Soundtrack der Woche #42

Musik in: House of Cards (Season 3) (Jeff Beal)

Mini-Spoiler
Michael
28.03.16

houseofcards3

Neue Folge unserer Serie „Soundtrack der Woche“: Hier stellen wir Euch regelmäßig Scores, Tracks und Musik-Alben zu unseren Lieblingsserien vor. Dabei gehen wir einerseits auf die Akteure hinter dem Soundtrack ein, aber natürlich auch ausführlich auf die Musik selbst – und ihre Wirkung auf die Serie. Folge 42: Musik in: House of Cards (Season 3).

Die Serie – darum geht’s

„House of cards“ hatten wir hier bei sAWE im Rahmen dieser Soundtrack-Reihe schon zweimal vorgestellt, einmal mit dem Soundtrack zu Season 1, und vor kurzem zu Season 2. Im Mittelpunkt des Politthrillers steht Frank Underwood, der nach der US-Präsidentenwahl überraschend nicht zum Außenminister gewählt worden ist. Mit seiner Frau Claire schmiedete er einen Racheplan, um sich seinen nach seiner Sicht verdienten Platz im Weißen Haus zu sichern. Doch es kommt noch besser: Er wird erst Vizepräsident und später im Laufe der 2. Staffel sogar US-Präsident. Der Kampf um den Verbleib im Amt steht dann im Mittelpunkt von Staffel 3.

Die Geschichte von Frank Underwood wird von Beau Willimon toll erzählt – vor allem das Intrigenspinnen, der Umgang mit Rückschlägen und das absolut Skrupelose im Vorgehen wird großartig herausgearbeitet. Dabei nutzen die Macher ein durchaus ungewöhnliches Stilmittel, indem sie den Hauptcharakter Frank Underwood immer wieder zum Publikum sprechen lassen, derweil die eigentliche Handlung weiterläuft.

Die Serie ist ein Aushängerschild des Streaming-Dienstes Netflix, der sich vor allem dank dieser Serie schnell einen Namen machen konnte. Herauszuheben ist die tolle Besetzung der Figuren bis in die kleinste Nebenrolle – überzeugend ist vor allem Kevin Spacey als Frank Underwood. Durch diese Serie hat Spacey seine Liebe zum seriellen Erzählen entdeckt. Bekanntester Fan der Serie ist US-Präsident Barack Obama, der dann und wann schonmal eine Referenz auf „House of cards“ in Reden oder Interviews einbaut.

Für einen schnellen Überblick über die Anfänge der Serie gibt’s hier in vier Minuten eine Zusammenfassung von What’s Trending’s Shira Lazar:

Staffel 2 ist hier von Netflix zusammengefasst:

Staffel 3 im Trailer:

Komponist des Scores ist der mehrfache Emmy-Gewinner Jeff Beal. Die Zusammenarbeit mit ihm weiß Showrunner Beau Willimon zu schätzen:

We often whiplash from one emotional state to one that’s completely different in a single frame. Music helps us make those transitions, establish the pace, (and) uncover the emotional truths of our characters in ways that can amplify or add more facets. He’s not just tackling each scene as it comes, he’s looking at each episode as a totality. Then he’s doing that on a larger scale, thinking about a trajectory for music for the entire season. The best thing to do with a truly original voice is get out of the way and let it surprise you, listen to it and respond. In Jeff Beal, you have a truly original voice.

Der Komponist

Auf Jeff Beal bin ich zum ersten Mal aufmerksam geworden, als ich die HBO-Serie Carnivale gesehen habe – ein Serie über einen Wanderzirkus, aber auch über gute und böse Magie. Ich habe sie im Rahmen der Soundtrack-Reihe hier schonmal vorgestellt. Sowohl in Carnivale als auch in der ersten Staffel von House of Cards kommen sehr viele Bläser-Elemente drin vor – was für eine unheimliche und mysteriöse Stimmung sorgt.

Jeff Beal hat für seine Score-Arbeit bislang 13 Emmy-Nominierungen erhalten – drei Auszeichnungen wurden ihm dann tatsächlich auch verliehen. Zu den Highlights in Sachen Serien-Vertonung gehören neben House of Cards und Carnivale auch der Score von Rome und Monk, von Medium, Ugly Betty oder zuletzt The Newsroom. Jeff Beal produziert in der Regel jeden Score komplett selbst: Komplett heißt, dass er die Musik komponiert, selbst einspielt (vor allem die Trompete, Flügelhorn, Klavier und die Gitarren), selbst orchestriert und dirigiert, wenn ein Orchester zum Einsatz kommt, selbst aufnimmt, mischt und produziert. Er hat die Zügel komplett in der Hand, bekommt ein festes Budget, aus dem er dann die Entstehung der Musik finanzieren kann – Gastmusiker inklusive. Für Jeff Beal bedeutet das Freiheit. Und für seine Familie auch: Sein Sohn ist am Bass zu hören, seine Frau Joan hat wider den Sopran-Teil in einigen Tracks übernommen.

Neben Scores hat Jeff Beal auch eigene Soloalben veröffentlicht; das sind vor allem Jazz-Alben, die vielfach in der Jazz-Szene Beachtung gefunden haben. Dazu kommen mehrere Kammermusik- und Orchester-Werke, die von den großen Orchestern der Welt eingespielt wurden.

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