Review zum Serienfinale

Farewell, How I Met Your Mother!

02.04.14 09:24
HIMYMReview
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Maik
02.04.14

himym

Ein komisches Gefühl beschleicht mich. Bereits, beim letzten Mal auf „Play“ drücken. Beim letzten Mal, dass ich den Vorspann sehe. Vor allem aber, nach dem letzten Abspann. Vorbei. „How I Met Your Mother“ ist vorbei. Neun Jahre lang hat mich die Serie begleitet, war die erste, die ich nach dem US-Kalender und auf Englisch geschaut habe, mein Einstieg in dieses ganze Seriengehabe – ja, vielleicht sogar der Grundstein für diesen Blog. Und jetzt ist es weg.

Okay, zugegeben, die Serie hätte auch gut vor drei, vier Jahren vorbei sein können, sie wurde doch arg in die Länge gezogen, aber sie ist es nun einmal jetzt. Nach einer verspielten Konzeptstaffel, die versucht hat, noch einmal alles Revue passieren zu lassen. Genau das hat auch die abschließende Doppelfolge gemacht. Vollgepackt mit Andeutungen und Referenzen auf die guten alten Zeiten. Das waren hauptsächlich die ersten beiden oder vielleicht drei Staffeln, die waren wirklich noch legendary. Sind aber so weit weg, dass selbst Barney vergisst, dass sie die Liberty Bell abgeleckt hatten.

„I’ve done a lot of cool stuff, Ted …“ (Barney)

Es erinnert daran, dass die Serie leider nicht mehr die Kurve bekommen hat. Die Durchdachtheit, Verbindung von epischen einzelnen Elementen mit übergeordneten Handlungssträngen, die niedrige Dichte an Füllfolgen – all das hat nach einigen Staffeln gelitten. Aus „die Serie ist die lustigste der Welt!“ wurde „Hin und wieder gibt es richtig epische Folgen!“ und letztlich „immer noch lustiger als vieles andere“ und „Ich will wissen, wer die verdammte Mutter ist!“. Die Kuh wurde gemolken und gemolken – und wird es weiter.

Dennoch ist es auch schön, daran erinnert zu werden. In gewisser Weise ist man auch gewachsen mit den Charakteren. Neun fucking Jahre, verdammt! Es ist schön zu sehen, dass Barney es auch mit dem Dasein als Blogger versucht (den „Boner of the day joke“ sollte ich mir vielleicht auch anlegen?!), dass High Fives noch existieren und legen – wait for it – noch existiert. Aber irgendwie war das dann doch zu schnell, zu abgearbeitet. Die Slap Bet wird binnen drei Sekunden vollendet (und wurde hier übrigens schon vorhergesagt!!), die Cockamouse huscht einmalig durchs Bild. Sicherlich als epische Konzentration gedacht, ich hätte es aber einfach viel mehr auf die Staffel verteilt.

Und so verheddert sich die Folge im typisch amerikanischen „Was ist aus XY geworden?“. Nur, dass wir die teils holprigen Zeitsprünge in der Extended-Variante erleben dürfen. Oder auch nicht erleben. Es geht zu schnell, es sind seltsame Entscheidungen darunter (Robins Distanziertheit, vor allem zu Lilly, war unglaubwürdig) und das Ende macht es vermutlich niemandem schmackhaft. Ja, es ist noch ein kleiner Kniff dabei und ja, man kann ihn sich auch irgendwie erklären, oder gar toll finden, aber ich mag es nicht. Das ist nicht, was How I Met Your Mother ausgemacht hat. Das ist nicht fair gegenüber der Mutter.

Wenigstens lässt dieses Ende Raum für Spekulationen, für Interpretation. Einen Menschen so lange mit allem lieben, was man hat. Das ist wohl das, was hängen bleibt. Und die Tatsache, dass das Leben eben nicht immer nur „The Gang“ bleiben kann. Wir ziehen um, wir entwickeln uns in unsere eigenen Familienbahnen, erhalten mehr und mehr Verantwortlichkeiten – da bleiben leider manchmal auch die besten Freunde auf der Strecke. Diese harte Wahrheit schmeckt vielleicht nicht und passt nicht in das rosarote Fernsehmuster, aber sie ist es eben.

Ich enthalte mich einer eigenen Bewertung, die irgendwo zwischen zwei und dreieinhalb Kronen liegen dürfte, weil man es einfach aus unterschiedlichsten Gesichtspunkten beurteilen kann. Ich möchte mich einfach bedanken. Danke sagen für neun unterhaltsame Jahre, einige richtig epische davon. Danke für Mary The Paralegal, für Barneys Blog, für High Fives, für die Slap Bet, für Not Moby, für Ranjid, für Laser Tag, für das McLarens, für Anzüge, für Marshalls Bigfoot-Verliebtheit, für High Fives, für das kürzeste Date der Welt für den Slutty Pumpkin, für die Ananas, für Blabla, für all die tollen Momente – und für die Mutter. Dary!

Und hier für alle noch das Ende, das auch möglich gewesen wäre. Halt nur mit einer kleiner Justierung. SPOILERT natürlich wie Bolle, aber hey, hier lesen eh nur die, die es kennen, am I right?

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