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Originelles "Whodunit?“

Review: The Afterparty – Staffel 1

Spoilerfrei
17. März 2022, 17:41 Uhr
Spoilerfrei
Maik
17.03.22

Von Ende Januar bis Anfang März wurden auf Apple TV+ die insgesamt acht Folgen der neuen Dramedy-Serie „The Afterparty“ veröffentlicht und ich kann euch das Einschalten nur wärmstens empfehlen! Das Großartige am orginellen Erzähl-Setting ist, dass das Format quasi für Fans sämtlicher Genres etwas ist, wird doch jede Folge (zu Teilen) in einem anderen Stil erzählt. Seit dem ersten Teaser des Apple Originals wusste ich, dass das einer der Neustarts des Jahres 2022 werden könnte und ich wurde nicht enttäuscht. Hier mein spoilerarmes Serientipp-Staffelreview!

Ein Mord, viele Sichtweisen

Die grundlegende Story ist schnell erklärt: Popstar Xavier wird im Zuge einer Party in seinem Anwesen tot aufgefunden und es stellt sich die Frage, welche der Anwesenden verantwortlich für den Mord ist? Die Polizei rückt ein und versucht den Fall mittels Einzelbefragungen zu klären – ein klassisches „Whodunit?“ also? Nicht ganz. Christopher Miller („The LEGO Movie“) inszeniert nämlich jede Zeugenaussage in einem einzelnen Genre. So bekommen wir jede Folge eine etwas andere Serie zu sehen, die zudem mit einigen weiteren spannenden Kniffen arbeitet.

Die „Afterparty“ findet nach einem Klassentreffen des Abgangsjahres 2006 statt. Vielleicht ist das für mich als 2005er Abschlussjahrgang alleine schon aufgrund der Lebenssituation der Charaktere passend… Jedenfalls finden sich alle ein bisschen anders im Leben wieder, als sie es vor knapp 15 Jahren gedacht hätten. Und wie sich herausstellt hegen alle einen gewissen Groll oder zumindest mal Neid gegenüber Xavier, dem großen Star, der mit Helikopter zur Party erscheint. „The Afterparty“ schafft es ganz gut, aufzuzeigen, mit welchen Problemen und ganz eigenen Hindernissen Menschen zu kämpfen haben und dass alle Leute ihre ganz eigene Sicht der Dinge haben. Leute, die auf Anschlussfehler achten, müssen sich immer vor Augen halten, dass hier ja bewusst unterschiedliche subjektive Fassungen eines Abends abgegeben werden – die können auch mal variieren. Auch inhaltlich.

Die große Besonderheit ist aber vor allem der Wechsel in der Aufmachung, der für kurzweilige Abwechslung und Neugierde sorgt. Jede Folge gibt es die Aussage einer Person im jeweils zum Charakter passenden Genre zu sehen. Action, Musical oder auch (seichter) Horror – dabei wird größenteils gekonnt mit Klischees gespielt und alles mit Humor genommen. Man könnte hier kritisieren, dass man die Teile noch klarer und ohne Kompromisse hätte inszenieren können, letztlich will „The Afterparty“ aber auch zu Teilen Comedy sein und so folgen dann eben doch alle Folgen in gewisser Weise einem durchgehenden Grundton. Das wird vor allem unterstützt, indem wir nicht die kompletten Folgen in anderen Genres zu sehen bekommen, sondern lediglich die Teile, in denen Charaktere von ihren Erinnerungen berichten. Dazwischen wird immer wieder in das „reale“ Jetzt-Stadium gewechselt, um Neben-Geschichte fortzuführen und uns Verschnaufpausen zu gönnen.

Gut gespielt und schön bebildert

Die Genre-Darstellungen fand ich teilweise ein bisschen plump umgesetzt, insgesamt hat mir das aber gefallen. Vor allem Folge Sechs („Zoë“) hat mir stilistisch sehr gefallen, wobei ich gerade mit Blick auf mit Blick auf die IMDb-Wertungen sehe, dass ich damit wohl alleine stehe… Jedenfalls wird mit abgeänderten Visuals, anderer Bildfilter und Kameraperspektiven gespielt, so dass wir uns stets in anders produzierten Formaten wähnen. Letztlich ist das immer mal etwas drüber und überzeichnet, das passt aber in das Setting, dass ja die Figuren selbst ihre Geschichten erzählen und entsprechend dick auftragen und nicht immer konsequent dabei sind.

Gefallen hat mir auch der Cast. An Tiffany Haddish als aufgedrehte Detective Danner musste ich mich erstmal gewöhnen, aber John Early ist meist als ausgleichender Detective Culp zur Stelle. Vor allem Sam Richardson als der herzliche Aniq hat mir gefallen, was nicht nur im Zusammenspiel mit seinem Schwarm Zoe Chao (Zoë) sondern auch mit seinem Bromance-Partner Ben Schwartz (Yasper) zu Szenen mit richtig guter Chemie geführt hat. Ansonsten wäre natürlich noch Dave Franco als der exzentrische Popstar Xavier zu nennen – das dürfte ihm viel Spaß bereitet haben, diese überzogene Rolle zu spielen. Der Rest bleibt zugegeben etwas blass, was entweder an nicht ganz stimmigen Rollenportraits oder schlicht zurückgezogenen Charakteren liegt. Oder, dass man sich einfach nicht an seinen Namen erinnern kann, ähem… Dafür gibt es Gaststars wie Will Forte zu sehen!

Indizien für kleinere Schwächen

„The Afterparty“ hat aber auch ein paar Schwächen. Einige sind wie gesagt noch unter den Mantel der Inszenierung zu kehren, so dass Zeugenaussagen überdreht sein dürfen und der Comedy-Anstrich des Formates nicht zu hundert Prozent konsequente Umsetzungen verzeiht. Allerdings gibt es auch einige Aspekte abseits der Befragungen, die zumindest mal unklar erscheinen. Die Party ist gigantische, inklusive Catering-Team vor Ort, aber zum Zeitpunkt der Befragung sind dann nur noch unter zehn Leuten vor Ort? Das wird einmal ganz kurz mit „plötzlich waren alle weg“ angeschnitten, aber Sinn hat das nicht gemacht, vor allem war das einfach unnötig, man hätte es auch direkt kleiner halten können.

Auch muss ich gestehen, dass ich den Humor nicht immer als passend empfand. Vor allem zu Beginn wirkt „The Afterparty“ noch etwas… billig. Nicht billig-billig, aber den Comedy-Faktor bekommt man vor allem durch Tolpatschigkeit und eine gewisse Rumpeligkeit in der Erzählung mit. Nach einer Weile fängt es sich (oder ich habe mich schlicht an den Stil gewöhnt…?), so dass auch einige Schmunzler und „Luft durch die Nase ausstoß“-Momente bei mir aufgekommen sind. Wirklich große Lacher sollte man aber nicht erwarten, das ist eben keine reine Comedy, das ist aber auch okay so.

Dafür war es insgesamt stimmig miteinander verwoben und auch die abschließende Auflösung des Falles hat mich persönlich zufrieden gestellt. „The Afterparty“ schafft es ganz gut, dass man die ganze Zeit mit überlegt, wer es denn nun gewesen sein könnte, so dass die Neugier einen dazu bringt, weiter zu schauen. Das ist bei acht jeweils knapp halbstündigen Episoden auch super in Kürze absolvierbar!

Insgesamt hat mir „The Afterparty“ gut gefallen! An einigen Stellen wirkt es etwas holprig, so dass es vielleicht nicht DIE Serie des Jahres 2022 wird, aber mit Sicherheit einer der originellsten Neustarts. Das Spiel mit den unterschiedlichen Erzähl-Techniken bleibt kurzweilig und vor allem bis in kleine Details umgesetzt, der Crime-Fall selbst schafft auch Spannung und Neugierde und die Charaktere sind gut gezeichnet, wenn auch teilweise etwas drüber. Mit den gerade mal knapp vier Stunden Laufzeit ist „The Afterparty“ jedenfalls eine gelungene Abwechslung für das Einerlei, das sich sonst häufig auf der Watchlist befindet.

Hier noch der großartige Track „Imma Live Forever“ von Xavier, der zum Abspann ertönt und sogar ein eigenes Musikvideo erhalten hat:

Staffel 2 von „The Afterparty“?

Wem diese Staffel gefallen hat, kann beruhigt sein: Apple hat bereits eine zweite Staffel offiziell bekanntgegeben. Oder so ähnlich:

Ja, da muss man schon ein bisschen rätseln, um auf „The Afterparty Season Two“ zu kommen… Ich freue mich aber sehr darüber, dass es weitergehen wird! Noch frage ich mich jedoch, wie viel Anthologie-Anteil eine zweite Staffel der Serie wohl haben wird? Bekommen wir einen weiteren Fall der Detectives Danner und Culp zu sehen oder gibt es gar einen komplett neuen Cast? Ich würde auf Ersteres tippen, hat man so doch auch genug Möglichkeiten, einen starken neuen Cast zu präsentieren und interessante Geschichten zu erzählen. Es bleibt spannend!

Bilder: Apple TV+

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