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Fabio regt sich auf

Mein TV-Aufreger der Woche: Maue „Scott & Huutsch“-Neuauflage

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Fabio
24.07.21

TV-Aufreger_Scott und Huutsch

In den 1980ern erfreuten sich sogenannte Buddy Movies großer Beliebtheit. Darin trafen meist zwei ungleiche Personen aufeinander, die sich zunächst nicht riechen konnten, sich aber dann letztlich doch zusammenschlossen, um gemeinsam einen Fall zu lösen. Irgendwann brachte man das Ganze auf die Spitze und stellte den Figuren häufig sogar eine andere Spezies an die Seite. Üblicherweise ein flauschiger Vierbeiner, der insbesondere auch beim jüngeren Publikum gut ankam. Hierzu zählt auch der 1989 angelaufene Film „Scott & Huutsch“ mit Tom Hanks und einer schlabbernden Dogge in den Hauptrollen. Bei alle den hervorragenden Filmen mit Schauspiel-Star Tom Hanks hat man sich nun ausgerechnet die mittelmäßige Cop-Komödie von einst ausgesucht, um ihr einen Neuanstrich zu verpassen. Leider ist den Macher:innen bei Disney+ kaum etwas Neues eingefallen, stattdessen wird leider nur Durchschnittsware geboten. Da wird der Hund in der Pfanne verrückt.

Deshalb taugt die erste Folge von „Scott & Huutsch“ nichts

Die mit dem einfallslosen Namen „Auf den Hund gekommen“ betitelte erste Episode zeigt den von Josh Peck (bekannt aus der Nickelodeon-Serie „Drake & Josh“) gespielten Polizisten, Single und Saubermann, wie er eines Tages plötzlich von seiner Schwester eine Dogge bekommt. Der Hund war zuvor in der Obhut seines inzwischen verstorbenen Vaters und nun soll Scott sich um ihn kümmern. Und hier steckt eigentlich schon die größte Problematik des seriellen Remakes. War Huutsch im Kinofilm von 1989 noch der Hund eines Mordopfers, der in der Lage war den Täter später zu identifizieren, dichtet man ihm jetzt einfach einen sechsten Sinn für üble Burschen hinzu. Und während sich im Original Scott und Huutsch erst langsam annähern und Vertrauen zueinander aufbauen, überschlagen sich die Ereignisse nur so in der gerade mal 45 Minuten andauernden ersten Folge. Fix schließt der Pedant Scott Frieden damit, dass ein Hund seine Wohnung verwüstet und die Möbel angeknabbert hat. Schon kurz darauf nimmt er den Vierbeiner mit zu einem gefährlichen Einsatz mit seiner schwangeren Partnerin (Carra Patterson). Natürlich dürfen coole Hundesprüche, wie „Waffe weg oder du wirst zu Hundefutter verarbeitet“ dabei nicht fehlen.

Turner and Hooch

Emily, die Veterinärin und Scotts Love Interest aus dem alten Film wurde nun durch die Hundeerzieherin Erica (Vanessa Lengies) ersetzt. Auch hier bahnt sich etwas an, worauf die holprigen Dialoge zwischen Scott und Erica deutlich hindeuten. Statt verspielt und romantisch wirken die Szenen aber so, als ob man zwei unsicheren Grundschülern beim Kennenlernen zusehen würde.

Scott Erica

Den Schauspieler:innen kann man eigentlich keinen großen Vorwurf machen. Allen voran Josh Peck macht seinen Job als Sympathieträger eigentlich ganz gut. Was der Serie fehlt, sind neue Impulse. So setzt man auch bei der Optik lieber auf herkömmliche TV-Kost à la „CSI“ statt auf große Bilder im Kinolook. Hinzu kommt kindischer Hunde-Humor, der auch noch mit Songs wie „Atomic Dog“ von George Clinton untermalt wird. Das braucht meines Erachtens keiner mehr im Jahr 2021. Es reicht eben nicht die Protagonist:innen mit Smartphones auszustatten, um eine Geschichte frisch und modern wirken zu lassen. Damit jagt man definitiv keinen Hund ins Haus, oder so. Vielleicht sollten sich die Damen und Herren bei Disney lieber nochmal „Big“ anschauen. Ein Kind im Körper eines Erwachsenen bietet deutlich mehr Stoff für eine aberwitzige Serie für Groß und Klein. Wuff!

Bilder: Disney

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