Extraordinary but fairly known British TV shows worth seeing?

Serientest: No Offence

Mini-Spoiler

Autor: - 08.11.17
Drama

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Im aktuellen UK Serientest stand dieses Mal eine Krimiserie auf dem Plan die es auch schon nach Deutschland geschafft hat, ich persönlich aber bisher nicht wahrgenommen hatte. Die 2. Staffel wurde sogar erst vor kurzem bei zdf neo ausgestrahlt. Komplett. Auch das hatte ich nicht wahrgenommen, gibt mir aber nun die Möglichkeit auch die 2. Staffel anzuschauen. Was ich tun werde. Aber wie kam ich denn nun auf diese Dramedy? Ganz einfach: mein Freund Amazon.

Wie mir meine Bestellübersicht zeigt habe ich die 1. Staffel Anfang 2016 bestellt, im selben Warenkorb wie „Happy Valley„. Ich gehe daher davon aus, dass unterhalb von „Happy Valley“ auf diese andere Krimiserie verwiesen wurde. Dann dürften mir die Kommentare gefallen haben und so teuer war die DVD auch nicht: lumpige 5 britische Pfund. Denn wie ihr ja wisst versuche ich immer gebrauchte DVDs zu kaufen, da kann man dann fast nichts verkehrt machen. Die heutige Serie stand demnach seitdem in meinem DVD Regal und staubte vor sich hin aber für den aktuellen Serientest habe ich die DVD dann doch mal aus ihrer Einsamkeit befreit und in meinen DVD Player gelegt. Und die 8 Episoden der 1. Staffel habe ich dann ziemlich flott am Stück geschaut. Warum? Dazu jetzt ein wenig mehr.

Seriensteckbrief

Name: No Offence
Genre: Dramedy
Laufzeit: 60 Minuten
Folgen: 15 in 2 Staffeln
Ausstrahlung: seit Mai 2015 (Channel 4)
Darsteller: Joanna Scanlan, Elaine Cassidy, Alexandra Roach, Will Mellor u.v.m.

Handlung

Der deutschsprachige Trailer zeigt es eigentlich schon ganz gut was man von der 1. Staffel erwarten kann. Im Mittelpunkt haben wir eine Polizeieinheit in Manchester deren Besonderheit ist, dass diese Einheit von einer Frau geführt wird und die anderen beiden Hauptdarsteller ebenfalls weiblich sind. Das mag nun sexistisch klingen, erst recht heutzutage sollte man darüber nachdenken, wie man dies beschreibt, aber ich denke ich bin dem Sexismusverdacht unverdächtig, da ich sehr gerne derartige Serien schaue in denen starke weibliche Figuren auftreten und im lead sind. Leider sind diese Serien dann doch noch in der Minderheit und es ist daher immer noch etwas besonderes wenn man eine derartige Serie im DVD Player liegen hat.

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Jenes Ermittlerteam wird also von DI Vivienne Deering geleitet, ihre führenden Ermittler sind DS Joy Freers und vor allem DC Dinah Kowalska. Vivienne ist exzentrisch, vulgär und durchaus bereit den möglichen Rahmen an Ermittlungsansätzen auszuschöpfen – vielleicht sogar mehr als nur ein bisschen zu überspannen. Eine ihrer hervorstechendsten Eigenschaften ist zudem, dass sie die Arbeit hinterm Schreibtisch eher langweilt und immer wieder an vorderster Front mitspielt. Gekonnt, denn Vivienne ist eine erfahrene Ermittlerin die auch mal um die Ecke denken kann. Wenn ich einen männlichen Vergleich suchen müsste, ich würde wahrscheinlich bei Gene Hunt aus „Life in Mars“ bzw. „Ashes to Ashes – Zurück in die 80er“ landen. So ungefähr. Zumindest hat mich ihr Auftreten ein bisschen an diesen nicht gerade pflegeleichten Chief Inspectors erinnert.

Ihre beiden führenden Ermittler könnten in ihrer Charakteristik unterschiedlicher nicht sein, ergänzen sich so aber absolut. Joy Freers ist eher die zurückhaltende Frau, die sich weniger zutraut aber einen klugen Verstand hat, nur nicht so genau weiß, wie sie sich entsprechend verkaufen kann. Dinah ist da aus anderem, russischen Holz geschnitzt. Bei Dinah regiert das Bauchgefühl und Frau Kowalska ist mehr als impulsiv. Auch sie hat einen wachen Verstand und ermittlerisches Talent, sie ist selbstbewusst und steht deutlich mehr im Mittelpunkt des Geschehens als ihre Kollegin und Vorgesetzte DS Joy Freers. Allerdings, dass was Dinah mit ihrem Hintern einreißt weiß Joy durch ihre ruhige und überlegte Art wieder in Ordnung zu bringen.

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Die 1. Staffel dreht sich inhaltlich um einen Serienkiller der es auf Mädchen mit Down-Syndrome abgesehen hat und der Ermittlung eben jenes Teams. Wobei dies die übergeordnete Handlung ist, denn darüber hinaus haben wir auch noch die berühmt berüchtigten Fälle der Woche, die nach und nach aber an Bedeutung verlieren.

Nach ein paar Folgen erhärtet sich sogar ein ganz schlimmer Verdacht. Hat die Einheit einen Maulwurf da einige Ereignisse und Fehlschläge eigentlich nur so zu erklären sind? Und ist der Serienkiller vielleicht sogar ein Kollege oder hat damit zu tun?

Der Fall entwickelt sich für Vivienne, Joy und Dinah im Laufe der Staffel zu einer harten Zerreißprobe.

Einordnung

Um das wichtigste vorwegzunehmen: die Serie macht Spaß und weiß zu unterhalten. Die Figuren sind sympathisch wenn auch recht stereotypisch für eine Krimiserie. Und auch der Kniff mit dem internen Verdacht ist jetzt nicht gerade neu. Aber Paul Abbott (u.a. verantwortlich für „Shameless“) hat es geschafft, drumherum eine spaßige Serie zu schreiben. Denn die Serie versteht sich selber als Dramedy. Wobei ich den Anteil der witzigen Szenen eher als unbedeutend ansehen würde. Aber man schafft es auch mal so für eine lockere Stimmung zu sorgen. Den lauten Lacher darf man jetzt also nicht hinter jeder Ecke erwarten.

Der Fall selbst ist spannend geschrieben und hält den Zuschauer gut in Atem. Solide Krimiarbeit würde ich sagen.

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Das hier Frauen den Ton angeben wird zwar hier und da erwähnt, die Serie thematisiert es aber wenn nur am Rande. Gottseidank. In meiner Vorstellung hätten die drei Damen eher mit den Vorurteilen ihrer männlichen Kollegen und Vorgesetzten zu kämpfen als mit dem Fall wenn es sich hierbei um eine deutsche Serie handeln würde. Aber die Briten setzen da eher auf ein anderes, auf das richtige Pferd. Man hat hier mit „No Offence“ eine unterhaltsame Krimiserie kreiert, die eben im Mittelpunkt weibliche Charaktere hat. Natürlich wird auch mal die weibliche Seite angesprochen, aber alles im Rahmen und passend zur Handlung.

Wer also eine unterhaltsame und kurzweilige Krimiserie sucht, die mit sympathischen Figuren besetzt ist – nicht nur mit Frauen um vielleicht auch noch Will Mellor („Broadchurch“, „Dates“, „In the Club“) kurz zu nennen – auch mal etwas britischen Humor einfließen lässt und wirklich zu überzeugen weiß, der sollte mal einen Blick in die 1. Staffel von „No Offence“ riskieren. Die Serie ist jetzt kein Krimidramakaliber wie „Broadchurch“ oder „The Fall“. Aber das will „No Offence“ auch gar nicht sein.

Die Serie weiß was sie kann und will und das ist auch gut so. Also schaut mal rein und lasst es mich wissen wie ihr sie fandet. Ich werde definitiv weiterschauen.

Bilder: Channel 4

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