Freunde doof und haben ihm abgeraten. Inspiriert durch die aufkommende Popularität von McDonald’s und der Angewohnheit, vor sämtliche Dinge eine „Mc“ bzw. „Mac“ zu setzen, hat ihn zu „MacGuy“ geführt. Irgendwie fehlte da noch was zur silbenen Dreifaltigkeit, also war schlussendlich „MacGyver“ geboren.

Jerrold Freedman war Regisseur der Pilotfolge, wollte damals aber seinen Namen nicht preisgeben,so dass das gängige Hollywood-Pseudonym „Alan Smithee“ zum Einsatz kam.

„It was no good … it was an hour and a half of dreadful.“ (Produzent John Rich)

MacGyver schauen

Geht leider nicht, also zumindest nicht über die gängigen Streamingplattformen. Die Serie gab es anscheinend mal bei Netflix (oder gibt es in den USA), bei uns herrscht jedoch aktuell tote Hose. Im klassischen Fernsehen könnt ihr aber auf RTL Nitro Wiederholungen sehen (Samstags und Sonntags ab etwa 8:30 Uhr), ansonsten gibt es die komplette Serie für rund 45 Euro bei Amazon (Partnerlink) auf DVD zu erstehen.

Hier noch die (überarbeitete) Pilotfolge aus dem Jahr 1985:

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