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Eine Prise "Severance"

Review: Rick and Morty S06E04 – „Night Family“

ACHTUNG: SPOILER !!
26. September 2022, 06:45 Uhr
SPOILER !!
Maik
26.09.22


Nach der unnormal normalen Episode vergangene Woche treibt „Rick and Morty“ in der aktuellen Folge wieder ein deutlich ausgefalleneres Spiel. Das beginnt bereits in den ersten Sekunden, wo wir ein altes Gedicht von T.S. Eliot geboten bekommen. Das war in Aufmachung und Ausführung beinahe ungewöhnlicher als diese „Schafe-Zähl-App“, die mir persönlich zu plump war und eher „Family Guy“-Humor entsprach.

Spannender wird es da, als die eigentliche Grundhandlung in Gang gesetzt wird. Das Haus ungewöhnlicherweise unbeleuchtet zu sehen zu bekommen hatte eine interessante Wirkung auf mich und auch der kleine Rick-Schreck hat gesessen. Während andere Schlafwandeln, Schlafsitupped dieser nämlich.

Die Idee, dass man seine eigene Nachtperson Dinge erledigen lässt, ist schon ziemlich nice! So hat man viel mehr Zeit, um all die Dinge zu machen, die man sonst immer vor sich herschiebt. Interessant hierbei ist, dass die Frauen Trompete-spielen oder Fremdsprachen lernen, während die Männer Bauchmuskeltraining und einen Podcast namens „Fabsolutely abuless“ machen. Prioritäten und so. Letztlich hat Jerry aber gewonnen, indem er einen Brieffreund gefunden hat, mit dem er erstaunlich viele Gemeinsamkeiten teilt: sich selbst.

„Oh shit, they want you to say ‚wubba-lubba-dub-dub‘ at the end!“ – „Screw that, we’re not whores!“ (Morty & Rick)

Hier zeigt „Rick and Morty“ mal wieder, dass viele als vermeintliche Zwischengangs oder Beiläufigkeiten erachtete Kleinigkeiten bedacht gesetzt worden sind. Das Trompete-Erlenen hat den Weg geebnet, dass Beth die kleine Fail-Fanfare darauf spielen kann. Die eh bereits auf die Fremdschäm-artige Naivität Jerrys einzahlende Brieffreundschaft ebnet einen wichtigen Weg in die spätere Handlungsentwicklung, da Nacht- und Tag-Familie auf diese Weise miteinander kommunizieren können.

Das hat mich insgesamt schon sehr an „Severance“ erinnert, wo „Innies“ und „Outies“ existieren, jedoch nichts von den jeweiligen Aktivitäten wissen sollen. Mir fehlt hier lediglich die körperliche Konsequenz – müssten die „Tagies“ nicht total hinüber sein, weil ihre „Nachties“ sich verausgaben? Letztlich entpuppt sich für die zur Arbeit gezwungenen „Nachties“ in dieser Folge das eigene Leben als Sklaven-artiger Albtraum. Entsprechend lehnen sie auf, wobei ich interessant erachte, dass Nacht-Summer und nicht etwa Nacht-Rick diesen Aufstand leitet. Im Gespräch mit Tag-Rick lässt sie durchaus tief blicken, was auch die Beziehung der beiden Figuren zueinander anbetrifft.

Auch wenn die Folge (bis auf einen übertrieben dargestellten Geschirr-Beschaffungs-Ausflug Ricks) zunächst größtenteils im Haus spielt, funktioniert die Balance zwischen Humor, Drama und Familienleben dieses Mal deutlich besser als letzte Woche. Dazu gibt es auch neben der Nachtie-Maschine einige ausgefallene Gadgets zu sehen, allem voran der Hahnenschrei-Wecker – What the…?! Die Nacht-Tag-Situation hat zudem wunderbare strategische Tiefe offenbart, die zunächst mit dem Schlaf-Verhinderungs-Anzug angegangen wurde, der mich an den „Sensory Deprivator 5000“ in „How I Met Your Mother“ erinnert hat.

„Everyone – get behind my abs!“ (Morty)“

Das intensiver werdende Schlaf-Wach-Spielchen wird gekonnt mit absurden Momenten und Details aufgebrochen, wie die „Z“ an Stelle der Kreuze auf dem Kalender oder der Nachbar, der „Car troubles?“ über die Straße ruft. Die Verfolgungsjagd war gut inszeniert und gipfelt in einer wunderbaren Kampfszene, in der man die eh schon bescheuerte „Einschlaf-Aufwach-Odyssee“ komplett überdreht und das akustische Signal zum Dauerklingeln wird. Und das alles, weil das Geschirr nicht eingeweicht wird – da sieht man mal, wie realitätsnah die Serie doch sein kann! Final erhält Rick die letzte Möglichkeit, dem Einweichen zuzustimmen, lehnt aber ab, ehe die „Nachties“ lernen müssen, dass wir „Tagies“ auch ganz schön viel zu tun haben.

Das hat mir deutlich besser als die letzten beiden Folgen gefallen. Wir haben eine originelle und vor allem griffige Story erlebt, die mit gutem Pacing konsequent erzählt worden ist. Erneut hat sich als Wohltat erwiesen, dass alle Familienmitglieder in die Geschichte involviert waren und wir so eine Hauptgeschichte konzentriert und umfassend erzählt bekommen haben. Außerdem hat man es geschafft, ganz ohne Portal-Kanone und fast ohne intergalaktische Einflüsse eine spannende und ausgefallene Geschichte zu skizzieren. Ich frage mich, ob man die komplette Staffel auf diese Art und Weise durchziehen wird, so dass erst mit dem Staffelfinale wieder Bewegung in die übergreifende Handlung gebracht wird. Würde mich nicht wundern, wenn man das jetzt konsequent so durchzieht und eine Art „Home Season“ hinlegt. Solange die Qualität auf diesem Niveau bleibt, hätte ich nichts dagegen einzuwenden. Oder gar besser, denn für die ganz großen Kult-Momente und unvorhergesehenen Twists hat man sich hier noch Platz gelassen.

Bilder: Adult Swim

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