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Beinahe belangloses Zwischenspiel

Review: The Walking Dead S06E13 – The Same Boat

ACHTUNG: SPOILER !!
14. März 2016, 16:10 Uhr
SPOILER !!
Maik
14.03.16

The-Walking-Dead_S06E13_01

Schade, schade, schade – nach der tollen Folge letzte Woche gab es dieses Mal nur eine klassische „Bottle Episode“ für uns. Der Anschein einer ganz großen Bedrohung ist recht schnell verpufft, denn es handelt sich beim Walkie-Talkie-Gegenüber nicht etwa um die Anführerin der großen alles beobachtenden und umringenden Organisation, sondern einfach um eine kleine Splitter-Gruppe, die Carol und Maggie entdeckt haben – unter anderem mit Rus Blackwell, den man aus „Banshee“ kennen könnte. Ohne ihn wäre es passend zum jüngst gefeierten Weltfrauen-Tag eine Episode rund ums schöne Geschlecht geworden.

The-Walking-Dead_S06E13_03
Und auch wenn mir die gedrehte Außensicht (auch visuell unterstützt durch das Fernglas) durchaus gefallen hat, nimmt die Folge dann deutlich Fahrt raus und bringt sich selbst in eine beklemmende Handlungs-Sackgasse. Das Kellersetting mit der Walkerleiche in der Mitte hat dabei arg an den ersten „SAW“-Teil erinnert, die rauchende Dame an die Kult-Anführerin in „The Leftovers“.

„Are you actually scared to die?!“ (Paula)

„You’re not the good guys. You should know that.“ (Andere Böse)

„We are all Negan.“ (Dritte Böse)

Ansonsten bleibt nicht viel, außer die Gedanken beim Anblick einer hyperventilierenden Carol, die eigentlich nur eine Panikattacke vortäuscht. Oder etwa nicht? Oder etwa doch?! Denkt man von Beginn an daran, dass Unterschätzung eigentlich ihre stärkste Waffe ist, ist die Ernüchterung am Ende nicht nur beim Zuschauer sondern auch bei Carol selbst recht groß. Die Erwartung, wann Carol endlich aufdreht war schon spannend, aber ich hatte mir das dann irgendwie überraschender und impulsiver vorgestellt. So bleibt die Einsicht, dass das Nachdenken über Moral und Ethik und Tode auf dem Gewissen in letzter Zeit wohl tatsächlich an ihr genagt hat und sie vielleicht wirklich ein bisschen zur sanften Cookie-Mutti geworden ist. Vielleicht ist Alexandria eine Kaffeebohne, die sie langsam aber sich verändert. Zwischenzeitlich war sie dann aber doch wieder im Element, wenn es denn sein musste. Und ja, Carols Element ist natürlich Feuer…

„Meet us on the Kill Floor.“ (Carol)

The-Walking-Dead_S06E13_02

So sehr die Macher hier offenkundig Kosten sparen wollten, so sehr hätte man sich diese Folge sparen können. Okay, es gab einige nette Momente, aber die Tatsache, dass der komplette „neue“ Cast für einzig und allein diese Folge engagiert wurde, der Main-Cast quasi nicht zu sehen war und die Handlung wieder genau beim Punkt vor der „Entführung“ angelangt ist, demonstriert, dass wir hier eigentlich nur einen kleinen Exkurs zu sehen bekommen haben. Der wurde zudem auch noch holprig vorgetragen.

Wo war die „böse Maggie“ eigentlich die ganze Zeit gen Ende der Folge?! Der Kampf zwischen den beiden wirkte auf mich zu vorhersehbar und am Ende zu gewollt erzwungen. Carols Zögern in einer eindeutigen Situation wirkt nicht schlüssig und dass sie so dumm ist und sich in Griffweite von Paula bewegt… Nenene. Naja, schade, ich mochte Paula irgendwie.

Schade finde ich aber vor allem, dass die eigentlich als übermächtig geltende Gegenseite nur so handzahm daher kommt. Die Verstärkung bestand aus nicht einmal fünf Leutchen, die selten dämlich in eine Falle tappen. Gefallen hat mir der kleine Verweis auf den „explodierten Freund“, aber ansonsten war das nicht mehr als ein nettes Zwischenspiel. Spannend bleibt wohl lediglich die Frage, ob Rick Primo umgebracht hat, weil er gemerkt hat, dass er Mist erzählt, oder weil er denkt, er hätte Negan getötet. Eigentlich denke ich, dass es Ersteres ist, aber in beiden Szenarien wäre es deutlich sinnvoller gewesen, weitere Informationen heraus zu holen. Aber gut, vielleicht ist er ja tatsächlich so naiv zu denken, das wäre der Letzte der Bösen gewesen…

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Bilder: amc

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6 Kommentare

  • Hmm, ich fand die Folge eigentlich ziemlich gut. Für mich war es ok, dass man sich Zeit genommen, zu zeigen, wie Maggie und Carol aus dieser Situation herauskommen. Und die Folge sah ziemlich gut aus, war sehr gut inszeniert… Von daher: sicher mehr wert als die 2,5 Kronen. :-)

    • Naja, hatte auch erst überlegt, 3 zu geben, will aber deutlichere Abstände schaffen. War teils schön, aber mich stört wie gesagt eher die offensichtliche Füllfunktion und Fehlleitung aus der Erwartungshaltung vom Episodenende zuvor. Als einzelen Folge nett, so aber für mich persönlich enttäuschend.

  • Ich fand diese Episode echt gut! Sie hat mir sogar besser gefallen als die vorherige. Ich mochte die Ruhe, das Gewissens-Hin und Her, sowohl für die Figuren als auch für den Zuschauer, die Frage, was Carol plant, ob in ihrer Panik nicht doch ein bisschen (oder viel) echtes Zweifeln an ihren Taten steckt.

    Logikfehler und narrative Schwächen gab es (natürlich) wieder einige. Für mich wirkten sie in dieser Folge aber nicht so dominant. Schade finde ich es aber auch, dass die neu eingeführten „Bösen“ nun schon wieder weg vom Fenster sind. Damit wird meiner Meinung nach ein bisschen Potenzial verschwendet.

    Den Anfang fand ich visuell sehr schön – und das Ende hat mich auch auf auditiver Ebene überzeugt.

    • Ich bin halt der überkritische Maik, mit einem visuell schönen Anfang kann man mich nicht überzeugen. ;) Aber ja, die Carol-Sache war wie auch beschrieben recht interessant mitzuerleben. Schon kurios: Eigentlich schreibt ihr beide das selbe wie ich – nur siedel ich es insgesamt einfach negativer an…

  • Für mich eine der besten Folgen bislang. Nur weil die Handlung nicht zwanghaft vorangetrieben wurde, bedeutet das ja nicht, dass die Folge keine Entwicklung bedeutet hat. Und es spricht auch für die Serie, dass man gute Charaktere mit viel Potential (in dem Fall Paula) opfert, selbst wenn die sich noch nicht etablieren konnten. Ich dachte zumindest, die bleibt uns noch ein wenig erhalten und war dementsprechend überrascht.
    Vor allem aber der Blick in Carols Psyche vor dem Hintergrund ihrer Vergangenheit (die ja auch angesprochen wurde) und in Anbetracht der jüngsten Erlebnisse mit Morgan war sehr aufschlussreich – oder eben auch nicht. Da lässt die Folge viel Spannung entstehen, wie es mit ihr weitergeht, denn die kühle Killer-Oma, die sie in letzter Zeit vorzugeben schien, scheint ihr eben doch selbst nicht so zu gefallen. Ebenso wurde bei Maggie deutlich, wie sie zu ihrer Schwangerschaft steht. Zudem gab es einige tolle Anspielungen und Aussagen, die die aktuellen Entwicklungen herlich abbilden. Ob Rick und Co die guten sind, steht für mich schon länger in Frage, hier wurde es explizit ausgesprochen und nicht umsonst war das „Safe House“ von Ricks Gegnern in Wahrheit eine Schlachterei, in der man sich entsprechend verhielt… Generell: Die zunehmende Brutalität, die selbst die beiden Frauen (eine davon schwanger) an den Tag legen, um andere Menschen hinterrücks umzubringen, ist aller Rede wert. Die Feuer-Aktion war selbst für TWD unfassbar krass und sehr eindeutig. Spannend bleibt, wie die Retourkutsche ausfällt, wenn Neagen bald endlich auftaucht. Nachdem es in der zweiten Staffel für den Maincast bislang immer äußerst glimpflich ausging, rechne ich mit dem Schlimmsten…
    Insgesamt bin ich eher der Meinung der Kollegen von serienjunkies.de: Fast volle Punktzahl, da die Folge sehr gute Einsichten in zwei wichtige Charaktere gab und dabei einige subtile Fragen für die nächsten Folgen aufwirft!

    • Wie gesagt – stimme dir da in einigen Punkten zu, gerade der Carol-Aspekt ist gut und zeugt davon, dass man keine Abzieh-Charaktere ausbildet, die sich nur in eine Richtung entwickeln, sondern, dass da Spiel und Bewegung drin ist. Das „Krasse“ in Sachen Härte habe ich bei der Feuer-Szene aber eher als plump angesehen, ebenso die unsagbar bescheuerten „Walker an Stangen“-Szenen. Ne, das war zu schlecht. Und am Ende haben solche „Pausen-Episoden“ immer mal sehr gut getan und hatten hier auch durchaus Potenzial, am Ende gab es aber die 0,5-1 Kronen Abzug, weil es mir zu offensichtlich nur eine bessere Lückenfüllung war, die eben nicht perfekt eingefügt wurde. Am Ende wie immer Geschmackssache (einige Dinge kann man in die eine oder andere Sache drehen und interpretieren), aber das wurde in der Serie selbst bereits mehrfach besser gemacht und außerhalb ihrer sowieso.

      Und sorry, aber vierseitige Nacherzählungen von etwas, das ich selbst gesehen habe, gebe ich mir seit Längerem nicht mehr… ;)


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