Ab in den Ring

Review: Suits S08E11 – Rocky 8

24.01.19 12:20
ReviewSuits
SPOILER !!
Maik
24.01.19

Lange habt ihr darauf gewartet, zum allerletzten Mal eine „Suits“-sche Zahl von mir genannt zu bekommen. 18 Wochen, also 126 Tage, um genau zu sein. So lange war die Midseason-Pause der achten und finalen Staffel der Serie. Und, hat sich das Warten gelohnt? Ich fand die erste der letzten sechs Folgen durchaus unterhaltsam.

[UPDATE: Gestern wurde bekannt, dass es nun doch noch eine neunte Staffel als finales Kapitel der Serie geben wird.]

Louis‘ missglückter Freudentanz hat einen stimmigen Einstieg in die Folge gegeben und über die kuriose Tatsache hinweggetäuscht, dass in einer Anwaltskanzlei(!) die Ausrede für ein zweistündiges Zu-spät-Kommen gilt, man habe „einen Artikel gelesen“. Der muss aber gehörig lang gewesen sein… Wie dem auch sei, alle haben sich erst einmal an neue Namen an der Wand und im Serienintro, vor allem aber an die neue Situation mit einem Louis an der Spitze zu gewöhnen – nicht nur wir Zuschauer.

„The last name sticks with people. Has more power to it“. – „Sure. Like Tonto. Robin. Garfunkel.“ (Alex & Samantha)

Zu der Namensgeschichte muss ich übrigens einhaken: Das ist so nicht ganz korrekt, denn die Genannten sind Teile eins Duos, sprich, hier wird der Vergleich zu einem Erstgenannten gezogen. Alex führt zunächst jedoch den (durchaus passenden) Vergleich zu einem in der Mitte einer größeren Masse aufgeführten Namen, wo der Letztgenannte durchaus einen höheren Impact haben könnte. Schon wieder so eine fehlerhafte Logik, die gerade Anwälten nicht passieren dürfte…

Vor allem Louis selbst muss sein seine neuen Tätigkeiten und Deligieren lernen. Dafür gäbe es natürlich die Möglichkeit, Selbsthilfe-Videos zu schauen, Seminare zu besuchen, oder wertvolle Ratschläge von alten AmtsinhaberInnen zu ersuchen, aber natürlich wird das über eine gute alte Donna-Ratschlag-Schiene und den binnen einer Folge zu fixenden Selbstversuch gelöst. Learning by doing ist für uns halt schlicht der unterhaltsamere Weg. Und so gibt Louis einen Fall an Alex ab, um ihn wieder an sich zu nehmen, um ihn wieder abzugeben und irgendwie war das (Überraschung!) genau der richtige Weg. Oder so.

„I gotta say, it‘s a weight lifted off my shoulders.“ – „Doesn‘t look like a weight off…“ (Robert & Harvey)

Im ganzen Louis-Misch-Masch macht Donna Bekanntschaft mit einem seiner ältesten Kunden und bandelt erstaunlich schnell an. Schnell wird klar, dass Donna entweder abgeworben und/oder romantisch avanciert werden dürfte. Positiver Nebeneffekt für uns: Wir bekommen endlich mal wieder richtig charmant aufgezogene Donna-Magic zu spüren. Und Rekrutierungs-Kräfte in Firmen weltweit einen ernsthaft wichtigen Hinweis: Lebenslauf ist nicht alles!

„I‘m also saying that you are a CEO who needs a GC who understands your POV.“ – „Yes, I DOO. That didn‘t come alright…“ (Donna & Kunde)

Der „wilde Hengst“ Harvey hat einen Boxer-Fall um einen Boxer-Fall angenommen, der ihn näher mit Robert heranführt und nebenbei Jessica nochmal ins Gedächtnis ruft. Ich bin eh gespannt, in wie fern wir im Finale der Serie einen mehr oder weniger galanten Bezug zum kommenden Chicago-Spin-Off serviert bekommen werden. Diese feine Box-Technik-Analyse Harveys im Ring hätten TV-Experten aber doch direkt nach dem im Fokus stehenden Kampf aufgestellt haben müssen, oder nicht? Das war mir dann doch etwas zu einfach.

„Louis, if this is some kind of Jedi mind trick that Lipschitz taught you…“ – „I don‘t even know, who Jett Minetrick is, but…“ (Harvey & Louis)

Positiv ist mir die leicht abgeänderte Darstellungsweise Roberts aufgefallen. Vielleicht ist er durch die Amts-Abgabe wirklich lockerer, vermutlich wurde aber einfach etwas mehr an seinen Dialogen gearbeitet. Der Buddy-Talk über die „Rocky“-Reihe fühlte sich jedenfalls lockerer und besser an als zuletzt, auch wenn die verzögerte Comedy-Technik vor allem in den Antworten von Robert in der Folge etwas sehr absehbar war.

Insgesamt hat mir der (nach neuen Angaben gar nicht mehr) letzte Auftakt von „Suits“ aber durchaus gefallen. Das war zwar kein ganz großes Drama, aber gerade hinsichtlich der menschlichen Momente konnte so ziemlich der komplette Cast sich zeigen und hatte seine Momente. Sei es die charakterliche Weiterentwicklung von Kathrina oder die gewohnte Schlagfertigkeit von Gretchen. Dazu hat das Spiel von Rick Hoffman den Spagat zwischen Albern und Ernst recht gelungen hinbekommen. Aber auch wenn ich mich erstaunlich oft damit wiederhole: Mehr Anwalts-Kram, der wirklich packt, wäre schön. Und ob der gerade erst zurückgewiesene Gegen-Anwalt nun wirklich noch DIE große Gegenstory für die letzten Folgen aufbauen wird, wage ich zu bezweifeln.

Aber, das war unterhaltsam und hat mich positiv auf die finalen Folgen einstimmen können. Na dann – Faust drauf!

Bilder: usa

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