Eine leichten Meeresbrise

John from Cincinnati – Surf Noir at its best

Spoilerfrei
Christina
08.08.14

johnfromcincinnati

Imperial Beach, California. Ein kleines Städtchen zwischen San Diego und Tijuana. Surfer Mekka. Und Heimat der Yosts, einer Familie, die durch das Surfen bekannt wurde und mittlerweile einen eigenen Surfer-Laden in Strandnähe besitzt. Die Familie hat Probleme und im Keller stapeln sich die Leichen – nicht buchstäblich, versteht sich. Der Großvater, Mitch, ehemaliger Profi-Surfer, will seinen Enkel Shaun davor bewahren, die gleiche „Karriere“ wie er zu starten: Erst berühmt, umworben  und dann nur noch eine Erinnerung. Er verbietet ihm an einem Surfwettbewerb teilzunehmen, was eigentlich die Aufgabe des Vaters von Shaun, Butchie, wäre. Dieser wiederum kämpft wenig erfolgreich mit seiner Abhängigkeit von diversen Drogen.
Und in all diesem Chaos landet nun John. From Cincinnati. Oder irgendeinem anderen fernen Planeten.

Mitch Yost steht an seinem Auto um sein Surfbrett auf das Dach zu packen und beginnt plötzlich zu schweben. Bitte nicht abschalten sondern weiterlesen. Es ist nicht so absurd, wie es sich anhört und John From Cincinnati ist keine Sci-Fi Serie.

Das Schweben kann viele Ursachen haben. Es kann durchaus tatsächlich so geschehen sein oder auch einfach nur eine Art Wahrnehmungsstörung sein. Alles möglich. Wir wissen nicht was los ist.

Auftritt John: Plötzlich wie aus dem Nichts taucht John auf. Ein junger, leicht derangiert aussehender junger Mann. Er findet seinen Weg zu den Yosts, diese nehmen ihn auf und lassen ihn ein Teil ihrer Familie werden.

Das spannende an John ist, dass er irgendwie wirkt, als wäre er aus der Zeit gefallen. Er passt nicht in diese Welt, wirkt wie von einem anderen Stern. Sehr ruhig, schüchtern. Er wiederholt eigentlich ausschließlich Sätze von anderen, scheint diese quasi zu speichern und gibt sie dann im passenden Moment wieder. Das funktioniert ganz gut. Er wirkt dadurch sehr harmlos, schafft es aber trotzdem den Beteiligten einen Spiegel vorzuhalten. Mit stoischer Ruhe gelingt es ihm, das chaotische Leben der Yosts wieder in die richtige Bahn zu lenken. Die Story ist relativ komplex und gerade John wirft beim Zuschauer viele Rätsel auf. Woher kommt er? Wer ist er? Oder vielmehr was ist er? Wie gesagt: Es ist keine Sci-Fi Serie sondern gehört in die Rubrik Surf Noir. Ruhig, manchmal etwas düster, sehr nachdenklich aber dennoch mit vielen guten Momenten. Genau das richtige für einen ruhigen Sonntagnachmittag.

„Some things I know and some things I don’t know.“

Die Darsteller:  Ed O´Neill („Eine schrecklich nette Familie“). Er spielt einen ehemaligen Cop und Freund der Familie Yost. Bruce Greenwood, der Mitch Yost spielt, hat ebenfalls eine lange Filmographie, die auch Blockbuster wie „Star Trek: Into Darkness“, „Double Jeopardy“ oder „The Place Beyond The Pines“ umfasst. Und nicht zuletzt spielen auch Jim Beaver (ja, Bobby Singer aus „Supernatural“) und Luke Perry (Dylan aus „Beverly Hills 90210“) wichtige Rollen. Insgesamt kann John from Cincinnati also durchaus mit einer soliden Besetzung glänzen.

„Sometimes to save what you love, you have to be willing to lose it. It’s like surfing. If you do it for the wrong reasons, for the points, it’s just a dead game.“

Mein Fazit: Anschauen. Es lohnt sich. Auch wenn die Story auf den ersten Blick etwas wirr scheint, sollte man den Charakteren eine Chance geben. Immerhin sind es nur 10 Folgen. Allerdings bin ich sehr sicher, dass auch ihr am Ende noch mehr sehen wollen werdet. Und dann geht es euch so, wie den tausenden Fans die nach dem Ende der Serie HBO mit Petitionen bombardiert haben und forderten: „Put John back in the water!“ Leider waren sie erfolglos.

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