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Die Spiele haben begonnen!

Review: Game of Thrones S07E03 – The Queen’s Justice

ACHTUNG: SPOILER !!
31. Juli 2017, 15:51 Uhr
SPOILER !!
Maik
31.07.17

Ich fasse mich (eingangs!) kurz (weil wegen 63 Minuten vollgepackter Handlung und so). Danaerys‘ rhetorische Frage vom Staffelauftakt wurde mit einer Woche Pause dann doch noch mit Taten beantwortet. Alleine die erste Viertelstunde war wundervoll anzuschauen – nicht nur wegen der genialen Lichtverhältnisse beim Übergang zum Schloss.

Dragonstone

Das erste Aufeinandertreffen von Jon (ja, der war verdammt schnell dort, aber die Winde standen eben totaaal günstig…) und Tyrion nach sechs Staffeln war verdammt gut geschrieben. Die richtige Menge an Witz, Charme und Ernsthaftigkeit, ohne dabei stets vom eigentlichen Sinn dieser Unterhaltung abzuschweifen. SO muss das!

„General rule of thumb: Stark men don’t fare well when they travel south.“ – „True. But I’m not a Stark.“ (Tyrion & Jon)

Und endlich sieht man wenigstens mal wieder eine Hand voll Dothraki, die Unsullied-Ersatz spielen dürfen. Zu denen kommen wir noch… Dazu der nette Erschreck-Moment beim Drachen-Überflug, der ausschließlich Gäste aus den Socken gehauen hat – nice. Ebenso, wie Daenerys auf dem Thron zu sehen – das hat schon was und ist fast so gut wie ihr offizieller Titel.

„This place has changed!“ (Davos)

Den Gag mit der Bezeichnung lag natürlich auf der Hand, kam aber natürlich rüber. Das liegt vor allem an Davos, der als mittlerweile hoher Mann mit niedriger Standesvergangenheit und „dreckigem“ Akzent die Erdung solcher Szenen darstellt. So übernimmt er auch den Part der ultimativen Lobhudelei Jons, die als „Faith“-Gegenpol zu Daenyers‘ Rede wirkt.

„This is Jon Snow… – He’s King in the North.“ (Davos)

Jetzt möge man meinen, dass diese kleinen Titel-Rangeleien um „Lord“, „King“ oder „Warden“ kleinteiliger Firlefanz seien, aber ich feiere gerade dieses Ausexerzieren sehr. Das ist dann doch deutlich realistischer als wenn man es weg lässt oder gar zeigt, wie Figuren sich schnell einigen. So auch bei der späteren Beratung durch Tyrion in Richtung beider Seiten. Das ist Diplomatie, Zurechtrücken und eine Annäherung, ohne den eigenen Stand komplett zu verlassen. Sehr gekonnt erzählt!

„You could storm King’s Landing tomorrow and the city would fall. Hell, we almost took it and we didn’t even have dragons!“ – „Almost.“ (Davos & Tyrion)

Einige echte Neuigkeiten gab es dann aber auch noch auf Dragonstone. Die White Walker müssen natürlich erstmal verdaut werden. Was mich wundert ist, dass Jons Wiederauferstehung derart geheim war und sich nicht derart rumgesprochen hat. Sonst sind alle immer per WhatsApp-Rabe auf dem Laufenden, die Westeros-Neulinge sind (trotz Spinne?!) aber äußerst uninformiert.

„I wouldn’t say we took your ship…“ – „I’m not playing wordgames with you!“ (Tyrion & Jon)

Eines ist klar: Bei Daenerys und Jon war es keine Liebe auf den ersten Blick. Und das ist auch gut so. Denn Feuer und Eis sind eigentlich komplette Gegensätze, verfolgen unterschiedliche Ziele und besitzen komplett andere Herkunftsgeschichten.

„Am I your prisoner?“ – „Not yet.“ (Jon & Daenerys)

Und doch war er da: Der erste liebevolle Blick… Hinterher geworfen, als ein Mann mit Prinzipien nach einem Teilsieg wieder gen Heimat schritt. Und da ist es nur passend, dass Melissandre angibt, „Fire and Ice“ zusammen gebracht zu haben. Wie im Buchtitel – may the love story begin! Interessant finde ich hier den Punkt, dass die „Kinder das Spiel spielen“. Die alte Garde ist bis auf einige Ausnahmen komplett außer Gefecht gesetzt, dazu wirken die Darsteller der neuen Protagonisten-Garde ungemein jung (obwohl sie deutlich älter als in den Romanen sind).

Zwei Dinge noch von hier (jaja, viel zu viel, I know…): Melissandre hat recht direkt ihren Tod für eine anstehende Wiederkehr nach Westeros angekündigt. Folgt da noch ein bisschen feurige Magie in Richtung Serienfinale? Ansonsten fand ich noch die Lannister’sche Darstellung der Schwester als „angenehmeres Monster“ für die kleingeistigen Massen sehr gelungen. Allgemein wurde Cersei diese Episode auffällig häufig als Monstrum charakterisiert – und die Einstufung von Taten, Status und Gesellschaft hoch und runter philosophiert.

King’s Landing

„That same mob spitted at my sister not long ago…“ (Jaime)

„Rockstar“ Euron kehrt zurück und lässt mich erneut verärgert mit den Augen rollen, da wirkt selbst Cerseis angewidertes Ehe-Versprechen bei einem gewonnenen Krieg sympathisch (SO wichtig ist es ihr also – ein Greyjoy!!!). Bei der „Geschenkeübergabe“ fand ich den Moment noch gelungen, in dem Ellaria den Mountain (oder das, was von ihm übrig ist) wiedersieht.

Ansonsten war da natürlich noch der Rachekuss. Hier muss man schon sagen, dass die finsteren Tiefen Cerseis sehr gekonnt dargestellt wurden. Die rationale Abwägung, in welcher Form möglichst viel Leid zugefügt werden kann, um den Verlust der eigenen Tochter zumindest etwas zu mildern. Es endet in einer tatsächlich unfassbar fiesen Tortur für Ellaria. Ich bin gespannt, ob man sie noch einmal zu sehen bekommt. An Licht soll es nicht hapern…

„Make sure the guards change the torches every few hours, I don’t want her to miss a thing.“ (Cersei)

Der Selbstbewusstseins-Boost wird von Cersei natürlich wieder gekonnt in Größenwahn umgeleitet. Jamie sagt „Nein“ und „Nicht“, wird aber gekonnt ignoriert, denn look at all the fucks C gives – none! Trifft sich gut, weil Bankberater Mycroft – äh… Tycho Nestoris – kam von Braavos, um ein bisschen über das Sparbuch zu plaudern. Eigentlich ein unnötiges Nebenfeld, das lediglich eine weitere Problemfront darstellen sollte, aber es ist schön, dass Lannister-Motto mal wieder gehört zu haben.

„We don’t make bets. We invest in endeavors we deem likely to be successful.“ (Tycho Nestoris)

Winterfell

In Winterfell herrscht voraussichtliche Nahrungsknappheit, die alle einst weisen Männer am Denken hindert, so dass Sansa ein paar kluge Ratschläge einwerfen und gut dastehen kann. Wie schnell Stark-Kinder doch immer in ihre Führungsrollen wachsen… Und auch wenn Littlefinger (noch) klein gehalten wurde, gab es einen sehr treffenden kleinen Appell, der auch an uns Zuschauer hätte gerichtet sein können:

„Fight every battle everywhere, always, in your mind. Everyone is your enemy, everyone is your friend. Every possible series of events is hppening all at once. Live that way and nothing will surprise you. Everything that happens will be something that you’ve seen before.“ (Littlefinger)

Ansonsten gibt es Familienwiedervereinigung, die Hundertfünfzigste, wobei es ja immer wieder schön ist, eine Stark-Umarmung zu sehen. Auch wenn diese etwas einseitig ausfiel, vermutlich denkt Bran ständig darüber nach, ob uns auffällt, wie viel er gewachsen ist, wenn er ständig nur sitzend und liegend zu sehen ist.

Oldtown

Jorah schaut… „ein bisschen besser“ aus. Ein Hoch auf das Klima! Dass er jedoch derart schnell entlassen wird – naja, ist ja nur eine der am stärksten ansteckenden und unbehandelbarsten Krankheit der sieben Königreiche gewesen. Zur Belohnung gibt es einen echten Handschlag. So mit Haurkontakt und allem drum und dran. Hier dürfte klar sein, dass Jorah nochmal in den großen Kampf um das Herz eingreifen dürfte. Also den um Daenerys‘ Herz.

Samwell erhält im Gegenzug seine nächste Fleißarbeit – wenigstens riecht es diesmal besser.

„Your reward is not being immediately expelled from the Citadel.“ (Archmaester)

Casterly Rock

Und dann kommen wir zum Highlight der Folge. Erst wollte ich darüber meckern, dass es erneut eine Schlacht zum Episodenabschluss zu sehen gibt. Gibt es aber gar nicht. Es sind nämlich zwei! Und eigentlich gibt es nicht einmal eine wirklich zu sehen. Die Erzählerstimme von Tyrion über die Casterly Rock-Einnahme-Varianten hat mir sehr gefallen. Hat dem Durcheinander Struktur und Ruhe verliehen (was ich deutlich mehr mochte, als das Übersee-Durcheinander vergangene Woche).

Das war angenehm kurz gehalten und hat dennoch die Schwere des Vorhabens gezeigt. Dazu waren die CGI-Flotten- und Truppen-Darstellungen auf ein notwendiges Übel reduziert, was es recht glaubhaft erscheinen ließ (abgesehen von einem großen Loch in der Felsseite, das noch nie jemand bemerkt hatte…). Schön fand ich dazu den kleinen Shoutout an Bronn mit dem „ten good men“-Zitat. Auch wenn es da einen bittersüßen Beigeschmack gibt…

Highgarden

Denn Bronn ist auf dem Weg nach Highgarden – mit der Lannister-Armee. Ich befürchte, da wird es in Zukunft noch zu einem Aufeinandertreffen der beiden (Bronn und Tyrion) auf unterschiedlichen Seiten geben, bei dem Bronn sich zwischen seinem Söldner-Dasein und dieser „Freundschaft“ entscheiden muss. Im Hier und Jetzt bekommen wir jedenfalls eine noch schnellere Burgeinnahme zu sehen. Oder gerade eben nicht.

„Did we fight well?“ – „Uh, as well as could be expected.“ (Olenna & Jaime)

Hach, meine Lady of Roses! Selbst in der Niederlage bewahrt sie ihrer selbst und weiß dank brodelndem Blut noch eine Schüppe Bissigkeit drauf zu legen. Bei diesem Spruch hier musste ich tatsächlich lauthals lachen:

„There are always in failures.“ – „Yes. You must be very wise by now.“ (Jaime & Olenna)

Schade, dass sie sterben muss. In der ungewohnt aufgeräumten und ohne große Wendungen daher kommenden Szene gibt es noch einen schönen inhaltlichen Rückbezug auf den Littlefinger-Appell, sowie eine erneute Demonstration des Cersei’schen Rache-Reportoires zu hören. Und nebenbei wurde auch ein möglicher Tod Jaimes zumindest angedeutet.

„He really was a cunt, wasn’t he?!“ (Olenna)

Der große Knall folgt aber am Ende. Olenna stand hinter Joffreys Tod – und gibt die Tatsache preis, nachdem der schmerzlose Tod gesichert war. Mir hat hier vor allem gefallen, wie sich die Beichte nach und nach entfalten hat. Schnell gab es eine Ahnung beim Zuschauer, die sich in Gewissheit gewandelt hat und für die letzten Worte Olennas nur noch pure Genugtuung verbreitete. Klasse!

So hatte ich mir das als zweite Episode vorgestellt – eine wirklich tolle Folge! Es ist verdammt viel passiert (so dass ich bereits über 600 Wörter alleine an Notizen im Handy stehen hatte), wovon beinahe nichts wirklich unbedeutend war. Dazu gab es sehr viele gut geschriebene Dialoge zu hören, die stets ausgefeilt und doch realistisch anmuteten. Das liegt natürlich auch an einem Tyrion in absoluter Bestform!

Das Spiel hat also begonnen und die ersten Runden wurden in sehr schnellem Kriegstempo erzählt. Aber es ist ja auch schon so gut wie Staffelhalbzeit und so haben wir deutlich mehr Zeit, die richtig großen Schlachten gebührend genießen zu können. Und nach dieser Folge bin ich mir sehr sicher, dass wir das auch können werden.

Bilder: HBO

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8 Kommentare

  • Wildtyp

    Ich glaube ja, dass die „Fleißarbeit“ gar keine echte Strafe ist, sondern eine Möglichkeit für den Archmaester, Sam sozusagen inoffiziell Zugang zu Schriften über die lange Nacht, die White Walker usw. zu gewähren…

  • Ich fand die Folge auch sehr sehr gut!
    Aber es war doch die dritte Folge? (vorletzter Absatz)

  • Starke Folge, dass Daenerys und Tyrion sich so verzetteln hatte ich nicht kommen sehen. Gefühlt hat „Team Daeny“ gerade drei Viertel seiner Soldaten verloren, wobei ich bei den Sand Snakes gottfroh bin. Hoffentlich ist das traurige Kapitel Dorne damit erledigt, auch an Theon habe ich mich langsam satt gesehen. Ich meine wie viele Wendungen sollen da denn noch kommen?

    Was mich aber inzwischen wirklich nervt, sind die allzu passenden Timings und unglaubwürdigen Ereignisse bei Schlachten. Wie schon erwähnt, Casterly Rock hat eine Helms Klamm mäßige Schwachstelle die niemand bemerkt hat und dann trifft Euron genau im richtigen Moment ein um die Schiffe der Unsullied zu vernichten, bevor diese Lunte riechen? Da wäre dann doch irgendeine Erklärung schön, wie er das so punktgenau all den Weg von Kings Landing geschafft hat („gute Winde“) und woher er überhaupt so genau von dem Angriff erfährt (Whatsapp Gruppe?). Das sollte man inzwischen eigentlich besser können.

    • Zumal ich die Inszenierung allgemein recht beiläufig fand. Und dass er derart viele Schiffe (selbst nach dem letzten Kampf) noch über (oder überhaupt erst hat), ist ja eh bereits diskutiert worden. Aber gehen wir einfach mal davon aus, dass die Daenys-Flotte eben auch einen langen Weg hinter sich hat und es dementsprechend eine Art Gedankensprung war.


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