Viele, viele bunte Haare...

Review: Dirk Gentlys Holistische Detektei – Staffel 2

SPOILER !!
Jessie
20.05.18

Wir erinnern uns, wie die erste Staffel von Dirk Gently’s Holistische Detektei endet: Die Zeitmaschine wurde zerstört und doch scheinen die Bösen zum Schluss irgendwie gewonnen zu haben. Blackwing hat den Rowdy 3 umzingelt und Dirk Gently verschwindet spurlos…

Es beginnt, wie es endete… skurril

Und genau da beginnt die zweite Staffel. Naja oder auch nicht. Wir sind in einer Märchenwelt, in der die Männer mit Scheren statt Schwertern kämpfen und der Mond ein wunderschöner Gesichtsberg am Himmel ist. Wendimore. Und so sind wir mittendrin – im verrückten Wahnsinn. Keine Zeit zum Durchatmen oder Normalität finden. Es beginnt, wie es endet. Eigenartig.

Und so ist es auch kaum überraschend, dass der skeptische Todd aus der ersten Staffel nun alles glaubt und ganz im Stile des verschwunden Dirk Gently durch die Welt läuft. Mit nichts weiter als dem Glauben an das Universum. Denn: Everything is connected – alles ist verbunden. Und damit Farah – seine Reisebegleitung auf der Suche nach Dirk – über 3 Monate langsam in den Wahnsinn treibt.

Und dann gibt es natürlich noch Amanda zusammen mit Vogel: die beiden konnten fliehen und sind nun auch auf der Suche, nach einer Möglichkeit ihre drei Kumpels vom Rowdy 3 zu befreien. Oder überhaupt erstmal zu finden.

Was ist nun aber die Story?

Neben der Suche nach Dirk Gently, die ja zum Glück bald Erfolg hat, geht es darum, Wendimore vor dem bösen Zauberer und seiner Armee zu retten. Denn in dieser wundervollen, farbenfrohen Fantasiewelt droht ein Krieg. Und dazu gibt es auch zwei verfeindete Familien, die sich gegenseitig beschuldigen, mit dem Verschwinden des einen Sohnes etwas zu tun zu haben. Alles nur ein Missverständnis, aber sie sind zu verbohrt es zu erkennen und treiben ihre Anhänger in einen Krieg, der gar nicht nötig wäre. Und dabei erinnert es ein wenig an Shakespeares ‚Romeo und Julia‘. Denn auch hier bildet eine geheime Liebe der beiden Kinder ein Band zwischen den Familien. Nur sind es zwei Männer.

Doch eigentlich sollten sich alle zusammenschließen, um gegen den großen Zauberer vorzugehen. Denn es gibt eine Prophezeiung: Finde Dirk Gently – nur er kann Wendimore retten. Und mit diesem Wissen macht sich der Zauberer und auch ein Ritter aus Wendimore auf in die reale Welt, um Dirk vor dem anderen zu finden.

Und diese Story – so eigenartig sie auch klingen mag – zusammen mit einer Vielzahl an skurril-komischen Charakteren ist das Rezept für eine tolle Staffel. Ich bin begeistert. Denn die zweite Staffel macht alles richtig. Sie knüpft direkt an die erste an, gewährt uns einen tieferen Einblick in die einzelnen Charakter, macht uns mit neuen Figuren bekannt und lässt uns nach jeder Folge mit einem WTF auf dem Gesicht zurück. Ich hätte nicht gedacht, dass nach der ersten Staffel noch irgend etwas Vergleichbares kommen kann. Kam es aber. Und zwar doppelt und dreifach.

Die Rollen sind vertauscht

Und der Stil der ersten Staffel wird nicht einfach weitergeführt: denn dieses Mal ist es Dirk, der zweifelt, der aufhören will und fast schon depressiv in der Ecke sitzt. Aus Angst vor mehr Verlusten. Das erste Mal hat er Freunde in seinem Leben und die will er nicht verlieren. Und damit wird das Dilemma klar. Angst bremst uns aus, Großartiges zu leisten. Und da kommt Todd immer wieder dazu und hilft ihm raus aus diesen Gedanken. Die Rollenverteilung hat sich gedreht und die beiden haben eine wirklich tolle Freundschaft.

Aber damit nicht genug. Denn diese Serie ruht sich nicht auf den Hauptcharakteren aus. Sie schafft tolle neue, wie Tina, Sherlock oder Suzie. Und macht Farah und vor allem Amanda zu wichtigen Teilen der Geschichte. In meiner Wahrnehmung ist es die erste Serie, die Frauen und Männer gleichberechtigt behandelt. Jeder hat seinen Beitrag und dabei gibt es taffe Frauen wie Farah, die eben die unsicheren Männer Dirk und Todd beschützt. Und Amanda war in der ersten Staffel noch eher unscheinbar und bemitleidenswert – weil sie aufgrund ihrer Krankheit nicht mal das Haus verlassen konnte. Aber diese vermeintliche Schwäche verwandelt sich innerhalb dieser Staffel in ihre größte Stärke. Sie wird auf eine eigenartige Art eine Zauberin.

Aber damit nicht genug: während in Wendimore die Farben nur so explodieren, versuchen Farah und Tina in der realen Welt mit dem Zauberer klarzukommen. Und sind dabei herrlich überfordert, meistern es aber doch ziemlich fantastisch und ehrlich. Ich bin immernoch verliebt in den Umgang der beiden miteinandern – kein Gezicke, kein übliches Frauen-Gehabe. Einfach Coolness, Unsicherheit und Crazyness. YEAH! Das nenne ich Frauenpower! Mehr davon!

Entzückende Feinde

Auch die vermeintlichen Feinde sind wunderbar entworfen. Alle mit einem Augenzwinkern. So wird die große Geheimorganisation Blackwing angeführt von dem dümmsten Charakter der ersten Staffel. Und die Zauberin Suzie ist in ihrer Willkür und ihrem Wunsch nach Aufmerksamkeit so skrupellos, dass es einen immer wieder erschaudern lässt. Wirklich eine gute Böse. Wobei der wirkliche Böse wieder erst am Ende erscheint und mich sehr überrascht zurücklässt…

Denn auch hier zeigt sich wieder – der vermeintlich Gute kann auch einfach Böse werden. Weil Macht nicht jedem guttut.

Fazit

Die ganze Serie hat auf die erste Staffel nochmal einen drauf gesetzt und jeder, der die erste Staffel mochte, wird die zweite lieben. So geht es mir jedenfalls. Und ich hoffe, die Macher nehmen den Wunsch der Zuschauer ernst: Denn wir wollen eine dritte Staffel!

Warum auch nicht? Es ist eine gelungen Abwechslung zwischen all dem bekannten Comedykram und Hollywood-Geplänkel.

Also, reinschauen, Haare rosa färben und Kettensäge rausholen. Dann wird alles gut.

Everything is connected.

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