Extraordinary but fairly known British TV shows worth seeing!

Serientipp: Jekyll (Miniserie)

Mini-Spoiler
Tobias
25.02.16

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Das Ende des Monats kündigt sich bereits am Horizont an und schon steht wieder eine kleine britische Fernsehserie auf dem Fußabtreter und bittet hereingelassen zu werden in eure guten Stuben. Vor einigen Tagen habe ich mich hierzu in mein Büro eingeschlossen, das Smartphone ausgeschaltet und meine Mediathek aufgerufen, auf der Suche nach den kleinen britischen Fernsehserien, die ich in 2016 vorzustellen gedenke. Jeden Monat spontan eine Serie zu finden, dachte ich mir, ist auch blöde. Daher habe ich mir eine Reihenfolge ausgedacht, die ich nun gedenke abzuarbeiten.

In den kommenden Monaten werden sich die Formate – Comedy, Drama, SciFi, Thriller – wohl dosiert abwechseln und euch hoffentlich begeistern. Denn ich vermute mal, den meisten unter Euch wird es ähnlich ergehen, wie mir, Serientipps und Übersichten über „die besten Serien der Welt, die man gesehen haben muss“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Und so lese natürlich auch ich immer wieder diese Übersichten und mache mir meine Notizen, wenn ich wieder mal eine Serie entdecke, von der ich bisher nichts wusste, diese inhaltlich aber als zumindest interessant daher kommt. Von daher ist der Schritt vom „lesen“ zum „erstellen“ nicht weit, was wohl der eigentliche Hintergedanke hinter EBFKBTSWS ist: eine Übersicht über die besten britischen Serien abseits von „Dr.Who“, „Sherlock“ und „Downton Abbey“ ins Leben zu rufen. Auf das sie gefunden und gelebt wird. Amen!

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Im Januar war es ein Doppelpack zweier Serien – Twenty Twelve & W1A – so dass ihr bestimmt alle noch mittendrin sein und eigentlich gar kein neues Serienfutter gebrauchen könnt. Daher wird es im Februar eine kleine Entspannungsübung geben. Zumindest was die Episodenanzahl betrifft. Heute haben wir nämlich eine Miniserie im Blickpunkt unseres Interesses. Sechs Episoden hat man schnell mal weggeschaut. Diese sechs Episoden sind aber dermaßen intensiv und spannend unterhaltsam, dass es eine Freude ist. Die Rede ist von „Jekyll“ mit James Nesbitt. Vorhang auf!

Seriensteckbrief

Name: Jekyll
Genre: Thriller
Laufzeit: 55 Min.
Staffeln (Folgen): 1 (6)
Ausstrahlung: 16.06.2007 – 28.07.2007
Darsteller: James Nesbitt, Gina Bellman, Denis Lawson, Michelle Ryan u.A.

Die Synopsis der Serie ist bei dem Namen recht naheliegend. Die Hintergrundgeschichte der Serie stellt der Roman „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson dar. In den Augen des Autors der Serie, Steven Moffat (wird man kennen), ist „Jekyll“ eine Fortsetzung und keine Adaption. Denn die Geschichte ist in der Moderne angelegt, greift aber auf die originäre und auf dem Roman basierende Vergangenheit zurück, die wiederum, typisch Moffat eben, natürlich Auswirkungen auf die Gegenwart hat.

Handlung

Im Mittelpunkt der sechs Folgen steht Dr. Tom Jackman, ein Wissenschaftler, der seit geraumer Zeit unter übernatürlichen Vorgängen leidet. Er wird regelmäßig zu einer jüngeren, stärkeren und vor allem animalischeren Version seiner selbst. Der Wissenschaftler in ihm versucht natürlich dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Hierzu hat er eine Krankenschwester angestellt, sie soll die Veränderungen in seiner Persönlichkeit beobachten und aufzeichnen. Mit seinem zweiten Ich – Mr. Hyde – hat er eine Vereinbarung getroffen, das sie sich in friedlicher Koexistenz den einen Körper teilen … woran sich Mr. Hyde anfangs auch hält, da Tom ansonsten einfach zur Polizei gehen würde, um sich zu stellen. Wobei Mr. Hyde dennoch die Nacht zum Tage macht und dabei „enorm viel Spaß“ hat. Und wir mit ihm.

Beide kommunizieren über Diktiergeräte miteinander und auch ansonsten versucht Tom sein anderes Ich mit modernen Mitteln unter Kontrolle zu halten. Tom lässt Mr. Hyde zudem nicht komplett in sein Leben, da er ihm vorgaukelt in einer extra angemieteten Wohnung zu leben. Auch seine Frau und seine Kinder verheimlicht er vor Mr. Hyde. Dies funktioniert auch einigermaßen gut bis Tom herausfindet, welche konkrete Verbindung zwischen Tom und Mr. Hyde und vor allem zu einem im 19.Jahrhundert lebenden Dr. Henry Jekyll besteht.

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Und Tom merkt nach und nach, dass es nur einen Ausweg aus dieser Situation gibt: er muss sich mit seinem zweiten Ich vereinen, denn er benötigt Hydes physische Stärke und seine eigene geistige Reife um die Situation zu meistern und vor allem auch seine Familie zu schützen.

Empfehlung

Während ich so die obigen Zeilen schrieb, habe ich wieder voll Lust bekommen, mir die Serie noch einmal anzuschauen. Kommt auf alle Fälle auf die 2016er Liste der Serien, die ich ein zweites, drittes Mal sehen möchte.

Die Namen Moffat, Nesbitt und auch Bellman stehen für gehobenen Serienspaß. Wer gar nichts mit Moffat anfangen kann, für den ist die Serie vielleicht nicht unbedingt etwas, wobei allein schon das doppelte Spiel von Nesbitt – als animalischer Hyde und als voraussehender und wissenschaftlich vorgehender Tom Jackman – einem antreiben sollte, einen Blick in die Serie zu werfen. Für diese Rolle bekam Nesbitt berechtigerweise eine Golden Globe Nominierung. Ich kannte Nesbitt vorher beispielsweise überhaupt nicht und war so begeistert, dass ich seitdem eigentlich blind zugreife bzw. Serien aufnehme, wenn Nesbitt eine tragende Rolle spielt.

Auch wenn Nesbitt hier zwei Personen in einer Person mimt, kann man die Unterschiede in der Persönlichkeit immer erkennen und man sieht wirklich zwei verschiedene Personen vor der Kamera – auch wenn diese sich einen Körper teilen. Und damit meine ich nicht nur die klar unterschiedliche Frisur.

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Aber auch Bellman kann als Claire Jackman, die Frau von Tom, überzeugen und zeigt eine vollkommen andere Seite ihres Spiels. Die meisten dürften Bellman als Jane aus „Coupling“ kennen. Natürlich kein Vergleich.

Die gesamte Serie ist dicht und unterhaltsam inszeniert, sie beginnt zwar etwas langsamer und nimmt sich Zeit für die Charaktere, aber zum Ende hin beschleunigt die Serie immens. Ich kann mich an keinen Punkt erinnern, wo mal Langeweile aufgetreten ist. Eine der wohl wenigen Serien an die ich mich so erinnern kann, bei der ich nicht sofort darüber nachdenke, ob die Serie vielleicht ein, zwei Folgen zu lang geraten ist. Ist sie nämlich nicht.

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Die Serie arbeitet zum Ende hin auch mit einigen Rückblenden, diese aber wohl dosiert und passend zur Story und dienen vorrangig der Weiterentwicklung der Story und nicht nur der reinen Erklärung. Da wir hier eine britische Serie haben, punktet die Serie natürlich auch mit einem Schuss schwarzen Situationshumor, Schwerpunkt ist aber natürlich der dramatisch-thrillereske Part der Story.

Die Serie ist eine gelungene Weiterentwicklung der Grundstory und schafft es mit Leichtigkeit, der Grundgeschichte von Robert Louis Stevenson neue Aspekte anzudichten und hält einen fantastischen Hauptdarsteller bereit.

Schreibt mal in die Kommentare, wenn ihr die Serie bereits kennt, wie sie bei euch angekommen ist.

Bilder: BBC

16 Kommentare

  • Hier kann man sich die Serie kostenlos ansehen:
    http://www.clipfish.de/special/jekyll/home/

    • … würdest du denn den Genuss der Serie empfehlen oder hast du diese Möglichkeit des Anguckens nur zufällig gefunden?

      • Habe sie noch nicht gesehen noch davon gehört bisher.
        Ich hab nur mal geschaut, wo man die gucken kann und bin so drauf gestoßen, und wollte das nur weitergeben für andere Interessierte.
        Wie gesagt ich schaue mir heute Mittag mal die erste Folge an und danach melde ich mich. :)

  • Ich glaube ich gucke heute Mittag mal die erste Folge. :)

  • ui .. da bin ich aber gespannt.

    Jetzt wäre es natürlich cool und ein toller Start für MEIN Wochenende, wenn ich durch meinen Serientipp einen neuen Fan für die Serie gewinnen konnte oder zumindest einen zum anschauen der Serie überzeugt habe.

    Lass dich von diesem Druck aber nicht beirren .. ;)

  • Ui, … wie sag ich das am Besten…

    DANKE!

    Eine tolle erste Episode! :)
    Nach der Anfangsszene dachte ich man bekommt Billy nicht so schnell zu Gesicht.
    Ich finde James Nesbitt spielt die beiden Charaktere richtig toll! Habe ihn dann auch in der ein oder anderen Nahaufnahme an den Gesten erkannt, den Zwerg ;)
    Die Ehefrau kenne ich auch Coupling, hast Du die Serie mal gesehen?

    Nunja, Du hast mich, werde die anderen Folgen auch schauen.
    Ich finde die Geschichte sehr spannend und Billy ist einerseits erschreckend aber auch lustig.
    Z.B. wie er sich in der Bar verhält und dabei auch nach seinem Alter-Ego einen Kater beschert. :D Auch das Ende der ersten Episode, da hab ich fast Fingernägel gekaut als er durchs Haus läuft.

    Toll!

    Schönes Wochenende!

    • Sehr schön. (ich hatte natürlich nichts anderes erwartet)

      Und ja, dass ich Bellman aus Coupling kenne, schrob ich ja bereits in meinem Serientipp .. Coupling ist eine meiner britischen Lieblingsserien und kommt möglicherweise (vielleicht, womöglich, gegebenenfalls) auch noch im lfd. Jahr dran bei den UK Serienvorstellungen … wobei du die Serie ja scheinbar schon kennst ;)

      Schaust du in OV oder gibt es die Serie dort auch in der deutschen Synchro?

  • Ich schaue nie in OV, finde das zu anstregend für mich, verstehe zu wenig und wenn ich die ganze Zeit Untertitel lesen muss kriege ich ja nichts mehr vom Bild mit. Habs mal versucht.
    Das vielleicht mal ein Wortwitz verloren geht damit muss ich leben.

    Ich habe den Artikel nur angenafnegn zu lesen und dann überflogen, deswegen hatte ich den Hinweis auf Coupling nicht gesehen, wollte mich nicht spoilern. :)
    Coupling fand ich hervorragend, aber als Jeff raus war wurde die Serie immer langweiliger, leider.

  • zu OV/Synchro: kann dich da voll verstehen, wenn ich die Wahl habe entscheide ich mich in den meisten Fällen auch für die Synchro

    zu Coupling: ja aber das gilt ja nur für die letzte Staffel und somit nur für sechs Folgen

    zu Jekyll: wenn du den Artikel nur überflogen hast, was war es denn dann, was dich dazu bewogen hat, mal einen Blick in die Serie zu werfen? Wenn ich das weiß, schreibe ich die Artikel eben genau so und spare mir den Rest .. ;)

  • Werde ich hier analysiert? :D

    Ich habe zuerst die Anleitung gelesen,
    dann kam der Verweis auf die ersten beiden Serien die kein großes Interesse geweckt hatten,
    aber der Steckbrief sprang mir ins Auge! Nur 6 Folgen.
    Habe mir dann die Bilder angeguckt und einige Sätze gelesen, Dr. J. und Mr. Hyde, in der Neuzeit. Und dann noch alles ab der Erwähnung der Rückblenden.

    Mich interessiert generell Mystery, und in der aktuellen Zeit spielend um so mehr, Serien die in der Vergangenheit spielen müssen schon sehr gut sein damit sich mich lange fesseln.

    So, und da sind wir. :)

  • So zweite Folge geschaut, das wird ja immer verrückter und spannender!
    „Der Mann kann nie wieder laufen, und nie wieder sprechen, sich nur noch durch Röhrchen ernähren, ist taub und blind, jeder Knochen in seinem Körper ist gebrochen….“
    Wenn morgen wieder Regen ist freue ich mich schon auf die dritte Folge. :)



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