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Spoilerfreier Blick auf die NBC-Serie, die aktuell bei Netflix läuft

Serientipp: Superstore

Spoilerfrei
12. Dezember 2021, 14:14 Uhr
Spoilerfrei
Michael
12.12.21

Mit das Erste, was wir machen, wenn wir an einem Urlaubsort ankommen, ist: einkaufen gehen, im örtlichen Supermarkt. Ich fand’s lange nicht so spannend, aber meine Frau ist ein absoluter Fan von Supermärkten. Sie muss immer schauen, was es da jeweils so Besonderes gibt, was es nur da zu kaufen gibt, und direkt einige Spezialitäten mitnehmen. Mittlerweile ist’s bei mir nicht viel anders, und ich halte auch immer Ausschau nach dem Besonderen in den Läden. Ich habe mich mit Albert Heijn-Taschen eingedeckt, damit diese „anderer Supermarkt“-Atmosphäre auch aufkommt, wenn ich bloß in den heimischen Edeka um die Ecke mal kurz reinspringe. Was ich in den Stores auch immer gerne mache, ist mir die Leute anzuschauen, die da so einkaufen, die aber vor allem dort auch arbeiten. Ich liebe es, wenn ich suchend durch den Gang schlendere und dabei aufschnappe, wie sich zwei Kolleg:innen mal wieder nicht einkriegen können, wenn es um Mitarbeitende geht, die gerade mal wieder 5 Minuten zu lange Pause machen oder das Toilettenpapier vollkommen falsch einsortiert haben.

Dank der NBC-Comedy „Superstore“ kommt dieses Supermarkt-Feeling jetzt zu uns nach Hause. Passend zur Pandemie hat Netflix die bisherigen 5 Staffeln ins Serienregal geräumt, Staffel 6 folgt Mitte Dezember nach. So kann man sich jeden Abend gemütlich nach örtlichem Ladenschluss noch in den Superstore 1217 der „Cloud 9“-Kette begeben, um das Mitarbeiter:innen-Team in St. Louis, Missouri bei der täglichen Arbeit zu begleiten. Eine Comedy im Supermarkt-Umfeld – kann denn sowas lustig sein?

Kann es, wenn man wie bei „Superstore“ kreative Köpfe hinter der Kamera hat wie Showrunner Justin Spitzner („The Office“) oder die Autor:innen Matt Hubbard („Parks and Recreation“, „30 Rock“), Sierra Teller Ornelas („Brooklyn Nine-Nine“) oder Karey Dornetto („Community“, „Portlandia“, „South Park“). Und wenn man ein gut funktionierendes Ensemble vor der Kamera hat, das zudem perfekt gecastet ist und bei dem die Figuren ausgezeichnet entwickelt sind. Klar sind alle Figuren stereotypisch angelegt, deutlich überzeichnet, aber dadurch zieht „Superstore“ mitunter auch den Spaß beim Zuschauen. Sicher wird’s, gerade im weiteren Verlauf der Serie, hier und da auch etwas mühsam, weil das Überzeichnete ins Platte kippt, aber im Gegensatz dazu haben die Autor:innen auch immer wieder überraschende Wendungen für die Figuren parat.

Worum geht’s vereinfacht gesagt in „Superstore“? Um den gewöhnlichen Alltag in einem Superstore, hier der Kette „Cloud 9“, in dem das Team versucht, den Laden am Laufen zu halten und die Kunden für die tollen Angebote zu begeistern. Im Laden integriert ist eine Apotheke mit dem extrem von sich selbst überzeugten Tate Staskiewicz („Im Prinzip sind Sie doch ein Doktor, oder?“ – „Nein, viel besser, ich bin Apotheker!“), eine Waffenabteilung, ein Spirituosen-Bereich und ein Fotostudio. Alles kleine Abteilungen, die immer wieder wunderbare Schauplätze liefern für gesellschaftspolitische Diskussionen, durchaus mit Witz geführt, aber auch immer einen ernsten Punkt beinhaltend. Das gilt auch für die Prozesse innerhalb der Organisation, von Krankenversicherung über Überstundenbezahlung bis zur zentralen Steuerung aller Prozesse von der Firmenzentrale aus. Regelmäßig gibt es Unterweisungen für die Mitarbeiter:innen, sobald wieder etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Highlight ist dabei das Staffelfinale der Premieren-Season, wenn „Cloud 9“ zu verhindern versucht, dass sich ein Betriebsrat gründet. Der Abgesandte des Unternehmens, Steve, ist einfach perfekt gezeichnet, mit seinen Argumentationen und Erwiderungen. Er wird nur geschlagen von dem Team selbst, allen voran von Store Manager Glenn Sturgis, der etwas schusselig und einfach daher kommt, aber ein großes Herz hat und die Mitarbeiter:innen als seine zweite Familie betrachtet. Ihn kann man einfach nur mögen, und es gibt wirklich extrem witzige Momente mit ihm. Auch zu den anderen Figuren entwickelt sich schnell eine persönliche Beziehung, so dass man als Zuschauer schnell selbst teil der „Cloud 9“-Familie wird.

Vor allem die kurze, elfteilige erste Staffel kann man nur jedem ans Herz legen, hier toben sich die Autor:innen noch richtig aus. Danach gibt’s in den 22-teiligen Staffeln auch immer mal wieder Durchhänger, was bei einer üblichen 22-Minuten-Comedy aber auch zu erwarten ist. Die immer wieder erfrischenden Dialog-Ideen und die mitunter sehr skurril anmutenden Einspieler, über die Maik hier schon berichtet hat, lassen einen aber locker darüber hinweg sehen. Und so lohnt es sich aus meiner Sicht absolut, jeden Tag einmal in den Supermarkt zu gehen. Es muss ja nicht der Laden um die Ecke gehen, es reicht der kurze Weg zur Couch, denn mit einem Klick auf die Fernbedienung ist man ja schon bei „Cloud 9“. Viel Spaß beim Einkaufen… äh… Zuschauen!

Bilder: NBC

Ein Kommentar

  • Ich mochte die Serie sehr, trotz einiger etwas nervigen Klischees moderner Sitcoms. Etwa dass man einerseits versucht so progressiv und divers wie möglich zu sein, seinen Cast mit Schauspielern jeglicher Hautfarbe und sexueller Orientierung schmückt, die Autoren es aber trotzdem immer noch lustig finden, wenn Männer sexuell belästigt (oder schlimmer) werden. Oder dass mehrere Charaktere so derart toxische Arschlöcher sind *hust*Mateo*hust*, dass man am liebsten den Fernseher schlagen möchte, wann immer sie auftauchen, aber alle anderen Charaktere in der Serie so tun, als wären sie gute Freunde, denen man unbedingt helfen muss, wenn ihnen etwas schlimmes passiert.

    Aber ja, lustige Serie. Nichts besonderes, aber ich hatte Spaß damit.



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