Vom Kino ins Fernsehen

Review: Jack Ryan S01E01 – Suleiman

02.09.18 09:13
DramaReview
SPOILER !!
Jonas
02.09.18

Jack Ryan? Wer ist Jack Ryan, wird sich der ein oder andere fragen – muss man den etwa kennen? Ich habe den Namen ehrlich gesagt auch nicht einordnen können, als ich die ersten Amazon Trailer gesehen habe. Obwohl ich, ohne es zu realisieren, schon mehrere Jack Ryan Filme gesehen habe: „Jagd auf Roter Oktober“ mit Alec Baldwin, „Das Kartell“ mit Harrison Ford oder „Der Anschlag“ mit Ben Affleck. In all diesen Filmen ist der Held Jack Ryan, ein von Tom Clancy erdachter CIA Analyst, der smart ist und die Welt vor dem Bösen rettet. Als ich das endlich gerafft habe war, für mich klar, ich muss die neue Amazon Serie sehen, denn ich finde die Jack Ryan Filme großartig. Natürlich sind sie extrem patriotisch und zeichnen ein sehr einseitiges Bild, die USA sind gut und die anderen sind böse; trotzdem wird man großartig unterhalten. Action, aber auch politisches Drama, Verwicklungen und Ermittlungen im großen Stil prägen diese Filme.

Nun hat sich also Amazon also des „Jack Ryan“ angenommen und den Schauspieler John Krasinski rekrutiert, den viele wohl aus „The Office“ kennen. Kann Amazon Jack Ryan und kann Krasinksi Action-Drama? Diese und weitere Fragen werde ich in dem folgenden Review zur ersten Folge versuchen zu beantworten.

S01E01 – Suleiman

Ganz wie in „Der Anschlag (The Sumo of All Fears)“ sehen wir zu Beginn der ersten Folge einen Rückblick. Beirut im Jahr 1983, Jets zerstören eine Stadt und zwei Jungs werden schwer verletzt. Wie sich später herausstellt, ist einer der beiden der große Bösewicht der Serie. Parallel sehen wir Jack Ryan, wie er das typische Leben eines engagierten Geheimdienst-Analysten lebt. Er rudert, trinkt gesunde Getränke und er fährt mit einem Rennrad zur Arbeit. Eines fällt dabei sofort auf: Die Serie – bei aller Ernsthaftigkeit – hat eine kleine humoristische Note. In den genannten Jack Ryan Filmen gab es höchstens mal ein Schmunzeln, aber dass Jack etwas ironisch daher kommt oder sich mit einer Kollegin schelmisch gegen den missgelaunten Chef auflehnt wie kleine Kindergartenkinder, nein, das war Jack in der Vergangenheit nicht.

Vorher

In der Auftaktfolge spürt Jack seltsame Transaktionen auf, der Aufhänger für die Geschichte. Sein Chef glaubt ihm nicht, aber, wer hätte es gedacht, Jack hat selbstverständlich den richtigen Riecher. Im Jemen spielt die Musik, dort ist ein gewisser Suleiman, der 9 Millionen Dollar sammelt und damit offenbar etwas Böses plant.
Während Jack auf einer Party verweilt, wird er mit großem Tam Tam von einem Hubschrauber abgeholt, denn er hat tatsächlich einen dicken Fisch identifiziert, so dass er sofort mit seinem Chef in den Jemen fliegen soll, wo man gerade zwei Verdächtige im Zusammenhang mit diesen Konten festgesetzt hat. Etwas unglaubwürdig ist seine Ablehnung gegen diesen Flug. Er sei nur Analyst, sagt Jack, aber nach gefühlten zwei Millisekunden steigt er dann doch ohne Bedenken in das Flugzeug. Dieses Spiel mit „Jack sei nur Analyst“ ist etwas nervig. Dass er selbstverständlich nicht nur ein Sesselakrobat ist, weiß man nach den ersten Promo-Bildern zur Serie, also hätte man sich dieses Spiel auch sparen können.

Im Jemen angekommen wohnt Jack dem Verhör der zwei Festgenommen bei. Diese beiden scheinen sehr wichtig zu sein und deshalb starten die dortigen Clans eine Befreiungsaktion. Nicht nur greifen sie mit allem an, was sie haben, sie schaffen es auch, einen Kämpfer als angebliche Leiche einzuschleusen. Die ewig andauernde Kampfszene kommt sehr cineastisch rüber. Ich fühle mich beim Ansehen tatsächlich, als ob ich im Kinos sitze und einen großen US Blockbuster schaue. Amazon hat sich diese Serie offenbar einiges kosten lassen. Während des Angriffs auf die US Basis, in welcher Jack und die Gefangenen sind, kommt es, wie es kommen muss: Jack muss kämpfen und gewinnt sogar, wenn auch knapp.

Nachher

Vergleicht man den Auftakt von Jack Ryan mit Homeland oder anderen Serien mit Fokus auf Terror und Geheimdienste, dann ist es schon etwas anderes. Die Kampfszene am Ende überstrahlt die erste Folge deutlich. Ich frage mich, soll das der Ton der kommenden Episoden sein? Keine lange Einleitung und auch keine „Problemstellung“? Denn eigentlich wissen wir überhaupt nicht, was Suleiman wirklich will – ist er Terrorist, ist er Waffenhändler, ist er einfach nur eine Finanzgenie für böse Buben? Das fehlt mir etwas, ich mag die Erkenntnis, die Recherche in diesen Formaten, davon sehen wir herzlich wenig in dieser Folge.

Trotzdem finde ich den Auftakt gut. Als Fan von den Jack Ryan Filmen finde ich viele Elemente wieder und auch Krasinksi macht seine Sache gut. Dieses leicht Schelmische tut dem Charakter und der Serie gut. Interessanterweise wird aber im Unterschied zum Kino mehr geballert, aber vielleicht gibt sich das ja noch in den kommenden Folgen. In jedem Fall ist die Serie groß in Szene gesetzt. Hätte man mir gesagt, ich sehe jetzt einen Blockbuster, hätte ich das der ersten Stunde komplett abgenommen. Und deshalb schaue ich jetzt auch gleich die zweite Folge…

Bilder: Amazon

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