Ocean's 3 1/2

Review: iZombie S05E12 – Bye, Zombies

26.07.19 15:03
iZombieReview
SPOILER !!
Maik
26.07.19

Es wird ernst! Die vorletzte Folge „iZombie“ überhaupt hat heute Nacht seine Ausstrahlung auf dem US-Sender The CW genossen und nicht nur die Episodenliste wird kürzer, sondern auch die Lage dramatischer. Liv fasst das Ungute ganz gut zusammen:

„Radical humans want zombies dead. Radical zombies want humans dead. There‘s still a thread we‘ll all be nuked, and, oh yeah, the city is running out of brains.“ (Liv)

Noch dazu kommt, das Blöd-General Mills der Dead Ender-Bossin Ms. Durkins Waffen im Übermaß schenkt, die gleich mal zum Angriff auf Fillmore Graves-Soldaten im Rahmen eines friedlichen Festes genutzt werden. Und dann hat Ravi auch noch seine „Zombiode“, was an sich okay wäre, wäre da nicht noch die Tatsache, dass die ewig bösen Big Pharma-Unternehmen mal wieder lieber dem Geld denn dem Wohl der Menschen hinter hecheln. Das ist leider nicht unbedingt ein Zustand, den es nur in Science Fiction-Serien anzutreffen gibt. Doch dass eine chronische Langzeitbehandlung einem sofortigen Heilmittel vorgezogen wird, stoppt Liv und ihr ultra-dynamisches Blitze-Shirt nicht!

„It ends with us saging Seattle and getting our loves back!“ (Liv)

Es beginnt ein nicht offizieller Teil der „Ocean’s“-Filmreihe, was als Inspiration auch offen genannt und in einer rund halbstündigen Hommage fassettenreich befeiert wird.

„Relax, Major. It‘s much worse than you think.“ (Ravi)

„Zone 19“ heißt der Hochsicherheits-Trakt von MediVec, in dem die gesuchte Formel sicher aufbewahrt wird. Eine kleine Spy-Action-Crime-Comedy-Inszenierung erklärt uns die missliche Lage mit all seinen Herausforderungen, während Ravi seinen Tom Cruise-Gedächtnis-Monolog abliefert. Letztlich geht alles schneller als gedacht (ich hatte auf ein erneutes Auftreten von Charlis Schwester und die Anwendung des Zwillings-Tricks getippt) und ein kleiner Spionage-Stift mit eingebauter Kamera hilft beim Informationen-Sammeln. Allgemein gibt es diese Episode, aber vor allem in diesem Handlungs-Strang, etliche Popkultur-Anspielungen und dazu auch noch eine sehr schöne Idee für die Überfall-Strategie:

„We’re zombies. We don‘t need Ocean‘s Eleven to do this job. We just need the right brains.“ (Liv)

Statt dreizehn, zwölf, elf oder acht Personen braucht es nur derer dreieinhalb, wenn sie hirntechnisch umgepolt werden können. Spezialisten-Hirne werden aus Spezialitäten-Restaurants zusammengesucht, wobei man sich kurzweilig fragt: „American Ninja Warrior“- oder „Cirque de Soleil“-Hirn? Beide!

„His hair makes me so angry.“ (Don E)

Auch auf dem Friedhof wird nach notwendiger Expertise gegraben, wobei Major Liv nicht nur eine sehr emotionale Rede hält, sondern von ihr auch einen innigen Kuss erhält. Das (erneute) Wiederaufflammen einer alten Liebe, oder ein vorzeitiger Abschied?

„What‘s ‚Ocean‘s Eleven‘ without George Clooney?!“ – „‚Ocean‘s Ten‘ with Brad Pitt.“ (Clive & Dale)

Verfrühten Abschied gibt es sehr offenkundig mit Clive, der sichtlich mitgenommen wirkt, als er mit Liv und Ravi spricht. Das hatte bereits sehr viel Final-Pathos, inklusive der „ich bin traurig, dass ihr sterben werdet“-Umarmung. Wäre es nicht „iZombie“ und The CW meiner Erfahrung nach um Happy Ends bemüht, hätte ich hier bereits große Angst, dass Clive stirbt.

Dann die eigentliche Mission, die vor allem einen Start hat: Russen-Ravi!

„Pffft.“ (Russen-Ravi)

Rahul Kohli beweist, dass er neben dem amerikanischen auch den russischen Akzent „on point“ liefern kann und weiß mit seiner grummeligen Anti-Haltung allerbestens zu unterhalten. Aber auch Missions-Nachzügler Clive weiß mit (gott- statt hirngegebenen) Talent auf allerlei Tanzebenen zu überzeugen.

Der Heist geht erstaunlich unproblematisch vonstatten, selbst die kleine eingebaute Ungereimtheit am Ende mit den Bohrlöchern war inszeniert, was ich als sehr netten Kniff empfand. Für das eingangs gezeichnete Hochsicherheits-Drama ging mir das allerdings doch zu leicht vonstatten, alleine, weil der eigentliche Hausmeister Clive nicht mal ähnlich sah und viele eigentlich zeit-raubende Prozesse vor allem im Vorfeld seeeehr schnell abliefen. Aber egal, gute Hommage an Raub-Krimis und eine kurzweilige Sache.

„Mission possible, baby.“ (Liv)

Und haben wir da am Ende den ersten „full on zombie mode“ für Ravi gesehen? Ich bin mir gerade nicht ganz sicher. Mal schauen, ob es sein letzter war oder er pünktlich zum Finale warm gelaufen ist.

Aber nein, nicht alles verlief wie am Schnürchen, mit dem Tom Cruise sich zum Computer-Terminal hinabseilt. Major und sein Trupp werden auf Einsatzfahrt angegriffen, wobei der Explosionsdarstellung nach eigentlich niemand hätte überleben dürfen. Aber es ist ja „iZombie“ auf The CW, von daher überleben neben Hauptfigur Major gleich noch ein paar weitere, nur, um letztlich zum gemeinen Franzosen hinüberzuwandeln.

Noch krasser geht es mit Blaine zu, der mit doch recht überschaubarer Arbeit in den geheimen Renegade-Unterschlupf und an die Freylich Syndrom-Kinder gerät. Dabei hat er eine sehr passende Zuschauerfrage für uns parat (bei dem der letzte Teil doch noch Grund zur Hoffnung gibt, wie ich finde):

„Wait. Were you still secretely hoping, I was a good guy?! Yeah. I was, to…“ (Blaine)

Am Ende der Folge wird dann noch die Grundlage für das große Finale nächste Woche gelegt. Enzo Lambert gibt eine eindeutige Durchsage Durchsage, die einer finalen Kriegserklärung gleich kommt. „Terror gegen Terror“. Und auch wenn die Dringlichkeit überzeugte und Konsequenzen nicht lange auf sich warten lassen dürften, empfand ich die Details nicht ganz passend. Ist der gekratzte Zombie so schnell gewandelt, unmittelbar in den „Full On Zombie Mode“ gewechselt und hat voller Hirn-Hunger direkt gerissen, weil er von einem „Voll-Zombie“ gekratzt wurde?

Also wenn das nur der Auftakt zum Finale war, dürfen wir uns sehr auf die letzte Folge freuen. Dass kein lahmer Wochenfall unnötig von der eigentlichen Geschichte abgelenkt hat, hat sehr gut getan. Allgemein kommen alle Stränge zusammen, nachdem mir gerade bzgl. der Dead Enders ein bisschen zu lange Pause eingeschoben war, das wirkte etwas willkürlich eingesetzt. Die Geschichte war spannend, der Einsatz anderer Hirn-Persönlichkeiten vielseitig und gut von den Darstellern überbracht, dazu gab es vor allem in der ersten Hälfte der Folge derart viele gute Dialoge, ich habe etliche Zitate gar nicht erst notiert. Allgemein ist einfach verdammt viel in kurzer Zeit passiert (was eben teilweise auch etwas unlogisch und nicht ganz optimal gepaced wirkte, daher der kleine Abzug).

Für das Serienfinale habe ich jetzt eher Angst um Major. Nicht nur wegen seiner aktuellen Lage, sondern vor allem aufgrund der Kuss-Szene am Grab. Er dürfte sich jetzt mit allen Mitteln um das Max Rager kümmern und hat so die ideale „Möglichkeit“, sich für die Welt, die Zombies, das Team und vor allem Liv aufzuopfern. Mal schauen, ob die Macher so etwas durchziehen und allgemein noch Überraschungen für uns auf Lager haben. Nach dieser Episode sind die Erwartungen jedenfalls hoch, was eigentlich nur zu Enttäuschung führen kann. Daher versuche ich mich einfach auf ein „DEXTER“-artiges Finale einzustellen. Sicher ist sicher.

Bilder: The CW

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