Review zum neuen Horror-Drama

The Strain S01E01 – Night Zero

15.07.14 19:42
ReviewThe Strain
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Maik
15.07.14

The-Strain_S01E01_Screen_01

Es gab mal eine Zeit, da waren Vampire cool. Dann kam „Twilight“ und recht schnell haben Zombies die Blutsauger um Längen überholt. Doch jetzt könnte es einen Schattenschimmer am Morgengrauen der Fledermausmänner geben, denn die neue FX-Serie „The Strain“ verbindet einfach beide Welten miteinander.

8. Februar, 20:00. gerade befindet sich ein Flugzeug von Berlin im Landeanflug auf JFK als einer der Stewards etwas Bewegliches im Frachtraum ausmacht. Ein vom Captain gefunktes „Flight crew, prepare for arrival“ gibt uns die letzte süffisante Warnung vor dem nahenden Unheil. Die Dinge nehmen ihren Lauf und – die Maschine fällt in Schockstarre. Alle Insassen scheinen tot zu sein, plötzlich und ohne große Gegenwehr. Schnell werden Klischees des Horrorfilms bespielt: eine zuckende Hand, eine gegen die Vorschriften auf eigene Faust in eine vermeintliche Gefahrensituation gehend – und vermeintlich Überlebende? Die neue Vampirhorrordramaserie von Guillermo del Toro (Hellboy, Pacific Rim) beginnt passender Weise am Anfang, an Night Zero, und das ohne große Umschweife.

Das Intro gibt sich freudig kurzgebunden, finde ich gut. Ebenso, dass Corey Stoll als Dr. Ephraim Goodweather am Start ist, den wir als Peter Russo aus „House of Cards“ kennen. Nur jetzt mit Haaren und als Doktor mit Spezialfeld Epidemien. Dazu bekommen wir noch Hobbit-Darsteller Sean Astin als bekanntes Gesicht zu sehen. Allgemein ist zu sagen, dass der Cast auf den ersten Blick sehr hochwertig herüber kommt. Ebenso die allgemeine visuelle Aufmachung, die zeitgemäß wirkt, ohne zu viele Spielereien und Schnörkel (Stichwort Lensflare) einzubauen. Dazu gibt es trotz des eigentlich von Minute Eins recht unsicheren und schwer wirkenden Setting die ein oder andere Dialogzeile zum Schmunzeln.

„This looks so much bigger from the ground then on the screen. I mean, they’re like buildings with wings!“ (Fluglotze Robbie)

Und taffe Charaktere. Pfandhausbesitzer Abraham Setrakian ist eine harte Socke und besitzt die zweitbeste Charaktereinführung der Pilotfolge. Zudem scheint er zu wissen, was auf uns zukommt. „Es“ passiert erneut, „es“ ist wieder da und er muss es eigentlich zuende bringen. Mysteriöse Zusammenhänge und ein Blutfressendes Alienherzdings – das dürfte noch abstruse Ausmaße annehmen. Tut es auch: „Menschen“, die nicht atmen, ein offengelegtes „Frachtstück“, das voller Erde und von Innen verriegelbar ist und mysteriöse Geräusche. Und dann liegt da plötzlich ein (natürlich von niemandem vorher gesehenes!) gigantischs Ungeheuer, das einem den Lebenssaft entzieht und scheinbar immer noch auf Nummer sicher geht, dass der mikrige Mensch auch tatsächlich tot ist. Hat was vom Red Viper vs. Mountain-Kampf aus Game of Thrones… Jedenfalls ein sehr imposanter und großer erster Auftritt!

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Der „Angriff“ des verzweifelten Vaters am Flughafen war in etwa das Gegenteil – plump und unglaubwürdig. So wie auch die Taktik unseres Pfandleihers, um an der Polizeikette vorbei zu kommen. Hier offenbart sich eine kleine Schwäche der Folge: das Setting und das Timing passen hier und da nicht ganz. Es wird zwar versucht im Surrealen Setting möglichst weltnah zu bleiben, aber hier und da geschehen Dinge zu auffällig konzepiert. Bspw. wirkt es auch etwas seltsam, dass so früh derartige Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen ergriffen werden. Ein falsch geparktes Flugzeug würde wohl zunächst zu einem Anstürmen der US-Sicherheitskräfte führen. Und die Zombie-Auferstehungs-Szene war ebenso klischeehaft wie die kleine Familienwiedervereinigung am Ende unglaubwürdig inszeniert. Aber sind kleinere Mängel, über den man zunächst hinwegsehen kann.

Meine Meinung:

Insgesamt war es ein sehr solider Auftakt. Das Setting ist recht klar aufgemacht worden sowie linear und deutlich in der Erzählweise. Das Tempo passt im Ablauf sowie in den Sprüngen zwischen den Charaktergruppen. Die Charaktere sind wirkliche Charaktere und die Bedrohung erscheint bedrohlich. Dazu gibt sich eine Prise Mystery aus dem „Ding“ selbst und der Vorgeschichte mir Pfandleiher Setrakian. Es ist übrigens auch (noch) gar nicht so horrorhaft, wie ich im Vorfeld vermutet hätte. Ich jedenfalls freue mich schon auf die weiteren Folgen, das hat durchaus Appetit auf mehr gemacht. Und was haben wir mal wieder gelernt? Den vermeintlich Irren auch hin und wieder mal glauben. Oder zumindest zuhören.

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