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Schießen sie sich selber ins Bein?

Mein TV-Aufreger der Woche: Vorab in der Mediathek

Spoilerfrei
Nicola
21.03.21

Eigentlich sind Vorabveröffentlichungen von ARD und ZDF in der Mediathek ja per se nichts Schlechtes. Neulich habe ich mich beispielsweise gefreut, da es sich um einen sehr spannenden Krimi handelte, der als Zweiteiler ausgestrahlt wurde. Ein Teil die eine Woche, der nächste in der darauffolgenden. Den zweiten Teil konnte man sich aber vor der TV-Ausstrahlung schon in der Mediathek ansehen. In dem Fall fand ich das gut. Doch nun heißt es: Finde den Fehler.

Senken die Sender nicht so absichtlich ihre Quoten?

Das war die erste Frage, die mir hierbei in den Sinn kam. Ich war neulich eigentlich auf der Suche nach einer Wiederholung eines Krimis, als ich in der ARD Mediathek über die Krimiserie „Die Toten von Marnow“ stolperte. Die Serie hatte nicht allzu viele Folgen und da dachte ich mir, ich schau mal rein. Denn wenn die deutschen Produktionen ein Genre beherrschen, dann ist das für mich der Krimi. Umso erstaunter war ich aber, als ich in den letzten Tagen die Programmvorschau für ebendiese Serie im Fernsehen gesehen habe. Daraus schlussfolgerte ich nun: Ich hatte sie bereits als Vorabveröffentlichung in der Mediathek gesehen.

Für mich bedeutete das: Ich habe mich abends nicht vor den Fernseher gesetzt und mir linear zur Primetime „Die Toten von Marnow“ angesehen. Für die ARD bedeutete das in diesem Fall jedoch: Eine Zuschauerin weniger und der Quotenanteil der Zuschauenden insgesamt sank auch. Frage ich mich nun nicht zurecht, wieso sie das machen? Ich habe nichts gegen Veröffentlichungen in der Mediathek einzuwenden; im Gegenteil. Auch die öffentlich-rechtlichen TV-Sender müssen mit den Streamingdiensten in Konkurrenz treten und ein On-Demand Angebot schaffen. Jedoch bin ich der Meinung, sollten sie hierbei nicht ihre eigene Konkurrenz darstellen. Schließlich ist ihr Ziel immer noch, dass die Zuschauenden linear ihre Programme schauen. Wie aber wollen sie das schaffen, wenn sie ihre Angebote bereits vor der linearen Ausstrahlung im Fernsehen vorab in den Mediatheken veröffentlichen? So entsteht meiner Meinung nach gar kein Anreiz mehr für mich, überhaupt noch linear Programme zu schauen.

Nachtrag

Damit es nicht zu weiteren Verwirrungen kommt: Natürlich braucht man eine Quotenbox um bei den Tagesstatistiken berücksichtigt zu werden. Jedoch gibt es auch weitere Wege, wie Quoten ermittelt werden: Durch Langzeitverhalten, durch Erfassungen in Befragungen und wenn zur Verfügung gestellt durch Smart-TV Geräte (was jedoch datenschutzrechtlich bemängelt wird). Des weiteren wollte ich damit eigentlich auch eher ein Beispiel demonstrieren, da ich wahrscheinlich nicht die einzige Person gewesen sein werde, die sich das Format vorab angesehen hat. Eine Quote wird repräsentativ erhoben und ich habe mich nun auch als repräsentatives Beispiel in diesem Kontext darstellen wollen.

Bilder: ARD

9 Kommentare

  • Der Beitrag ist mangels Informationsgrundlage hinfällig. Quoten werden nur bei Personen erhoben, die auch eine Quoten-Messbox zu Hause stehen haben. Daher heißt es ja auch QUOTE: Es wird nur bei einem Teil gemessen und dann hochgerechnet. Wer keine solche Box hat, findet seitens Sendern keinerlei Beachtung.

  • Ich bin mir ziemlich sicher, die Abrufzahlen der Mediathek fließen in die Quote mit ein. Klar, was „Die TV Ausstrahlung war ein Flop, aber in der Mediathek war das die meistgesehenste Sendung des Monats“ am Ende zu bedeuten hat, ist wieder eine andere Frage, aber unterm Strich sind viele Zuschauer viele Zuschauer, egal, ob sie es nun im linearen Fernsehen oder der Mediathek angesehen haben.

    • Hallo Holden,
      Für die Einschaltquote im Fernsehen gibt es immer gesonderte Zahlen und diese werden nicht mit Mediathekaufrufen vermischt. Die Quote hierbei bezieht sich tatsächlich nur auf die Fernsehzuschauer:innen. Natürlich verstehe ich deinen Gedankengang. Unterm Strich haben es zwar viele Leute gesehen, was gut für die Serie ist, aber nicht unbedingt für den Sender. Denn wenn man als Zuschauer:in nicht zu der Zeit die ARD einschaltet, besteht die Gefahr einer Abwanderung zu anderen Sendern. Das senkt dementsprechend den Marktanteil von der ARD an diesem Abend.
      Grüße, Nicola

  • Ist der Beitrag Satire oder etwa ernst gemeint?
    Einfach Mal den Wikipedia-Artikel diesbezüglich konsultieren und schon hat sich das alles erübrigt, denn meine beiden Vorposter haben Recht.
    Ansonsten ist der wert und die Genauigkeit von TV- Einschaltquoten eh fragwürdig, aber Sender klammern sich noch immer dran. Noch absurder was die öffentlich rechtlichen angeht, da sollte sowas wie eine Quote nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen.

    • Hallo Mob,
      ich habe eine Ergänzung des Beitrags vorgenommen, um Unklarheiten zu beseitigen. Natürlich lässt sich bei der Genauigkeit von repräsentativen Umfragen streiten. Die gewisse Abweichung jedoch ist nun mal das Hauptmerkmal einer solchen Umfrage.
      Ich verstehe deinen letzten Punkt leider nicht. Meinst du die Quote solle bei öffentlich-rechtlichen Sendern keine Rolle spielen müssen, aufgrund ihres Bildungsauftrags? Weil in dem Fall sollte sie ja gerade eine wichtige Rolle spielen.
      Oder gehst du hierbei auf die Rundfunkbeiträge ein, mit denen sie sich finanzieren? Denn da könnte man wieder eine weitere Grundsatzdiskussion starten. In diesem Fall finde ich Quoten jedoch auch nicht unwichtig, da hier ebenfalls geschaut werden kann, welche Programme gut ankommen und welche nicht.
      Grüße Nicola

      • Komische Ergänzung. Macht das ganze noch unverständlicher.
        Und ja du hast mich richtig verstanden. Warum nochmal soll die Quote in den öffentlich- rechtlichen ein Rolle spielen? Wenn ja, dann kann man ja gleich nur noch Fußball, Tatort und in aller Freundschaft zeigen und schon stimmt die Quote. Und Qualitätsproduktionen ohne viele Zuschauer fallen dann weg? Wo ist da die Logik?
        Und ich werde hier sicherlich keine Diskussion über die Rundfunkgebühren starten, weil diese wichtig sind und ich sehr froh bin, dass wir einen öffentlich rechtlichen Rundfunk haben. Auch wenn es sicherlich in einigen Bereichen Reformbedarf gibt.

  • Nun, beschreibt dein Fazit „So entsteht meiner Meinung nach gar kein Anreiz mehr für mich, überhaupt noch linear Programme zu schauen.“ nicht eigentlich eine Entwicklung, die schon längst in vollem Gange ist, und auf die „unser“ öffentlich rechtlicher Rundfunk lieber früher, als später reagieren sollte, denn ich möchte wetten, dass wir in den nächsten (maximal) 10 Jahren den Tod des linearen Fernsehens erleben werden.

    • Hallo Rumold,
      Dem möchte ich gar nicht widersprechen. Das lineare Fernsehen hat schon seit einer Weile zu kämpfen, spielt aber trotzdem noch eine wichtige Rolle. Zudem versuchen die Sender auch, dem entgegenzuwirken. (Zu entscheiden, wie erfolgreich das ist, überlasse ich jedem selbst).
      Fakt ist: Die Bevölkerung wird immer älter und gerade in diesen Generationen ist das lineare Fernsehen noch ein wichtiger Bestandteil. Ob das lineare Fernsehen also tatsächlich ausstirbt, möchte ich so nicht sagen, aber es wird eine immer unwichtigere Rolle spielen in Zeiten von On-Demand Programmen, das denke ich schon.
      Grüße, Nicola

      • Du hast vermutlich recht, und meine Menetekel über den baldigen Tod des linearen Fernsehens war etwas zu dramatisch prophezeit. Wir werden es ja vielleicht noch erleben, ob dieses umstrittene „Rieplsche Gesetz der Medien“ nun gilt oder nicht. ;)


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