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Zuckerwatte wäre besser gewesen...

Review: The Walking Dead S11E18 – „A New Deal“

ACHTUNG: SPOILER !!
10. Oktober 2022, 11:03 Uhr
SPOILER !!
Maik
10.10.22

Nach dem erneuten Auftakt nach der zweiten Midseason-Pause vergangene Woche geht es diese Woche direkt in der brenzligen Cliffhanger-Szene weiter. Also, nachdem wir wieder eine kleine kommentierte Rückschau geboten bekommen, die offenlegt, dass es dieses Mal wohl um Daryl gehen wird. Der Fokus liegt aber nur vereinzelte Male auf dem beliebten Charakter, der vor allem zum starken Start der Folge einzahlt.

Mercer, Pamela Milton und Carol kommen mit einem etwas zu perfekt wirkendem Timing hinzu. Dass Daryl in diesem emotionalisierten Moment auf Carol hört, unterstreicht sein Vertrauen in sie. Eine kleine Überraschung gibt es dann aber doch noch als Daryl Lance in die Hand sticht. Dabei hat mir vor allem gefallen, dass niemand drumherum wirklich eingeschritten ist sowie vor allem das anerkennende Grinsen Negans. Guter Auftakt!

„Don’t worry. He’ll live.“ (Daryl)

Danach wird etwas der Wind aus der Sache genommen. Carols Deal hat zur Folge, dass für unsere Leute eigentlich alles supi ist – sie können entweder bleiben oder (sogar mit Proviant) gehen, ab jetzt arbeitet man zusammen, juppi-dudel-doo!

Die zweitstärkste Szene gibt es zwischen Pamela und Lance zu sehen, die einen interessanten Machttanz tanzen. Zunächst zeigt sich Lance beinahe hörig unterwürfig – angedeuteter Handkuss inklusive – als er bemerkt, dass diese übliche Masche nicht mehr zieht, geht er zu Drohungen über. Das dürfte nicht nur aufgrund der in der Vergangenheit gezeigten Szenen mit externen Gruppierungen stichhaltiger gewesen sein, als Pamela es annimmt.

„You’re an angry delusional little boy, Lance. Trying to win a game, but too folish to realize that you’ve never actually been a player in it.“ (Pamela)

Dass wir uns an einem Scheidepunkt hin zur langweiligen Tristesse befinden, zeigt auch Judiths Reaktion auf den angebotenen ehemaligen Revolver von Papa Rick. Den will sie nicht annehmen, weil die Zeit des wilden Apokalypse-Westens vorbei sein soll. Sie schenkt Daryl jedenfalls erfrischend ehrlichen Wein ein. Dass der so gereizt reagiert, dürfte aber auch daran liegen, dass diese ganze Erziehungsgeschichte weniger seins ist. Kein Wunder, ist er doch eher damit beschäftigt, seine alte Weste anzuziehen, als darauf zu achten, was der kleine Junge da für Comics liest! Wobei, man könnte jetzt argumentieren, dass der Kleine mit der erlebten Zombie-Apokalypse bereits abgehärtet genug sein dürfte. Schönes Detail jedenfalls, dass man hier den ebenfalls von Kirkman geschaffenen „Invincible“ eingebunden hat. Daryls letzte wirklich persönliche Szene ist dann die, in der er Judith und uns seinen Zufluchtsort mitteilt, den er zu Kindheitszeiten aufgesucht hatte, um vor seinem gewalttätigen Vater zu fliehen.

Eigentlich kann man der Serie dann nicht einmal vorwerfen, was da für ein Chaos rettend zur Stelle eilt, wurden die Entwicklungen doch bereits lange im Voraus angestoßen. Max ist es nämlich leid und will Sebastian endgültig entlarven. Die Sache mit der Tonaufnahme hätte man meiner Meinung nach jedoch wunderbar als Twists ausspielen können, indem erst bei Abspielen der Großvaterrede erkenntlich wird, dass sie das Tonband hat mitlaufen lassen.

Eine weitere verpasste Gelegenheit lag leider darin, das in der Comicvorlage vorkommende Fußballspiel umzusetzen – das ging nämlich aufgrund der Pandemie-Richtlinien zum Zeitpunkt der Dreharbeiten nicht. Stattdessen ist man auf das Personen-ärmere (aber durchaus kontaktintensivere…) Wrestling umgestiegen. Das wirkte komplett absurd in der Situation, hatte aber wenigstens den netten Aspekt, dass selbst damit eine gewisse Propaganda-Show geboten worden ist.

Dass wir für die nächsten Folgen keine langweilige Tristesse zu befürchten haben, sichert das (erneut utopisch gut getimete) Eintreffen von Walkern. Die hatte Lance durch sein Team für dreckige Aufgaben entstehen lassen, die eine ganze Arbeitenden-Brigade ohne größeres Aufsehen und von einem Zaun(!) vor auffälliger Lautstärke schützend binnen weniger Sekunden zur Strecke gebracht haben.

Seltsamer ist da nur noch, dass kurz nach Tagen der Demonstration und des Aufruhrs an einem öffentlichen Gedenktag kaum Trooper zugegen zu sein scheinen. Die hätten doch im Nu die kleine Gruppe Walker ausschalten können müssen – vielleicht sogar Mercer alleine. Aber nein, wir bekommen ein wild inszeniertes „keiner kommt mehr irgendwo schnell hin“-Spielchen zu sehen – naja, außer, es passt natürlich gerade ins Script. Dann kann Judith sich noch in Ruhe Ricks Revolver geben lassen, um einen Bedeutungs-schwangeren Schuss abzugeben. Nein, die bösen neuen Zeiten sind noch nicht vorbei. Über das vorherige Walker-hin-und-her-werf-Spielchen möchte ich gar nicht erst reden…

Hm, so richtig warm wurde ich mit der Folge nicht. Der Auftakt war super, doch dann stellte sich schnell wieder dieses langweilige „alles ist gut“-Schema ein, das komplett den Reiz aus der Geschichte genommen hat. Der Rest wirkte mir dann zu konstruiert und inkonsequent inszeniert. Die konkreten Entwicklungen sind dabei nicht mal schlecht geraten, konnte das Commonwealth so doch ordentlich aufgeschüttelt werden, so dass spannend zu sehen sein wird, wie sich das alles in den nächsten Folgen entwickeln wird. Aber meiner Meinung nach hätte man das besser umsetzen können.

Bilder: AMC

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