Maik regt sich auf

Mein TV-Aufreger der Woche: Nervige Streaming-Werbepausen

Spoilerfrei
Maik
11.04.20

„Können wir mal nicht von einem brennenden Planeten fliehen?“ – diesen Satz (so oder so ähnlich) habe ich in den letzten Tagen x-fach gesehen (und kann ihn mir anscheinend dennoch nicht zu 100% merken, mea culpa). Er stammt aus der Serie „The 100“. Die schaue ich aber gar nicht. Sondern „The Masked Singer“. Dieses Show-Phänomen ist bis zur jüngst angelaufenen und kurz darauf aufgrund der Coronavirus-Pandemie pausierten zweiten Staffel komplett an mir vorbei gegangen. Durch die Zwangspause holen mein Lieblingsmädchen und ich dann halt die erste Staffel nach, die coolerweise angenehm über joyn zu streamen ist. Soweit das Positive…

Beim ersten Start über den Smart-TV erscheint eine Eigenwerbung für – ihr habt es erraten – „The 100“. „Können wir mal nicht von einem brennenden Planeten fliehen?“. Ein kurzer Teaser, irgendwo zwischen 10 und 15 Sekunden. Tut ja nicht weh. Schon mehr die kleine Angabe in der unteren Bildschirm-Ecke, die „Spot 1 von 6“ besagt. Naja, okay, irgendwie müssen die das kostenfrei zugängliche Programm ja auch monetarisieren. Werbung ist geduldig und letztlich wird es ja vermutlich weniger sein, als hätte ich die Sendung live im Fernsehen gesehen. So weit, so in Ordnung.

Wiederholung…

„Können wir mal nicht von einem brennenden Planeten fliehen?“ – da ist es wieder! Vielleicht 15 Minuten in der Sendung erscheint wieder ein Werbeblock mit dieses Mal „nur“ fünf Spots. Einer für „La Zona“ ist abhanden gekommen. Aber „Können wir mal nicht von einem brennenden Planeten fliehen?“ bleibt mir treu. Immer und immer wieder. Vielleicht liegt es an meinem TV-Modell, der schlechten Internetverbindung oder Krisen-geschuldet ausbleibenden echten Werbebuchungen, aber wir bekommen stets auf Neue die gleichen Spots zu sehen. Eigenwerbung für weitere joyn-Formate, die wir nach dem ungelogen zwölften Mal beinahe auswendig können. Selbst die Reihenfolge der Spots bleibt gleich. Es wird nervig.

Aber nicht nur das, vor allem nervt auch die Positionierung! Manchmal starten die Werbepausen mitten im

Satz. Das ist vor allem toll, wenn Moderator Matthias Opdenhövel gerade einen Kandidaten ankündigt, oder selbiger gar gerade zu den ersten Tönen der Performance ansetzt. Und nach den zwei bis sechs Spots geht es dann einfach nahtlos weiter. Dafür gibt es aber jede Sendung Momente, in denen mit „Wir sind gleich wieder da!“ in die Werbung übergeleitet wird, aber – Überraschung – gar keine kommt. Stattdessen ein Schnitt und ein „Da sind wir wieder!“.

Smart statt nervig, bitte!

Spielt die Sache doch smarter aus, bitte. Gegen Werbung habe ich ja nichts (auch wenn ich sie natürlich eher dulde als zu schätzen), aber setzt diese doch vernünftig ein. Ganz vom markenschädigenden Wear-Out-Effekt, der erweisenermaßen aus zu häufig wiederholter Kontaktzahl beim Rezipienten eintritt, könnte es mit gleicher Menge Spots auch deutlich charmanter gelöst werden. Nutzt doch einfach die Sendung-gegebenen Werbe-Pausen für richtige Pausen, arbeitet von mir aus mit Kapiteln, die im Player entsprechend Werbung voranschalten oder setzt anderweitig manuell denkbare Stellen, wo Werbung harmonisch integriert werden. Macht von mir aus Split-Screens, Overlays oder was auch immer, aber so, wie es (zumindest über den Samsung-Smart-TV bei joyn) der Fall ist, ist es nichts weiter als einfach nur nervig.

Bild: ProSieben

2 Kommentare

  • Stephan

    Grausam, diese Werbung, sehe ich genauso. Joyn ist für mich nur deswegen gestorben.

  • Das Rätsel um die sich ständig wiederholenden Spots, beschäftigt mich schon seit langem. Zum Beispiel hatte mir Netzkino einmal vor dem Start des gewählten Films ganze 10 (zehn) mal am Stück den Trailer für „Wunder“ um die Ohren gehauen.


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