Midseason-Premiere im Todesrausch

Review: The Walking Dead S06E09 – No Way Out

15.02.16 17:51
ReviewThe Walking Dead
SPOILER !!
Maik
15.02.16

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Endlich ist diese gottverdammte Midseason-Pause vorbei! Und natürlich geht es nicht mit dem „Mama!“-Ruf weiter, sondern mit dem ersten Negan-Kontakt, der nach dem Abspann der letzten Folge vor der Pause gezeigt wurde.

„If you have to eat shit, best not to nibble. Bite, chew, swallow, repeat. Goes quicker.“ (Negan-Handlanger)

Okay, der Feuerball kam überraschend. So wird das Kapitel wohl doch noch ein paar Wochen nach hinten verschoben, da das Negan-Lager ja zunächst bemerken muss, dass eine Truppe fehlt und bisher nicht weiß, wo sich Alexandria befindet. Dürfte aber nicht mehr lange dauern, vermutlich bekommen wir Lucille spätestens zum Staffelfinale zu sehen (yay!).

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Was wir eigentlich gar nicht mehr zu sehen bekommen, ist die „Mom!“-Sache. Wollen die mich verarschen?! Was ist das denn für ein Pseudo-Cliffhanger, den man unerklärt in der Luft verhungern lässt? Dämlich ist das… Vor allem, wenn man unsere Eingeweide-Gruppe bis in die Dunkelheit herum wandern lässt (die kommt aber auch immer plötzlich…), nur um dann eine Situation zu schaffen, die eigentlich 1:1 die gleiche ist. Unnötig, aber sowas von! Sams Tod war dazu sehr bescheuert inszeniert und eigentlich wäre das das direkte Todesurteil für die komplette Gruppe gewesen. Aber nein, so suchen sich die Walker offenkundig auf Anweisung der Showrunner eben jene Figuren, die mehr oder weniger entbehrlich sind (auch wenn ich diesbezüglich nicht auf Jessie getippt hätte, aber gut, so ist es eben auch in der Comicvorlage). Alles wirkte eher wie eine verstaubte Traumsequenz.

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Aber immerhin: Carls Auge – fuckyeah! Dass er aber noch artig „Dad?“ in die Kamera sagen kann… Naja. Für Comic-Kenner keine Überraschung mehr, der Zeitpunkt war dann doch relativ identisch, nur der Schütze ein anderer. Schön, dass es hier auch durchgezogen wird (nicht wie bei Rick, ähem…), die weitere Inszenierung dürfte aber auch ohne CGI auskommen und ist daher produktionstechnisch unproblematisch.

Diesen Luft-Shot mochte ich sehr:

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Glenn wird bei Anblick dieser Aufnahme gleich mal philosophisch und geht verstorbene Freunde aus den bisherigen Staffeln durch. Hach, ja, those memories… Ansonsten wirkt der Sideplot bisher handzahm, demonstriert jedoch eindrucksvoll, wie man mit Maschinengewehren gekonnt um Glenn herum schießen kann – klar doch.

„What the hell happened?!“ – „I don’t know, I just got here.“ (Daryl und Glenn)

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Minimal interessanter (wenn auch ähnlich erfolglos) läuft es bei Denise und unserem Wolf ab. „Komm, wir warten x Stunden auf eine Lücke und rennen los, wenn es keine gibt!“ Spitzen-Idee…

„We did put up a fight. That’s why your friends are dead.“ (Denise)

Da heißt es genau so tief durchatmen wie bei der Szene, in der Rick mit Axt in der Hand und nichts mehr zu verlieren gen Freitod schreitet. Sein Rachegefühl nimmt mal wieder Überhand und müsste eigentlich das Ende von ihm sein, aber nein, in stumpfer Hulk-Manier ist es erstaunlicher Weise erfolgreich. Und siehe da – sogar eine Moral und ganz doll viel „gemeinsam sind wir stark!“-Geplärre. Nein, danke, aber das war too much, too cheap!

„God has given us the courage to save it ourself.“ (Gabriel)

Die Abschluss- oder auch Abschlacht-Sequenz mit den schnellen Schnitten hat visuell gefallen, auch wenn es inhaltlich natürlich totaler Blödsinn war. Die Diskrepanz zwischen „wir haben alle Schiss und schaffen das niemals!“ und „Hell yeah, wir bringen einfach alle um, geht ganz einfach!“ ist schlicht zu groß geraten. Von der üüüüberhaupt nicht vorhersehbaren Hand-Drück-Szene mal ganz abgesehen. Schwülz…

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Ein Auftakt, der so groß hätte sein können und doch irgendwie enttäuscht. Action-Fans werden auf ihre Kosten kommen, alle anderen eher verpassten Chancen und seltsamen Inszenierungen hinterher trauern. Das war leider weder erzählerisch noch visuell auf hohem Niveau. Hoffen wir mal, dass es nur eine Bereinigungs-Kur war, die den Startschuss für eine bessere weitere Staffelhälfte bedeutet. Immerhin sind alle total motiviert, und am Ende drücke ich einfach mal ein Auge zu. Wie Carl. Muahaha…

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Bilder: amc

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7 Kommentare

  • „Entäuschend“ ist für mich die Zusammenfassung der gesamten letzten 1,5 Staffeln…

    Findet ihr es eigentlich auch so nervig vor jeder neuen Staffel/Midseason zu hören, dass es irgendwelche „schockierenden“ und „krassen“ Szenen geben wird? Als wäre das ein Qualitätsmerkmal, Star Wars Episode 3 hatte auch „krasse“ Szenen und war ganz doll schlimm. Das gleiche gilt für „ein Hauptcharakter stirbt“ und „so viele Zombies in einer Szene wie nie zuvor“.

    • Ja, ich weiß, was du meinst. Das ist das verzweifelte Greifen nach Superlativen und Effekthascherei. Zwischendurch war die Serie wirklich auf einem guten Weg, mittlerweile ist man mal wieder in Massenpanik geraten – „was wollen die Leute? Okay – höher, schneller, weiter!“. Da merkt man mal wieder, dass es eben nicht einfach nur plumpes Ablebenlassen von Hauptfiguren ist. Das muss eben entsprechend in die Dramaturgie eingebunden werden. Selbst Game of Thrones bekommt da ja mittlerweile Probleme, agiert aber auf ungleich höherem Niveau…

    • Sehr passend dazu:

  • Ich fand die Folge echt ein bisschen albern. Szenen, die wirklich dramatisch hätten werden können, werden durch absurde Aktionen zu einfach aufgelöst. Das ist es auch, was mich am meisten stört: Sie machen es sich viel zu einfach. Darunter leidet die Spannung enorm. Ricks Figur driftet zudem immer mehr ins Theatralische ab.
    Diese Folge in drei Worten: einfach, übertrieben, paradox. Wahlweise auch ohne Komma.

  • Ich bin etwas spät dran und habe die Folge jetzt erst gesehen.

    Deinen Beitrag kann ich so unterschreiben.

    Ich frag mich echt, was die Gruppe um Rick gemacht hat den ganzen Tag. Wollten die einfach mal einen Spaziergang um den Block machen? Haben die zwischendurch ein kleines Picknick gemacht, die Zeit vergessen, weil sie sich so toll unterhalten haben?

    Sorry, aber diese Szene lässt die Folge total lächerlich zurück. Wäre es noch Tag gewesen, würde es wachrscheinlich nicht so schlimm sein. Aber so?

    Den Tot von Sam fand ich auch zu sehr inszeniert. Er sagt einen Muks und auf einmal kommt ein Walker an. Ich finde auch, das wäre der Tod der ganzen Gruppe gewesen, so lange wie sie da rumstanden.

    Bei dem Einsatz des Maschinengewehres habe ich genau das gleiche gedacht wie du. Glenn hat wohl eine unsichtbare Schutzkuppel um sich herum.

    Die ganze Reihe war einfach nur eine Aneinanderreihung von komischen Inszenierungen. Vielleicht wollten die Macher einfach mal wieder ordentlich Walker sterben lassen.
    By the way habe ich mich auch (mal wieder) gefragt, wo die ganzen Walker alle herkommen, und warum sie nicht einfach weiterziehen, sondern auch den ganzen Tag durch´s Dorf schlendern.
    Aber das ist ja auch schon altbekannt, dass auf so mir nichts dir nichts Walker auftauchen (sei es ein einzelner, der sich ganz leise anschleicht, sodass niemand ihn hören kann, oder sei es eine Gruppe, die plötzlich da ist).

    Es kann nur besser werden.

    • „Nur besser“ auf jeden Fall. Die Walker stammen ja noch immer aus der halben Steinbruch-Herde, die sehr plump durch den seltsamen Turm-Fall reingelassen worden sind. Wie Fliegen kommen die wunderbar in Gefäße und Gebiete rein, aber eben nur schlecht raus. Das passt eigentlich soweit, ist ähnlich wie beim Gefängnis. Aber klar, dass sie da etwas dichter und schneller sind, wo man sie gerade braucht – naja…


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