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"The Walking Dead" und der Mehrwert für das Alltagsleben

Kolumne: Lernen fürs Leben mit „TWD“

01.12.21 10:27
The Walking Dead
Mini-Spoiler
Chris
01.12.21

Als eifriger „The Walking Dead“-Gucker laufen mir dort immer wieder Lebensweisheiten und Zitate, die gezielt (oder auch nicht) in der Serie auftauchen, über den Weg und finden damit selbigen auch in mein Gedächtnis. Getreu dem Motto „Lernen fürs Leben mit TWD“ möchte ich euch diese auf keinen Fall vorenthalten und sie an dieser Stelle mit euch teilen. Dabei ist die Auflistung natürlich weder chronologisch noch vollständig und eher nur nebenbei aus gelegentlichen Notizen meiner Person entstanden, dies bitte berücksichtigen. Fangen wir also an:

Bereits in Staffel eins hatte uns ‚Dale‘ auf seine unnachahmlich-trockene Art die Weisheit überliefert:

„Hätte man mir gesagt, dass die Apokalypse droht, hätte ich meine Regale mit besseren Büchern aufgefüllt.“

Damit lieferte er einen Verweis in das reale Leben. Unser Serien-‚Dale‘ dürfte Mitte 50 sein, ihm nehme ich es ab, dass er Bücher schätzt und seine Freizeit mit diesen nur zur gerne veredelt. Betrachtet man unsere Gegenwart, so kann man durchaus feststellen, dass nicht nur der Stellenwert von Büchern, sondern auch der des Lesens allgemein weit gefallen ist. Nur noch sehr wenige Menschen nutzen tatsächliche, „echte, gebundene“ Bücher oder lesen überhaupt noch regelmäßig. Das Hobby „Lesen“ wird sicherlich in den digitalisierten Lebensläufen der Millenials nur höchst selten auftauchen. Wer heutzutage von der Tätigkeit des Lesens spricht, der meint damit vornehmlich das „Studium“ seiner stets aktuellen Nachrichten auf Social Media Plattformen oder die Instant-Messengernachrichten. Eventuell vorhandenen Informationsbedarf deckt man per YouTube mit mehr oder weniger gut recherchierten, lauten und überdrehten Videos. Geht doch viel einfacher, wenn mich da jemand informiert und gleich noch für mich denkt…

Ein weiteres Zitat, leider ohne Quelle, aber sicher aus „TWD“:

„Je mehr Angst Menschen haben, desto dümmer werden sie.“

Das kann man wohl jederzeit auf die aktuelle Zeit, das reale Leben unter CoVid-Pandemie-Bedingungen anwenden. Oftmals hörte ich die letzten Monate, dass meine Mitmenschen einen höheren Level der Grundaggression untereinander feststellen durften. Ausraster kamen viel öfter vor, zumeist aus nichtigen Gründen. Mit der Debatte um Impfpflicht, Coronaleugner, gefälschte Inzidenzen, angeblich implantierte Mikrochips, Weltverschwörung angezettelt durch Bill Gates, vergiftete Impfungen, krebserregende „Lolli-Tests“ usw. fang ich gar nicht erst an. Da hat sich ohnehin jeder seine Meinung gebildet. Eins lässt sich jedoch unschwer feststellen: besonnenes Verhalten und auf Argumenten aufgebaute Diskussionen findet man derzeit leider immer seltener: Polemik heißt das Zauberwort. Verstand aus, Panik- und Meinungsmache an.

Doch zurück zu meiner Serie. Auch die Figur des ‚Rick Grimes‘ macht im Laufe der Serie so einiges an Wandlung durch. Ausrasten war für Rick zwar nur selten ein Thema, aber extreme Brutalität, egal wie auch immer gerechtfertigt, legte er schon auch an den Tag. Rick war auch des Öfteren für interessante Zitate gut, hier eines der bekannteren:

„Wir müssen uns sagen: Wir sind die lebenden Toten.“

Rick meinte damit die menschlichen Überlebenden aus seiner und den anderen Gruppen. „Lebende Tote“ im übertragenen Sinn, lassen sich im 21. Jahrhundert auch in Herden/Massen finden. Wenn wir den Blick auf unsere Straßen werfen, fallen bereits seit vielen Jahren die sagenumwobenen „Smombies“ auf. Menschen also, die stets das Geschehen auf ihrem Smartphone vor Augen haben, verfolgen was sich online so tut. Ganz egal, ob sie dabei als Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer am Straßenverkehr teilnehmen. Vor allem bei den Fußgängern ist dies am leichtesten zu verfolgen. Viele laufen durch die Straßen als wären sie ferngesteuert durch ihr Smartphone, niemand weiß, ob sie gerade auf der Suche nach irgendwelchen schlau versteckten virtuellen Wesen wie in „Pokemon go“ oder ähnlichen Games sind oder einfach nur zocken, schreiben oder sonstigen virtuellen Ablenkungen nachgehen. Für mich sind Smombies allgemein gefährlich, egal ob ich selbst als Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer unterwegs bin: stets gilt es, für diese Wesen mitzudenken. Klar, „vorausschauend fahren“ hat mich mein Fahrlehrer natürlich gelehrt. „Vorausschauend gehen“ damit es nicht zu Kollisionen mit Smombies kommt, das war mir vor Smartphone-Markt-Einführung aber noch unbekannt. Man lernt bekanntlich stets (und gern) dazu, muss ja.

Wie auch der Schmied Earl Rose in der neunten Staffel, genauer noch in Folge 1 von „TWD“. Hier erfahren wir, dass Earl vor vielen Jahren mit dem Rauchen aufgehört und dafür mit exzessivem Alkoholkonsum begonnen hat. Diese Erkenntnis wird uns präsentiert, nachdem wir beobachten mussten, wie Earl Maggie in einer Nacht- und Nebelaktion überfallen hat und sie töten wollte. Maggie soll dafür verantwortlich sein und bezahlen, weil sein Sohn Ken auf dem Weg zurück nach Alexandria ums Leben kam. Aufgehetzt wurde der ansonsten kreuzbrave Schmied natürlich von Gregory (der dafür bald hängen sollte), der ihm dazu auch einen Rausch anhängte. Wir lernen daraus: Ein vermeintlich überwundenes Laster wird leider häufig durch eine andere Sucht ersetzt. Unglücklicherweise endet dies des Öfteren wahrlich übel, dafür muss man weder Psychologe noch Arzt sein.

Ich schließe diese Kolumne mit einem passenden Zitat:

„Kleine Laster geben dem Leben die individuelle Würze –
große Laster machen das Ganze unverdaulich.“ (Helmut Glaßl)

Bilder: amc, Disney+

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