Wo ist die Liebe fürs Detail?

Mein TV-Aufreger der Woche: das neue BVB-Heimtrikot 20/21

Spoilerfrei
Maik
04.07.20

Ja, so wirklich ein direktes TV-Thema ist das nicht, aber tatsächlich will mir kein vernünftiges für diese Woche einfallen. Aber in gewisser Weise ist ja auch bei der Kleidung von Profifußballern ein Fernseh-Bezug gegeben, nicht umsonst haben Sky und DAZN der DFL mal wieder über eine Milliarde Euro geboten, um den Königssport des Landes in die Wohnzimmer selbigen bringen zu dürfen. Das wäre auch schon wieder ein Aufreger-Thema, aber ich wollte nicht zu sehr in „Coronavirus-Timing-Mimimi“ verfallen…

Kommen wir zum Stoff dieses Beitrages. Gelb ist er und wurde zum Monatswechsel dann auch öffentlich vorgestellt, nachdem das Design bereits vor Wochen geleakt worden war. Aber da hatte man keine komplette Gewissheit, ob es nun in die Richtung geht, vor allem aber noch Hoffnung, dass sich in der Detailsausgestaltung etwas tun würde. Aber nein – Borussia Dortmund geht damit in die Spielzeit 2020/2021 der Fußball-Bundesliga:

An sich finde ich das BVB-Heimtrikot 20/21, das übrigens dank Mehrwertsteuer-Senkung für „schmale“ 82,85 Euro daher kommt (Danke, Merkel!), gar nicht verkehrt. Der Gelbton wirkt etwas heller und „kälter“ als zuletzt, auch gegen das Pokémon Elektek (yay, doch noch ein Serien-Bezug!) erinnernde Design habe ich nicht wirklich was. Dass neben der visuell verkörperten Dynamik auch verdammt viel kreativer Spielraum in Punkto Kommunikation rund um das Blitz-Symbol besteht, hat der Ruhrpott-Verein ja bereits im Rahmen der offiziellen Verkündung gezeigt. Mich stören da aber so einige Details, die nicht professionell für einen Wurf dieser Größenordnung wirken.

Abstände. Gerade in Zeiten des Social Distancing wirkt es regelrecht rebellenhaft naiv, das Vereinsemblem derart nah an das zentrale Zacken-Element zu packen. Hat man die Einbindung des Puma-Logos noch erfreulich gut meistern können, wirken die Abstände beim gelben Rund schlichtweg unstimmig. Beinahe noch schlimmer wird es aber mit dem 1&1-Kasten. Der neue Hauptsponsor des Vereins, der fortan bei den Bundesligaspielen auf der Brust der BVB-Spieler prangen wird, hat sich für seine Box-Variante entschieden. Immerhin nicht in Unternehmens-typischer Blau-Weiß-Kombination (Danke!), dafür scheint aber niemand im Trikot-Design-Bereich auf ein nicht-längliches Sponsoren-Logo eingestellt gewesen zu sein. Vermutlich hatte man noch Evonik als bisherigen Sponsor im Kopf oder auf die Einbindung des 1&1-Sub-Logos „IONOS“ gesetzt. Das in schwarzen Lettern würde mMn super aussehen, aber okay – Kasten it is. Selbst den hätte man aber doch besser einbinden können. Alleine der weiße Streifen drumherum macht vieles kaputt. Mag Corporate Design-Vorgabe des Unternehmens sein, letztlich muss der Sponsor ja auch irgendwie auffallen und sich absetzen, aber zumindest den hätte man weglassen können, wenn schon nicht auch der Schriftzug gestanzt gewesen sein konnte (also letztlich gelb).

Ich habe hier mal auf die Schnelle zwei Minuten Photoshop-Philipp gespielt und angedeutet, wie das mit ein paar wenigen Änderungen besser und vor allem stimmiger aussehen könnte, ohne sich groß von der Basis des Design-Entwurfes entfernen zu müssen:

Am Ende muss man das Trikot natürlich an den Spielern, in Natura und bestenfalls an sich selbst sehen, um eine profunde Meinung abgeben zu können, zeigen Fotografien ja immer nur die halbe Wahrheit. Dennoch lassen mich auch diese ärgerlichen Unperfektionen mich aktuell noch damit hadern, beim Heimtrikot zuzugreifen. Wie die vergangenen Jahre, als ich lieber zum Ausweich- oder Cup-Trikot gegriffen habe. Das ist eigentlich schon seltsam genug, habe ich doch seit Mitte der 90er Jahr jedes Jahr ein Trikot geholt, so gut wie immer direkt zur Erscheinung des Heimtrikots. Aber jetzt ist da wieder so ein Block-Emblem, das an die seltsam aussehenden Zeiten mit Ausrufe-Zeichen-Schachtel auf der Brust erinnert. Naja, so schlimm ist es ja zum Glück doch nicht geworden…

Trikot-Bild: Borussia Dortmund

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