Intrigen, Verrat, Sex, Schlachten, Mittelalter - aber keine Drachen

Game of Alternativen – Part I

Mini-Spoiler
Tobias
06.09.16

Spartacus

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Name: Spartacus
Genre: Historiendrama, Action
Laufzeit: 50 Min.
Staffeln (Folgen): 3 (33) + Prequel „Spartacus: Götter der Arena“
Ausstrahlung: Januar 2010 – April 2013 (Starz, ProSieben)
Darsteller: Andy Whitfield, Liam McIntyre, Manu Bennett, Viva Bianca, Lucy Lawless, John Hannah u.v.m.

Blut, Sex, schwitzende Körper, menschliches Elend und der Tod. Und viele Kampfszenen in denen einige Liter Kunstblut vergossen und versprüht werden. Wenn man eine Serie im Sinne Gewaltausübung und der mannigfaltigen Anzahl von Hauptfiguren ähnlich zu „Game of Thrones“ aussuchen müsste, würde man sehr wahrscheinlich mit als Erstes an „Spartacus“ denken. Zumindest aus meiner Sicht. Auch wenn wir mit dieser Serie die britische Insel erst einmal verlassen und uns auf dem europäischen Festland austoben.

Und austoben ist das richtige Wort, denn es geht in „Spartacus“ um den gleichnamigen thrakischen Gladiator, der mit seinem Aufstand der Gladiatoren ein ganzes Land in Atem gehalten hat. Wer jetzt allerdings an den gleichnamigen Film aus dem Jahre 1960 mit einem jungen Kirk Douglas denkt, der irrt gewaltig. Die drei Staffeln und das Prequel sind weitaus mehr als eine reine fiktionale Nacherzählung der wenigen gesicherten Kenntnisse über diesen Mann. In der Serie geht es natürlich auch um den Aufstieg Spartacus zum gefeierten Held der Arena, aber die Serie blickt viel tiefer in diese Zeit, in die Intrigen vorm allem unter den Römern selbst, das Geschachere von Sklaven und die eigene Erhöhung der römischen Oberschicht mit ihren vielen kleinen und schmutzigen Geheimnissen. In Sachen Sex und nackter Haut dürfte „Spartacus“ nämlich sogar noch eine Schippe drauf legen. Und an der Anzahl ungewöhnlicher Sexpraktiken sowieso.

Die gute schauspielerische Darbietung ist fair zwischen den Römern und den Sklaven verteilt, natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt, aber die Serie ist nun mal auch keine dialoglastige Telenovela sondern harter Tobak. Was da an Körperteilen durch die Szenerie fliegt, ganz schön krass. Aber die Schauspieler schaffen es in diversen Szenen, für Emotionen zu sorgen und hin und wieder aus ihrer heroischen Rolle auszubrechen. Aber recht schnell regiert wieder das Schwert. Das Verhältnis zwischen diesen Szenen ist aber ok.

Die Hauptfigur des Spartacus wird in der ersten Staffel noch von Andy Whitfield gespielt und ab der zweiten Staffel von Liam McIntyre, da Whitfield an den weiteren Dreharbeiten nicht mehr teilnehmen konnte, da er an einem Krebsleiden erkrankte und dann auch recht schnell verstorben ist. Sehr traurig. Und es dauerte in meinen Augen auch einige Zeit bis McIntrye seine Rolle gefunden hatte. Verständlich wie ich finde.

Die Serie überzeugt vor allem durch die üppigen Kämpfe in den Arenen , der Vorbereitung der Kämpfer und natürlich am Ende dann auch im Durcheinander des Aufstandes, dem Verrat untereinander, den Unterstellungen, den Loyalitäten und dem Leiden. Aber auch die Intrigen und Machenschaften der beteiligten römischen Familien mit einer herrischen Lucy Lawless als kaltblütige Lucretia, der es nach gesellschaftlichen Aufstieg dürstet und ihren Mann, dem Dominus der Gladiatorenschule, immer wieder antreibt oder auch mal auf eigene Faust handelt, machen die Serie wirklich sehenswert.

Rome

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Name: Rome
Genre: Historiendrama, Action
Laufzeit: 50 Min.
Staffeln (Folgen): 2 (22)
Ausstrahlung: Mai 2005 – März 2007 (HBO, RTL II)
Darsteller: Kevin McKidd, Ray Stevenson, Ciarán Hinds, Polly Walker, Tobias Menzies, Indira Varma u.v.m.

Die Serie „Rome“ gehört von Beginn an zu den teuersten Serienproduktionen aller Zeiten. Dafür schildern die 22 Folgen nichts weniger als die Entstehung des römischen Kaiserreiches unter Caesar und Augustus und somit dem Untergang der römischen Republik. Leider eben nur 22 Episoden lang. Die Serie beginnt mit dem Ende der Gallischen Kriege, setzt sich fort mit der Inthronisierung Caesars, seiner Ermordung (no spoiler) und endet mit dem triumphalen Einzug Kaiser Octavians nach seinem Sieg über Kleopatra. Wer gerade an seinen Geschichtsunterricht denkt, der liegt mit dieser Einschätzng nicht weit weg von der Stärke der Serie.

Denn die Serie ist wahnsinnig detailgetreu und nicht wenige der Dollars dürften in die aufwändige Szenerie und Garderbobe der Darsteller geflossen sein. Atemberaubend. Im Mittelpunkt stehen aber nicht die Caesars und Ocatvians sondern zwei Soldaten, der römische Offizier Lucius Vorenus und der einfache Soldat Titus Pollo, mit denen wir durch die Serie gehen.

Mit Ihnen erleben wir politische Intrigen, Verrat, Tod und Teufel, Schlachten aber auch mal emotionale Szenen. Die Serie versprüht sehr schön eine durchaus vorhandene Lebendigkeit und Authentizität – man braucht also nicht mit Kopfschütteln an seinen eigenen Geschichtsunterricht denken. Die Serie ist weitaus frischer und nicht so aufgesetzt historisch korrekt – es passiert einfach, man ist mittendrin.

Tolle Schauspieler, beeindruckende Szenen. Man kann getrost behaupten, dass der Kampf um Rom sehr unterhaltsam ist. Wenn auch um einige Episoden zu kurz.

Die Borgias

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Name: The Borgias
Genre: Historiendrama, Action
Laufzeit: 50 Min.
Staffeln (Folgen): 3 (29)
Ausstrahlung: April 2011 – Juni 2013 (Showtime, ProSieben)
Darsteller: Jeremy Irons, François Arnaud, David Oakes, Lotte Verbeek u.v.m.

Wir bleiben in Italien, wir bleiben sogar in Rom, wechseln aber vom irdischen ins religiöse Gefilde. Wobei es hier nicht weniger wild zugeht. Die Serie erzählt den Aufstieg der Familie Borgia von Macht und Geld zu noch mehr Macht und noch mehr Geld. Der Thron dieser Serie ist der Heilige Stuhl. Und Kardinal Rodrigo Borgia und seine Sippe wissen ganz genau, worauf es ankommt, um sich diesen Stuhl und seine Macht zu sichern.

Im Mittelpunkt der weltlichen wie religiösen Ränkespielchen steht das Familienoberhaupt Rodrigo Borgia und seine Kinder Cesare, Lucrezia und Juan. Denn kaum sitzt Rodrigo als Papst Alexander VI. auf dem Heiligen Stuhl, steigt die Anzahl seiner Feinde ins Unermessliche. Intrigen und Attentate müssen entweder verhindert oder selbst initiiert werden. Jeder hat hier Dreck am Stecken. In der Kirche Christi ist mal so gar nichts christlich außer vielleicht die Nächstenliebe, vor allem wenn es sich bei der Nächsten um eine schöne junge Frau handelt.

Zugebeben, ohne Jeremy Irons wäre diese Serie nicht wirklich ein Alternativtipp, da es teilweise schon sehr oberflächlich bleibt. Aber wir haben nun mal einen gut aufgelegten Jeremy Irons als Papst Alexander VI. und das ist über die drei Staffeln dann doch recht unterhaltsam. Und das politische Ränkespielchen hinter den Kulissen ist schon eine Unterhaltung für sich.

Man darf diese Serie übrigens nicht mit einer ähnlich lautenden , deutsch-französisch-österreichischen Serienproduktion namens „Borgia“ mit John Doman verwechseln.

Die Säulen der Erde

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Name: The Pillars of the Earth
Genre: Historiendrama
Laufzeit: 100 Min.
Staffeln (Folgen): 1 (4)
Ausstrahlung: Juli/Juli 2010 (Starz, Sat1)
Darsteller: Matthew Macfadyen, Rufus Sewell, Ian McShane, Hayley Atwell , Donald Sutherland u.v.m.

Zum Ende dieser kleinen Reise durch einige Alternativen zu „Game of Thrones“ kehren wir auf die britische Insel zurück: „Die Säulen der Erde“ ist die in vier bzw. acht Teilen verfilmte Miniserie auf der Grundlage des gleichnamigen Romans von Ken Follet. Im Mittelpunkt des Romans wie der Fernsehserie steht der Bau einer riesigen Kathedrale – sozusagen unser letzter eiserne Thron dieses Beitrages.

Gebaut werden soll diese Kathedrale von Tom Builder, unserem Protagonisten der knapp 400 Minuten Mittelalterunterhaltung. Die Miniserie verbindet gekonnt die Ränkespielchen und Intrigen der Adligen und des Klerus unter- und miteinander. Und mittendrin steckt unser loyaler und gütiger Baumeister und seine kleine Familie. Neben dem symbolischen Thron, der Kathedrale, geht es auch wiederum um den echten Thron Englands, in dessen Sog sich Tom Builder und vor alle Prior Phillip ein ums andere Mal verheddern und uns schöne Schwertkampfszenen bescherren.

„Die Säulen der Erde“ ist wohl die klassischste Erzählung unter den Alternativtipps, die Geschichte wird durchgängig erzählt, hat hier und da auch seine Längen aber die Spannung wird über die gesamte Spielzeit hochgehalten. Der Cast um Macfadyen, Sewell und McShane tun ihr übriges dazu dass man sich jene kleine Serie durchaus mal an einem verregneten Nachmittag am Stück reinziehen kann.

Die kommenden zwei Beiträge haben dann die beteiligten Schauspieler im Mittelpunkt, nicht mehr so sehr die Serie „Game of Thrones“. Den ein oder anderen Schauspieler aus „Game of Thrones“ hatten wir heute schon im Line Up, da kommt dann beim nächsten Mal noch mehr. Und es werden einige tolle Serien dabei sein, die man ruhig auf dem Schirm haben sollte.

Welche Alternativserien im Umfeld von „Game of Thrones“ habe ich vergessen, unterschlagen oder kenne ich unter Umständen gar nicht? Wenn ihr hierbei an andere Serien denkt, nennt diese doch mal in den Kommentaren, ich würde mich freuen.

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5 Kommentare

  • Ich vermute, dass auch Versailles eine gute, historische Serie ist. Ab Oktober gibt es sie endlich auch auf Deutsch zu kaufen.

    • Vermutung bedeutet, dass du die Serie noch nicht sehen konntest? Ich konnte mich Ende letzten Jahres irgendwie nicht aufraffen die Serie zu schauen bzw aufzunehmen. Auch wenn ich mir sicher war, dass die Serie vom Thema her mir schon zusagen würde.

      • ja, dass sollte es heißen. Es ist auf meiner „noch zu schauen“-Liste. Black Sails könnte man noch nennen. Relativ aufwändig inszeniert, allerdings sind die Charaktere teilweise zu schablonenhafte Piraten.

  • Ich fand „Vikings“ lange Zeit großartig, aber inzwischen hat die Serie für mich deutlich abgebaut. In der aktuellen vierten Staffeln handeln quasi alle Hauptcharaketere abwechselnd völlig idiotisch oder unlogisch, seien es Ragnar, Rollo oder Floki. Und zum Ende hin kommt wohl noch ein Zeitsprung (bin noch nicht so weit), der uns alle lieb gewonnen Charaktere noch mehr entfremden dürfte.

    • Da kann man mal sehen, wie gut GoT ist und wie groß das Loch sein könnte, in das man serientechnisch droht zu fallen nach dem Ende der Serie.



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