Extraordinary but fairly known British TV shows worth seeing!

Serientipp: Coupling

20.05.16 15:21
Coupling
Spoilerfrei
Tobias
20.05.16

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Der heutige Serientipp aus dem United Kingdom stand mit als Erstes auf meiner Liste, als ich die Idee hatte, aus meiner Leidenschaft für UK Serien eine kleine monatliche Serie über die weniger bekannten britischen Serienproduktionen zu starten. Allerdings wollte ich eine meiner Lieblingsserien eher so in der Mitte der „Staffel“ haben und nicht schon direkt am Anfang. Wenn man Unwissenden die Prämisse von „Coupling“ in kurzen Worten erklären muss, kommt sehr häufig die nachfragende Feststellung „Das ist doch wie Friends, oder?“. Jüngere Seriengucker würden anstatt „Friends“ wahrscheinlich „How I Meet Your Mother“ nehmen. Und vor allem den Fans von „Friends“ muss man antworten, ja, stimmt, beide Serien ähneln sich schon stark. Aber „Coupling“ ist keine UK Version der lustigen WG aus New York sondern etwas eigenständiges, die Serie besetzt andere Themenfelder (eigentlich nur eines), hat natürlich einen anderen Humoransatz und spielt auch viel mehr mit dem Format Fernsehen bzw. einer Fernsehproduktion.

Und wenn ich nun den Namen Steven Moffat ins Spiel bringe, dem Produzenten, dann wisst ihr auch was ich meine, die Serie hat sehr häufig zeitverschobene Episoden, erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln und nutzt gerne den Split-Screen woraus sich dann der eigentliche Witz und Humor dieser Folge speist. Fans von „Friends“ und von „How I Meet Your Mother“ werden „Coupling“ sehr schnell lieben lernen – und umgekehrt. Denn im Mittelpunkt steht die Freundschaft und das Miteinander einer Gruppe von sehr sympathischen Figuren.

Seriensteckbrief

Name: Coupling
Genre: Sitcom, Comedy
Laufzeit: 30 Minuten
Staffeln (Folgen): 4 (28)
Ausstrahlung: 12.05.2000 – 14.06.2004
Darsteller: Gina Bellman, Richard Coyle, Ben Miles, Kate Isitt, Jack Davenport, Sarah Alexander

Handlung

Die vier Staffeln drehen sich um das Liebesleben der sechs Freunde Steve, Susan, Patrick, Sally, Jane sowie Jeff. Im Mittelpunkt steht hier die Beziehung von Susan und Steve, die man durchaus als sympathisch chaotisch bezeichnen darf. Es wird gestritten, geliebt und geneckt. Jede der sechs Freunde hat so seine Eigenarten, die der Serie das Besondere geben.

Steve beispielsweise ist ein Meister darin, durch eigenes Verschulden und Aussprechen unpassender Kommentare in die verzwicktesten Situationen zu kommen. Jeff wiederum, sein bester Freund, ist ein bisschen der nette Trottel der Serie. Sexuell frustriert, tollpatschig und mehr als nervös, wenn er eine Frau ansprechen will. Ganz im Gegensatz zu Patrick. Er ist so etwas wie der „Barney Stinson“ der Serie.

Susan ist penibel, organisiert und hat entsprechende Anforderungen an ihren Steve und an eine Beziehung, was sehr häufig zu Streitereien führt, da Steve durch seine Art nicht immer der sensibelste ist, was dann wiederum den Großteil der Handlung der Serie ausmacht. Sally ist da schon ganz anders, sie ist fixiert auf ihr Aussehen, vor allem auf ihren Hintern, den sie also viel zu groß ansieht und sehr oft am Verzweifeln ist.

Zu guter Letzt hätten wir dann noch Jane, die Ex-Freundin von Steve. Jane ist ein bisschen das Pendant zu Jeff. Etwas verplant und ähnlich verzweifelt, wenn es um Männer und Beziehungen geht. Anders als Jeff ist Jane aber alles andere als zurückhaltend.

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Aus diesem Mix an unterschiedlichen Figuren schafft es „Coupling“ 28 wunderbare, lustige und unterhaltsame Episoden zu kreieren, die einem sehr häufig mehr als das berühmte Grinsen ins Gesicht zaubert.

Also doch wie „Friends“?

Was ich jetzt beispielsweise noch nicht erwähnt habe, ist, dass einer der Handlungsorte neben den Wohnungen und den Arbeitsplätzen der Sechs eine Bar ist und man sehr häufig auf einem Sofa sitzt. Kommt einem das Bekannt vor? Ich denke schon. Daher möchte ich neben der Aussage, dass die Serie absolut gut unterhält, ein ganz klein bisschen auf die Eigenarten der Serie eingehen, auch wenn ich diese bereits hier und da angedeutet habe.

Viel mehr als bei „Friends“ steht ihr der Dialog im Vordergrund, typisch britisch eben. Und die Dialoge sind sehr häufig voller Andeutungen, kleineren Wortspielen und vor allem in einer Art und Weise vorgetragen, die meinem Gefühl nach freier und lockerer daher kommt als beim großen Schatten. Da kommt in meinen Augen das Talent Moffats zum Vorschein, wie man mit Dialogen eine Szene prägen kann.

Bei „Coupling“ gibt es genau ein Thema: Sex. Die Figuren sprechen sehr offen und sehr intensiv über dieses Thema. Sie müssen keine Andeutungen oder Ersatzwörter benutzen wie vielleicht US-amerikanische Fernsehproduktionen, hier kann man offen und direkt über Sex, Sexualpraktiken und Probleme im Schlafzimmer diskutieren, was dann wiederum ein Quell der Freude und des Spaßes ist.

Die besten Folgen bei „Coupling“ waren in meinen Augen die, bei denen man mit der Zeit innerhalb der Folge gespielt hat. Wenn dann auch noch die sehr häufig genutzte Split-Screen Technik angewandt wurde, hatte ich immer sehr viel zu lachen. Sehr häufig trennt dann das Bild nicht nur die Zeit sondern auch die Gruppe in die Handlung der Frauen wie der der Männer. Man könnte diese Art der Humorvisualisierung durchaus als unique selling point der Serie anführen.

Und dann hätten wir noch die unglaublichen Reden und Ausbrüche von Steve, die im Laufe der Serie ebenfalls zu einem Markenzeichen der Serie werden. Es ist jedes Mal ein Fest, wenn Steve zu einer seiner Reden über belanglose Dinge des Lebens ansetzt, weil er damit eigentlich etwas viel wichtigeres transportieren will.

Ich habe die Serie erst vor zwei oder drei Jahren für mich entdeckt und seitdem mindestens dreimal durchgeschaut. Man lacht immer wieder über dieselben Witze und Situationen. Dafür sind es dann ja auch nur 28 Episoden so dass man die mal schnell nacheinander wegschauen kann wenn es draußen mal wieder etwas ungemütlich wird. Da hätte man mit den 236 Folgen bei „Friends“ schon so seine Probleme.

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Aber ich bin froh, dass wir in Zeiten leben, in denen man sich nicht zwischen diesen beiden Serien oder zwischen Serien überhaupt entscheiden muss sondern sich alle Serien anschauen kann, die man mag. Und „Coupling“ möchte ich euch daher wirklich mal ans Herz legen. Auf YouTube gibt es diverse Clips und auch komplette Folgen.

Schaut da mal rein – denn es gibt noch so viel zu sehen.

Bilder: BBC

Ein Kommentar

  • Ich liebe Coupling! Jeff und die Bahn-Geschichte und andere Highlight – muss ich unbedingt mal wieder rauskramen und anschauen. :)



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