Zwei beste Freundinnen helfen sich durch die Jahre

Review: Netflix‘ „Firefly Lane“ (Immer für dich da) S01E01 – „Hello Yellow Brick Road“

Mini-Spoiler
Michael
16.02.21

Zwei beste Freundinnen kämpfen sich durch die Jahrzehnte vom Teenager-Alter bis Anfang 40, erleben Höhen und Tiefen in Beziehungen und Freundschaften, und die gemeinsame Freundschaft ist der rote Faden in der Story – hat man irgendwie schon x-fach gehört, hat Netflix aber nicht daran gehindert, daraus eine Serie zu machen; vielleicht war genau das sogar der Grund für den Streamingdienst, „Ja“ zu sagen zur Romanvorlage von Kristin Hannah mit dem Titel „Firefly Lane“. Im Original hat’s für den Buchtitel direkt auch mal zum Serientitel gereicht, für die deutsche Fassung musste es etwas einschmeichelnder „Immer für dich da“ werden. Ich bin im Prinzip auch nur da reingeraten, weil sich die gemeinsame Watchlist von meiner Frau und mir nach dem durchwachsenen „Feel Good“ auf Null reduziert hatte.

Immerhin versprechen ja Cast und Crew zumindest solides Machwerk: Maggie Freeman als Showrunnerin und Autorin – das hat schon vor 20 Jahren bei „Dawson’s Creek“ gut funktioniert. Dazu als Hauptdarstellerinnen Sarah Chalke (genau, „Scrubs“ und „Roseanne“) und Katherine Heigl („Suits“, „Grey’s Anatomy“) – kann eigentlich nicht so richtig viel schief gehen. „Fiefly Lane“ erzählt dann die Geschichte der beiden Freundinnen Kate und Tully, von der Teenager-Zeit in den frühen 70ern über die gemeinsame Arbeit bei einem Sender in den 80ern bis zur Jetzt-Zeit der Serie, Anfang der 2000er Jahre. Erzählt wird nicht chronologisch, sondern die Story springt zwischen den drei Zeitebenen hin und her. Klingt verwirrend, tatsächlich profitiert die Serie am Anfang aber sogar davon, den die Story der beiden kommt dann doch sehr schwer in Gang. Da bringen die Zeitwechsel Abwechslung in die sonst eher gemächliche, seichte Story. Wir lernen Kate und Tully kennen, die natürlich als eher gegensätzliche Charaktere entwickelt werden, und irgendwie gelingt es sogar den beiden Nachwuchsschauspielerinnen Roan Curtis und Ali Skovbye, die Kate und Tully als Teenager porträtieren, den etablierten Darstellerinnen etwas den Rang abzulaufen. Sie machen’s irgendwie charmanter, vor allem Sarah Chalke bleibt in der Auftaktfolge ungewohnt blass.

Man erkennt auch nicht so wirklich den Reiz von „Firefly Lane“ – wo ist das Besondere, das Neue, für das es sich lohnt, dabeizubleiben? Als Teaser für eine gesamte Staffel taugt die erste Folge nicht wirklich, um das eher neutrale Publikum vom Dabeibleiben zu überzeugen. Man muss es schon wollen, die Geschichte der beiden Frauen weiter zu verfolgen.

Unabhängig davon ist sie Serie technisch natürlich über alle Zweifel erhaben. Regisseur geht das Ganze sicher und routiniert an, Cinematograph Vincent De Paula serviert uns perfekte Bilder. Die einzelnen Zeitebenen sind charmant ineinander verwoben, an einigen Stellen setzen die Akteure in der einen Zeitlinie quasi die Bewegungen der anderen Zeitlinie fort. Das ist ganz schön, und ich bin mal gespannt, ob das a) durchgehalten wird und b) falls a), dann nicht vielleicht irgendwann nervt.

Wie gesagt, solides Standardserienmachwerk, bei dem man nicht unbedingt dabeibleiben würden, weil es ja eigentlich noch so viel anderes gibt. Eigentlich. Aktuell aber gerade nicht. Also mal Folge 2 vornehmen…

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