HGTV hat's endlich nach Deutschland geschafft

Ich liebe Home & Garden TV!

Spoilerfrei
Michael
12.02.20

Ja, ich gestehe – ich liebe Home & Garden TV – kurz HGTV. Das ist ein kleiner TV-Sender im großen Discovery-Konzern, der es endlich auch nach Deutschland geschafft hat. Seit ich ihn in meinem Receiver entdeckt habe, läuft er immer häufiger ’so nebenbei‘, hat längst wertvolle Sendezeit für klassische Serien verdrängt. Auch wenn das Konzept vollkommen unspektakulär zu sein scheint und sich das Sendeschema ständig wiederholt – ich liebe es! Warum?

Das kann ich so genau gar nicht sagen. Es gibt verschiedene Sendungen, die im Halbstundenrhythmus über den Sender flackern. Alle sind mehr oder weniger gleich aufgebaut: Entweder suchen ein Paar oder eine Familie ein neues Haus und lassen sich drei Alternativen vorstellen, oder sebsternannte Renovierungsexperten nehmen sich heruntergekommene Häuser vor, peppen sie auf und verkaufen sie mit gutem Gewinn – oder sie bekommen gleich das Geld von den Hausbesitzern und lassen die vier Wände für sich selbst renovieren. Auch der Aufbau ist immer gleich: Projektvorstellung – Werbung – Lösung. Klingt langweilig, ist aber offensichtlich genau das Richtige – zumindest für mich. Man kann einfach jederzeit bei HGTV einschalten, finden immer irgendwas Interessantes was gerade läuft, und hat immer im Hinterkopf, dass man ja mal für eine Folge dabeibleiben kann, geht ja nicht lang. Dann rutscht man in die nächste Folge, dann in die nächste usw. Ich komme mir vor wie früher, als Nachmittagstalkshow bei den Privaten noch angesagt waren und man sich da so durch den Nachmittag hangelte, derweil man irgendwie für die Uni gelernt hat.

Alle Sendungen stammen im Prinzip vom Muttersender HGTV aus den USA. Bei der deutschen Ausstrahlung sind – sehr notdürftig – deutsche Titel zu den Sendungen eingeblendet worden – das kann man sicher schöner machen. Im Hintergrund vernimmt man den Originalton, derweil deutsche Stimmen grob drübersprechen, was der deutsche Zuschauer wissen muss. Geht sicher auch besser, hat aber auch einen gewissen Charme, der für mich das Gesamtbild von HGTV in Deutschland stimmig macht.

Wenn ich schon über HGTV schreibe, muss ich auch ein paar Doku-Serien auf dem Sender empfehlen: „Haus gesucht in Alaska“ ist zum Beispiel sehr nice, einmal wegen der Location, dann aber auch, weil man sich selbst die ganze Zeit fragt, ob man solche Kompromisse eingehen würde (Haus auf Insel, Strom nur durch eigenen Generator, und nicht in jedem Bereich des Hauses usw.), wenn man in der Situation stecken würde. Oder „Beach House Hunters“, wo Paare ihr Traumhaus an den Stränden der US-Küste suchen. Oder „Jackpot! Hauptpreis Traumhaus“, wo David Bromstad frischegepackenen Lotto-Millionären Luxusvillen offeriert. Als Geograph ertappe ich mich natürlich regelmäßig dabei, die potenziellen Ziele bei Google Maps auf dem Second Screen mitzubesichtigen.

Das sind die Haussuche-Sendungen. Dann gibt’s die Renovierungssendungen. Jaja, bekannt in Deutschland seit Tine Wittler und Enie van de Meiklokjes, hier aber in charmant. „Mein Kleinstadt-Traumhaus“ zum Beispiel: Erin und Ben Napier gehen mit vielen cleveren Ideen an jede noch so heruntergekommene Bruchbude und machen da etwas wirklich Wohnbares draus. Oder „Haus-Makeover in Nashville“ mit Page Turner und DeRon Jenkins – die beiden waren mal ein Paar und behaken sich jetzt auch gerne einmal gegenseitig – im Spaß. Und natürlich „Wohntraum nach Maß“ mit der wunderbaren Jasmine Roth – sie ist wirklich witzig, nimmt nicht alles ganz so ernst und hat auch mal ausgefallene Ideen, die sie den Besitzern dann verkaufen muss.

Klingt alles nicht wirklich spektakulär? Nee, finde ich auch nicht. Und davon bin ich beim ersten Einschalten auch nicht ausgegangen. Aber man sieht, wo es endet… ;-)

Bild: HGTV

Ein Kommentar

  • Jockele maier

    Die traumhaus challenge: Irland
    Doofe, selbstverliebte selbstdarsteller, deren Argumentation wenig bis gar nicht Qualität aufweist.


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