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Rückkehr ohne Roseanne

Review: The Conners Staffel 1

Mini-Spoiler
16. Februar 2019, 19:37 Uhr
Mini-Spoiler
Michael
16.02.19

Aufatmen vor etwa einem halben Jahr bei den vielen „Roseanne“-Fans, die geschockt waren vom plötzlichen Ende der Serie, nachdem das Comeback gerade so gut angelaufen war. Für mich war die Absetzung ja eine zu überzogene Reaktion – auf jeden Fall hielt sich nach dem Ende schnell das Gerücht, dass einfach alle ohne Roseanne Barr weitermachen. Und so kam es – seit Oktober 2018 bekamen wir jede Woche eine neue Folge präsentiert: Amazon Prime hat die Folge relativ schnell nach der US-Veröffentlichung bei uns gezeigt. Elf Folgen sind’s geworden – und die Hoffnung auf eine 2. Staffel lebt.

Hoffnung deswegen, weil mir die Comeback-Staffel wirklich gut gefallen hat. Die große Frage war ja: Würde „The Conners“ auch ohne Mutter Roseanne funktionieren? Schnell war klar: Ja, sie funktioniert. Wir erfahren schnell, dass Roseanne an einer Überdosis von Medikamenten gestorben ist – darum dreht sich im Prinzip die komplette Staffelpremiere. Es gibt wenig zu lachen, der Start funktioniert mehr als Einordnung. Der traditionelle Vorspann kommt praktisch erst zum Ende der Folge – mit der bekannten Melodie und der Kamerafahrt rund um den Küchentisch – und sie bleibt auf dem Platz von Roseanne stehen – nur dass da nicht mehr Roseanne sitzt, sondern – Darlene, allerdings ohne das schallende Lachen ihrer Serienmuter. Ganz klar: Sie ist das neue Familienoberhaupt.

In den nächsten Folgen stellt sich dann aber schnell das echte „Roseanne“-Gefühl ein. Jeder bekommt sein Fett weg, jeder hat weiterhin seine Macken – und es macht Spaß, einfach wieder Teil dieser verrückten Familie zu sein. Wir bekommen wie üblich eine „Halloween“-Folge, die mal wieder ein paar sehr bizarre Kostüme hervorzaubert (Ich liebe Beckys Kostüm Sharknad’O’Connor!). Spätestens dann merkt man, dass auch der Cast seinen Spaß am Spiel und an der Serie (wieder)gefunden hat.

Natürlich gibt’s auch wieder die üblichen Familiendramen. Roseannes Schwester Jackie bekommt mehr Screentime, was vor allem in Kombination mit Jackies neuem Freund Peter ganz gut funktioniert. Der wird übrigens gespielt von Matthew Broderick, bekannt vor allem aus dem Film „Ferris Bueller’s Day Off“. Überhaupt sind die elf Folgen gespickt mit vielen Gaststars: Sarah Chalke, die in „Roseanne“ auch schon einmal Becky gespielt hat, ist weiterhin als Andrea dabei, die ja witziger Becky als Leihmutter gewinnen wollte. Johnny Galecki („The Big Bang Theory“) kehrt in seiner Rolle als David Healy zurück, seine Filmpartnerin Juliette Lewis aus „National Lampoon’s Christmas Vacation“, wo beide noch als Kinder zu sehen waren, spielt jetzt seine neue Serienfreundin. Peter Gallagher („Californication“) spielt Anwalt Brian Foster, Jay R. Ferguson („Twin Peaks“, „Mad Men“) ist Darlenes Chef Ben.

Auch hinter der Kamera geht’s durchaus prominent zu: „Roseanne“-Auto Dave Caplan darf den Piloten schreiben, Fred Savage („The Wonder Years“) sitzt das eine oder andere Mal auf dem Regiestuhl. Insgesamt ein eingespieltes Team, das ebenfalls dafür verantwortlich ist, dass man sich bei „The Conners“ so wohl fühlt. Im Laufe der elf Folgen „groovt“ sich der Cast auch immer mehr ein, von der anfänglichen Zurückhaltung ist am Ende nicht mehr viel zu spüren. Vor allem John Goodman blüht gerade zum Ende hin auf.

Genug Gründe also, um definitiv eine zweite Staffel dranzuhängen. Die Einschaltquoten in den USA sind ein weiteres Argument, praktisch keine Comedyserie war in der vergangenen Season erfolgreicher.

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