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Eine Frau für alle Fälle

Review: „She-Hulk – Die Anwältin“ S01E05-09 – Staffelfinale

ACHTUNG: SPOILER !!
15. Oktober 2022, 16:10 Uhr
SPOILER !!
Fabio
15.10.22

Die ehrgeizige Anwältin She-Hulk bekommt es im weiteren Verlauf der launigen Marvel-Serie nicht nur mit jeder Menge drittklassiger Schurken zu tun, sondern muss sich auch gegen eine Gruppe von Sexisten zur Wehr setzen.

She-Hulk-Die-Anwaeltin

Mit „She-Hulk – Die Anwältin“ ist Marvel endgültig auch im Comedy-Kosmos angekommen. Zwar fielen die bisherigen MCU-Werke auch immer wieder mal heiter aus, aber nichts kam bisher so selbstironisch daher wie diese neunteilige Serie. Nicht jeder Gag zündet und mancher Witz wirkt etwas holprig, aber im Kern versprüht sie stets einen augenzwinkernden Charme. Neben den komödiantischen Elementen erzählt die Serie aber vor allem die Geschichte einer Frau, die sich selbst findet und auf ihrem Weg unliebsame Hindernisse überwinden muss. Dazu zählt beispielsweise der absurde Rechtsstreit gegen Influencerin Titania, der als Kritik an der Modewelt verstanden werden darf. Im Allgemeinen, aber auch insbesondere wie die Branche ein falsches Ideal von Frauen vermittelt. Der alltägliche Sexismus dem Frauen ausgesetzt sind, wird in mehreren Szenen thematisiert. So zum Beispiel als ein Mann Jen Titanias Pflegeprodukte erklärt oder der Postbote ihr ernsthaft die Definition einer Anklageschrift gibt – #mansplainining.

She-Hulk

Die im Vorfeld angekreideten CGI-Effekte werden leider auch im weiteren Verlauf der Staffel nicht besser, was für eine Serie, die eine aus dem Computer stammende Hauptfigur hat, echt traurig ist. Zum Glück macht das Tatiana Maslany mit ihrer einnehmenden Art wieder wett. Ebenfalls etwas unvorteilhaft ist die nicht ganz stringent erzählte Story. Immer wieder springt die Handlung von einem Schauplatz zum anderen. So auch bei der Hochzeitsfolge zu der Jen von einer ehemaligen Bekannten eingeladen wird. Aber so ist das nun mal mit Hochzeiten, manchmal finden sie zu den ungünstigsten Zeitpunkten statt. Hier ist Jen oberflächlichen Fragen zu ihrem Dating-Leben ausgesetzt. Auf der Hochzeit lernt sie dann auch Josh kennen, der sich als widerlicher Sexist entpuppt, der eigentlich nur Material für die misogyne Internetseite namens „Intelligencia“ sammelt. Eine Webseite, die Hasskommentare und Memes gegen She-Hulk veröffentlicht und sogar die Community radikalisiert. Hinter der bedrohlichen Seite verbirgt sich Todd Phelps (gespielt von Jon Bass), der sich schon früh als Bösewicht abgezeichnet hat. Unter dem Namen HulkKing veröffentlicht er dann auf der Preisverleihung „Female Lawyer of the Year“, die wie eine Miss Show daherkommt, intime Bilder und Videos von Jen – #slutshaming. Verständlicherweise wird Jen sehr wütend. Die Sicherheitskräfte und Damage Control gehen aber nicht der schändlichen Tat auf den Grund, sondern nehmen Jen ins Visier und stellen sie als Furie und Frau ohne Kontrolle dar. Versehen mit einem Inhibitor, der verhindern soll, dass Jen sich in She-Hulk verwandelt, sucht sie Emil Blonsky auf, den sie zuvor in seinem Retreat mit dem ideenreichen Namen Abomaste besucht hat. Zu seinen Gästen zählen die (ehemaligen) Schurken aus der dritten Reihe namens Man-Bull, El Aguila, Porcupine, der Vampir Saracen (etwa ein Hinweis auf den kommenden „Blade“-Film?) und einem inzwischen geläuterten Wrecker.

Saracen-Porcupine

Bevor es aber zum großen Finale kommt, erwartet das Publikum auch endlich der Auftritt von Daredevil, der schon im Trailer zur Serie angeteast wurde. Daredevil wird charmant eingeführt. Gemeinsam mit She-Hulk knöpft er sich den mittelmäßigen Schurken Leap-Frog vor. Daredevils Fähigkeiten werden kurz umrissen, sodass auch Leute ohne Vorkenntnisse mit ihm sympathisieren dürften. Er ist etwas heiterer als man ihn vielleicht noch aus seiner Netflix-Soloserie in Erinnerung hat. Es könnte sein, dass die Geschehnisse der Netflix-Serie in einer anderen Timeline angesiedelt sind. Andererseits spricht auch viel dafür, dass sein Auftritt direkt an die Ereignisse aus Staffel 3 anknüpft. Dafür spricht zum Beispiel sein neues rot-gelbes Kostüm, das an sein erstes Outfit aus den Comics angelehnt ist. Nachdem Bullseye die Rolle von Daredevil in Staffel 3 übernommen hatte musste er wieder auf ein anderes Outfit zurückgreifen. Auch ist immer wieder mal die Musik aus dem Netflix Original zu hören und ein Flurkampf, für den er inzwischen berühmt ist, darf auch diesmal nicht fehlen. Dieser wird diesmal eindrucksvoll von She-Hulk beendet. Am Ende verbringen Jen und Matt die Nacht miteinander, was zu einem spaßigen Walk of Shame am nächsten Morgen führt, bei dem Daredevil barfuß über die Straße läuft.

Daredevil-She-Hulk

Die komplette Serie hinweg hat Jen die vierte Wand durchbrochen und uns Zusehende damit an ihren inneren Monologen teilhaben lassen. Die letzte Folge allerdings sprengt die vierte Wand regelrecht. Nach einer sehr sehenswerten Hommage an die klassische „Hulk“-Serie aus den 1970ern nimmt Jen den Kampf gegen die Internet-Trolls auf. Sie wendet sich direkt an das Publikum, um sich zu erkunden, was die Fans wollen.

„Das ist doch unmöglich das, worauf diese Staffel hinauslaufen sollte?“ – Jennifer Walters

Kurz darauf springt She-Hulk ins Disney+-Menü, um bei der Marvel-Doku-Reihe „Marvel Studios: Gemeinsam Unbesiegbar“ die Serienverantwortlichen ausfindig zu machen. Übrigens: Auch in den Comics riss She-Hulk die Comicseiten auf, um beim Verlag anzuklopfen. Hinter den Kulissen angekommen, schlägt sie im Writers‘ Room auf und verlangt mit Kevin (Feige) zu sprechen. Der entpuppt sich dann aber als KI namens K.E.V.I.N. (Knowledge Enhanced Visual Interconnectivity Nexus) inklusive symbolischer Schildkappe vor der Linse. Jen lässt sich von ihm ein anderes Ende kreieren. Damit hinterlässt das Finale keine erschütterte Welt, wie sonst im Marvel-Universum üblich, sondern einen kleinen persönlichen Sieg und letztlich auch ein selbstbestimmtes Leben für Jen Walters. Etwas Großes wird uns aber dennoch am Schluss noch angeteast: Beim Familienessen kehrt nämlich Hulk aus seiner Weltraummission zurück und er hat seinen Sohn mitgebracht. Comic-Leser:innen dürfte Skaar vor allem aus der legendären Hulk-Saga „Planet Hulk“ bekannt vorkommen. Als am Schluss auf dem Weg ins Gericht Jen von einem Journalisten gefragt wird, was sie trägt, ist klar, dass der feministische Kampf noch lange nicht zu Ende ist. Wer übrigens mal in ein paar She-Hulk Comics reinlesen will, für den oder die hat die Serie in jeder Folge einen QR-Code versteckt. Die komplett kostenlos abrufbaren Comics hat Marvel hier nochmal gesammelt.

Fazit

Unterhaltsamer Marvel-Spaß, der trotz mittelprächtiger Effekte und Action eine wichtige Geschichte über die Gleichberechtigung der Geschlechter erzählt.

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Bilder: Disney

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