Ende im Gelände

Review: Game of Thrones S06E03 – Oathbreaker

09.05.16 17:40
Game of ThronesReview
SPOILER !!
Maik
09.05.16

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Diese Woche gab es mal wieder acht Schauplätze zu sehen. Kleinteilige Handlungen, die aber teils ersichtlich machen, dass da in naher Zukunft einiges zusammen laufen könnte (und muss!). Ein neuer alter Bekannter unter den Locations im Vorspann ist auch Vaes Dothrak, wo Daenerys so ihre Ankunfts-Schwierigkeiten hat. Ansonsten eher gehaltlos, das Problem dürfte Ser Jorah und die Drachenbande irgendwann lösen, denke ich. Tyrion ist davon gelangweilt und Varys macht glücklich.

„You speak 19 languages, you must occasionally use some of them to speak about things.“ (Tyrion)

Wichtiger war ja eh dieses total unvorhersehbares Comeback: Er ist wieder hier. In seinem Revier. War nie wirklich weg. Okay, außer fast ein Jahr… Jon atmet, setzt sich auf und Ghost nickt zusichernd.

„Olly….“ (Jon)

You saw nothing, Jon Snow. Wissen tut er grad auch nicht viel. Recht überzeugend gespielter Schock, wie ich finde. Passt, nach der deutlich zu langsamen Inszenierung vergangene Woche.

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Ach jau, Sam und Gilly gibt es ja auch noch! Wo hat Sam Junior denn die blonden Haare her? Da war doch nicht etwa Jaime Lannister im Spiel?! Bran zeigt uns derweil weiterhin, wie Geschichtsunterricht in einigen Jahren dank VR ausschauen könnte. Der junge Ned Stark ist… jung. Und dünn. Wie ich finde recht unpaasend gecastet – die Sprache und Stimme ist doch recht weit weg vom späteren Lord, übelst starker Akzent.

„I wish you good fortune in in the war to come. And now it begins.“ – „No. Now it ends.“ (Ser Arthur Dayne & Young Ned)

Beim 1:4-Kampf wurde einigermaßen glaubhaft gezeigt, dass Dayne wirklich was drauf hat. Fand es positiv, dass tatsächlich alle Figuren meist aktiv waren und nicht das übliche „einer macht was, alle anderen warten artig“-Spielchen getrieben wurde. Dass er aber vier in Schach halten kann, bei einem Verbleibenden aber seine Probleme bekommt, wirkt unpassend.

„You won’t be an old man in a tree. But before you leave, you must learn.“ – „Learn what?“ – „Everything.“ (Old man in the tree & Bran)

Olenna Tyrell ist mal wieder entzückend scharfzüngig unterwegs! Ich liebe die Sticheleien zwischen ihr und Cersei. Und wenn ein Altmeister mehr Schiss hat als eine Bande Kinder – großartig!

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Ein Mädchen soll wohl tatsächlich Daredevil werden. Fehlt nur noch das erste Staatsexamen. Netter CGI-Augentrick by the way. Ansonsten bleibt hier vor allem spannend, welche Rolle(n) sie nun auch abseits des Tempels einnehmen wird.

Oh man, wie viele Figuren man gar nicht mehr auf dem Schirm hatte… Der um Jahre gealterte nicht mehr ganz so kleine Rickon mit Osha im Schlepptau, aber leider ohne Shaggydog. Naja, ohne Großteile von Shaggydog… Schnüff. Ramsays vermeintlich unterwürfige Begrüßung dürfte dem in Gefangenschaft befindlichen eigentlichen Tronfolger Winterfells nicht wirklich viel bringen. Vermutlich eilt da aber wer anders zur Hilfe…

„Welcome home, Lord Stark.“ (Ramsay)

Der unbelehrbare Ser Allison Thorne lässt sich genau so hängen, wie seine Mitstecher. „Wer den Satz spricht, muss das Schwert schlagen“ und so. Die Köpfe sind jedenfalls erstaunlich schnell angefroren und Jon hat die Begleichung des Aufstandes als letzte Amtshandlung verstanden.

„My watch has ended.“ (Jon)

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Wie zu erwarten war, der Tod als Schlupfloch im Vertrag der Night’s Watch. So dürfte der Weg für Jon Snow zum „Lord Stark“ frei sein. Eben noch schnell Winterfell einnehmen, sich mit Bruderherz und Schwesterherz vereinen und fertig ist das Happy End! Naja, fast.

Insgesamt eine gute Folge mit erfreulich gutem Pacing trotz der erneut sehr kleinteiligen Erzählung. Grundsätzlich gab es aber wenig totes Fleisch, was die Handlung angeht und das ein oder andere auflockernde Element konnte die teils etwas übertriebene Härte zuletzt auffangen. So macht es Spaß, auch wenn noch immer der ganz große Wurf fehlt. Ich werde aber zuversichtlicher, dass das im Vergleich zur letzten Staffel deutlich besser gelingen dürfte.

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Bilder: HBO

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9 Kommentare

  • Briennes Schwert heißt Oathkeeper.

    • Fuuuu! Natürlich… :( Fettes sorry. Ich hatte kurioserweise nach „Breaker“ gesucht und gedacht, ich hätte da was im Hinterkopf gehabt und dann wurde mir ein Beitrag zum „Keeper“ ausgespuckt. Damn, geändert.
      (dann mag ich eben den Gegensatz im Starkschen Universum ;) )

  • Eigentlich eine gute Folge, aber das Versprechen auf die „beste Staffel aller Zeiten“ wird für mich bislang nicht eingelöst. Der Über-Cliffhanger mit Jon Snow wurde so aufgelöst wie es fast alle erwartet haben: Melisandre murmelt ein paar Worte, danach lebt Jon wieder, ist mehr oder weniger unverändert und hat nicht mal etwas interessantes zu erzählen. Puh, also wenn es das gewesen sein soll, bin ich schon recht ernüchtert. Da gab es deutlich kreativere Ideen:
    https://www.youtube.com/watch?v=sBwwyRGziLE

    Den jungen Ned Stark fand ich auch merkwürdig besetzt, er sieht aus wie ein Bauerntölpel… Und was ist bitte mit Bran und Rickon los, warum sind die in der gefühlt kurzen Zeitspanne plötzlich um Jahre gealtert? Klar Kinderschauspieler und so, aber bei Harry Potter und Co. hat man das ja auch hin bekommen.

    Warum sieht man immer noch überdeutlich Kunstschnee auf den Haaren der Nachtwache, wieso bekommen Leichen schon nach 30 Sekunden komische Flecken, und sollte Arya nicht längst einen Schädelbasisbruch erlitten haben? Alles Details, aber so langsam sollte man den Dreh doch raus haben.

    • Wird eh nur die „größte Staffel bis zur nächsten Staffel“, was das Marketing und Drumherum angeht. Besser als die vierte kann sie jetzt schon kaum noch werden, dafür ist es eben zu vorhersehbar – selbst das „Unvorhergesehene“ ist mittlerweile zu planbar…

  • Nun ja… auch wenn ich diese Folge eher als „Füllfolge“, im Sinne von „wir treiben mal überall ein wenig was an Handlung voran“, sehe, bin ich doch gerade von der Rückblende zum jungen Ned Stark angetan gewesen. Kann man diese doch als schlüssig mit der verbreiteten „R+L=J“-Theorie betrachten.

    Die Beschwerden eurerseits über einen falsch gecasteten Ned Start oder unlogische Dinge wie zu schnelle Leichenflecken oder eine zu robuste Arya lass ich nicht gelten, denn es handelt sich nun einmal um eine Fantasy Serie. Über White Walker und mordende Schatten hat doch auch niemand gesagt „Meh, unrealistisch!“. Dann hat die Wache halt Kunstschnee auf´m Kopp… ist doch wumpe und schadet der Erzählung nicht, oder?

    Ich fand den jungen Ned optisch sehr passend (auch mit diesem leicht gequälten Gesichtsausdruck, den auch der alte Ned hatte), aber ob sein Akzent zu unpassend war, vermag ich aufgrund Synchro-Fassung (noch) nicht zu sagen.

    • Naaaaja, das Fantasy-„Argument“ ist dann das, das als letzte Bastion herhalten muss. ;) Hier geht es ja nicht um Erklärbarkeit sondern logische Stringenz. Und die war eben (mal wieder) an einigen Stellen nicht vorhanden. Kleinkram, zugegeben, aber bei der Größe der Produktion eben doch auffällig und negativ anzumerken.
      Den jungen Ned fand ich vom Aussehen her sogar noch ganz okay – man verändert sich ja doch etwas mit der Zeit – und die Szene an sich war auch gut, aber habe da schon deutlich bessere Castings von Jung-Figuren gesehen (z.B. Harvey bei „Suits“, etc.). Ging mir hauptsächlich um den Akzent (hier das Original: https://www.youtube.com/watch?v=Ual0wSnY8qs).

  • Eben gerade WEGEN der Größe der Produktion und dem damit verbundenen Aufwand, finde ich die Kleinigkeiten bzgl. der logischen Stringenz nicht ganz so schlimm und mal im Ernst, tut es dem Anschaugenuss einen Abbruch, wenn es Kunstschnee statt echtem Schnee ist? ;)

    Bzgl. dem Akzent muss ich nun leider zustimmen… aber damit habe ich sogar mal einen Vorteil entdeckt, sich die Synchronisation anzusehen.

    Du siehst… mein Glas ist immer halbvoll! :-)

    • Hehe, du Zweck-Optimist, du! :) Ist es denn in der Synchro die gleiche Stimme wie der „alte“ Ned? Und klar, an allem stört man sich nicht und es gibt deutlich Schlimmeres. Aber manches fällt eben dann doch auf – und das sollte es nicht. Aber wie beim Seriengeschmack allgemein ist das eben subjektiv (um auch ein finales Anti-Argument zu bringen ;) ).

    • Ich sehe das genauso, es gibt auch in einer Fantasy Serie eine innere Logik. Es gibt zwar magische/übernatürliche Wesen, aber Arya ist nunmal ein Mensch (maximal ein Warg) und so wenig wie sie fliegen kann, sollte sie auch derartige Prügel nicht spurlos überstehen. Genauso Theon und Sansa die mal eben von einer zehn Meter hohen Mauer springen ohne Blessuren…

      Wie gesagt Details, aber wenn man gefühlte 153 Videos zu den CGI Effekten und Maskenbildern gesehen hat, fragt man sich schon was zum Beispiel bei den Leichen los war. Durfte da mal der Praktikant ran oder hat man da was falsch zusammen geschnitten? Offensichtlich waren die Maskenbildner ja dran, aber haben halt das falsche gemacht.

      Nur mal als Vergleich bei „Breaking Bad“ gab es in der ganzen Serie weniger „Hä?!“ Momente als GoT in 1-2 Folgen sammelt.



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