UK-Zensur

Weshalb Michelangelo bei den „Teenage Mutant HERO Turtles“ keine Nunchakus hatte

Spoilerfrei
Maik
14.07.20

Wusstet ihr, dass die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ in Großbritannien gar nicht „Teenage Mutant Ninja Turtles“ hießen, sondern „Teenage Mutant Hero Turtles“? (UPDATE: Okay, das war bei uns auch so, aber der Ursprung dieser Änderungen liegt in UK) Und dass Michelangelo dort keine Nanchakus (oder Nunchucks) nutzt? Er hat keine andere Waffe oder so, die Szenen mit ihm und dem ungewöhnlichen fernöstlichen Kampf-Utensil wurden schlicht rausgeschnitten, fielen sie doch der Britischen Zensur zum Opfer, die keinerlei Ninja-Verbindungen zur damaligen Zeit zugelassen hatte, da die Waffen für die Jugend zu „hip“ waren.

Hier könnt ihr das Intro im Vergleich sehen – links die originale US-Variante, rechts die abgeänderte UK-Version:

Den Anfang zu diesem kleinen TV-Irrsinn früherer Tage hat wohlö der 1973 veröffentlichte Kung-Fu-Film „Enter the Dragon“ gebildet, in dem Bruce Lee auf zu coole und Kinder ansprechende Art und Weise die Nunchakus angespriesen hat. James Ferman von der BBFC („British Board of Film Classification“), was so etwas wie unsere FSK ist, also Alterseinstufungen und Indizierungen für popkulturelle Werke vornimmt, hat sich an den mit einer kurzen Kette verbundenen Schlagstöckchen aufgehangen und über die Jahre wurden sie zu einem roten Tuch, das es (nebst zum Beispiel Ninja-Wurfsternen) komplett aus dem Britischen Fernsehen zu verbannen galt.

Diese zumindest aus heutiger Sicht irrsinnig wirkende Zensur-Regel führte sogar dazu, dass wohl eine Szene im späteren Film „Teenage Mutant Ninja Turtles II: The Secret of the Ooze“ gekürzt werden musste, weil ein paar Würste(!), die Michelangelo ähnlich wie ein Nunchaku wirbelte, zu direkte Assoziationen zur Waffe generierten. Die komplette und bisweilen unglaublich bescheuerte Geschichte könnt ihr hier durchlesen. Nur gut, dass Schwerter (Katana – Leonardo), Dreizack-Stichwaffen (Sai – Raphael) und Schlagstöcke (Bo – Donatello) so ungefährlich und kindgerecht sind…

via: b3ta

3 Kommentare

  • Da kann der deutsche Jugendschutz aber locker mit Absurditäten mithalten. Ich sage nur „grünes Blut“ in den 90ern.
    Und im Fernsehen wird rausgeschnitten sowie es nur minimale Gewalt gibt, aber andererseits wird bei FSK12 schon so viel Sex und Explicit Words durchgelassen, dass man sich fragt, ob das nich gesund für einen 12 jährigen ist.
    Aber das Prinzip der FSK lautet, alles was den Kindern nicht nachhaltig schadet, wird zugelassen. Es lohnt sich, mal die Begründungen zu Alterseinstufung auf den Seiten der FSK zu lesen.

    • Gerade der zweite Teil ist so absurd, da es in den USA ja genau andersherum ist. Gewalt ist fein, aber sobald irgendwo eine Brust zu sehen ist – huiuiui! Vom „Gepiepe“ bei banalen Schimpfwörtern im Fernsehen mal abgesehen…

  • Die Zeichentrick-Serie aus den 1980ern lief auch bei uns unter dem Namen „Teenage Mutant Hero Turtles“. Unvergessen bleibt Frank Zanders Titelsong mit „Hey, jetzt kommen die Hero Turtles, superstarke Hero Turtles, jeder kennt die Hero Turtles…“. Bezgl. der Waffen, hatte ich schon als Kind das Gefühl, dass sie beim Kampf kaum zum Einsatz kamen. Da wurde der Footclan (soweit ich mich erinnere) nie mit Waffen, sondern höchstens mit Fäusten und Füßen besiegt. Die neueren Animationsserien haben das Ninja-Vermächtnis hingegen angenommen und zeigen Kampfsport-mäßig deutlich mehr. Cowabunga!


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