Perlen aus der Vergangenheit #35

Klassiker der Woche: Night Court (Harrys wundersames Strafgericht)

SPOILER !!
Michael
24.04.16

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Eine Gerichtssendung als Sitcom? Ja, gab’s in den 80ern – mit Night Court. In Deutschland starete die Serie erst 1989, als sie in den USA schon 5 Staffeln hinter sich hatte. Jede Folge spielt in der Regel ausschließlich im Gerichtssaal – oder den Räumen davor und dahinter. Im Mittelpunkt steht der junge Richter Harold T. Sone, der neben der Rechtssprechung zwei Leidenschaften hat: die Zauberei und Mel Thormé. Beides wird natürlich bunt in die Serie integriert, die auch sonst durch ziemlich abgedrehte Typen glänzt, allen voran Staatsanwalt Dan Fielding, gespielt vom großartigen John Larroquette. Dan ist sehr von sich überzeugt – was er auch gerne zeigt. Kleinigkeiten können ihn schnell zur Weißglut bringen – sehr zur Freude der anderen Akteure vor Gericht – und natürlich zur Freude der Zuschauer.

Serien-Steckbrief

Name: Night Court (Harrys wundersames Strafgericht)
Genre: Sitcom
Laufzeit: 25 Minuten
Staffeln (Folgen): 9 Staffeln (193 Folgen)
Ausstrahlung: 04.01.1984 bis 1992 (ABC)
Darsteller: Harry Anderson, John Larroquette, Charles Robinson, Richard Moll, Markie Post, Marsha Warfield

Erschaffen wurde die Serie von Reinhold Weege, der auch für M*A*S*H einige Folgen schrieb. Für die Star Trek-Fans unter Euch: Auch Brent Spiner alias Data aus TNG hatte eine wiederkehrende Nebenrolle:

Am Anfang muss man sich etwas an das Setting gewöhnen. Alles ist wie gesagt recht bunt wuselig, geht schon mehr in Richtung Kammerspiel. Aber wenn man sich darauf einlässt, kann man wirklich großen Spaß haben, auch über die mehr als 190 Folgen hinweg. Am Anfang geht’s auch mit den Schauspielern etwas durcheinander: Die Rolle der Pflichtverteidigerin konnte nicht mit Wunschschauspielerin Markie Post besetzt werden, weil diese damals noch vertraglich an die Serie „Ein Colt für alle Fälle“ gebunden war. Die Darstellerinnen in den ersten beiden Staffeln, Selma Diamond und Florence Halop, verstarben im Laufe der Produktion.

Ich habe die Serie wirklich geliebt: Einfach großartig, wie unkonventionell Harry T. Stone seine Fälle löst. Da zaubert er bei Bedarf auch schonmal ein Kaninchen aus dem Hut, oder er schmettert Anträge von Dan Fielding einfach blitzschnell ab, um den nächsten Fall zu eröffnen. Ab und zu stolpern auch eigentlich Unbeteiligte wie Art Fensterman, der hausmeister, in die Fälle und nehmen eine nicht unbedeutetende Rolle ein. Absolutes Highlights ist natürlich die besetzung und Umsetzung der Rolle des Dan Fielding. John Larroquette spielt die Rolle mit einer großen Leidenschaft und mit einer klasse Mimik. 31 Emmy-Nominierungen hat die Serie insgesamt bekommen – sieben wurden gewonnen, davon gingen vier auf das Konto von Larroquette. Er tauchte später glücklicherweise nochmal in einer Gerichtsserie auf, die ebenfalls nicht so ganz ernst gemeint war: Boston Legal.

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